Trauriges Ende Von wegen betrunken: Erfurter Waschbär war krank!

Auf ihrer Suche nach Nahrung treiben Waschbären so manche Eigenheimbesitzer in die Verzweiflung. Sie durchwühlen den Müll und finden selbst die kleinsten Schlupflöcher, um ins Haus zu gelangen. In Erfurt hat ein Waschbär jetzt den Weihnachtsmarkt unsicher gemacht - und es innerhalb kürzester Zeit zur Berühmtheit in den sozialen Netzwerken gebracht. Er sei betrunken, glaubten die User, und erfreuten sich an dem torkelnden Bären. Doch weit gefehlt: Das Tier war krank und musste erschossen werden.

Der Waschbär vom Erfurter Weihnachtsmarkt vorm Einfangen
Hat sich nach seinem Weihnachtsmarkt-Bummel ein ruhiges Plätzchen gesucht: der Waschbär von Erfurt Bildrechte: MDR

Innerhalb kürzester Zeit hatte er es zur Berühmtheit gebracht: Ein Waschbär, der sich kaum auf den Beinen halten konnte und orientierungslos über den Erfurter Weihnachtsmarkt getorkelt ist. Zu tief in den Glühweinbecher geschaut? Genau das vermuteten die meisten User - und zunächst auch die Polizei. Umso größer war die Empörung, als durch das Tierheim Erfurt bekannt gegeben wurde, dass der kleine pelzige Kerl erschossen worden ist.

Betrunken? Waschbär hält Siesta auf dem Weihnachtsmarkt

Der Waschbär hatte am Samstagmittag völlig erschöpft unter einem Mülleimer vor dem Erfurter Rathaus eine Siesta gehalten. Später hatte er sich aufgerappelt, war verwirrt durch die Gegend gestolpert, bis er sich auf den Stufen eines Hauseingangs erneut ein Ruheplätzchen suchte. Dort wurde er von einem Security-Mitarbeiter des Weihnachtsmarktes bewacht, bis die Feuerwehr eintraf und das Tier mitnahm. Die habe es schließlich einem Stadtjäger übergeben, der dem Leiden des kleinen Bären schließlich ein Ende setzte.

Alternativlos: Waschbär musste erschossen werden

Denn wie sich jetzt herausgestellt hat, war der Waschbär nicht betrunken, sondern offensichtlich krank. Der Abschuss des Tieres sei alternativlos gewesen, wie Daniel Baumbach, der Sprecher der Stadt Erfurt jetzt mitgeteilt hat. Eine Tierärztin habe aufgrund des Verhaltens des Tieres Anzeichen von Staupe diagnostiziert und die sei insbesondere für Hunde und Katzen äußerst gefährlich.

Doch auch ohne Erkrankung wäre der Waschbär vermutlich getötet worden. Denn so putzig die flauschigen Kerlchen auch sind, für verschiedene heimische Tierarten sind sie eine echte Bedrohung.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. Dezember 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 14:40 Uhr

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