Reisen, Gastronomie und Co. Corona - Welche Regeln gelten zu Weihnachten?

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und die Corona-Pandemie hat auch Deutschland weiter fest im Griff. Wie sehen die Regelungen für die Feiertage in diesem Jahr aus? Was ist erlaubt und was nicht? Ein Überblick:

Ein Weihnachtsmann mit Mundschutz hängt als Christbaumkugel an einem Weihnachtsbaum vor dem Brandenburger Tor.
Auch zum zweiten Corona-Weihnachtsfest müssen die Bürger wieder Einschränkungen in Kauf nehmen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfällen gibt es in Bund und Ländern bislang keine Bestrebungen, die Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten stark zu lockern. Bedeutet: Für Ungeimpfte - also Menschen, die weder vollständig geimpft sind noch offiziell als genesen gelten - gibt es weiterhin starke Einschränkungen.

Zwei Intensivpfleger versorgen einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik
Die Zahl der Corona-Intensiv-Patienten ist nach wie vor extrem hoch. (Archiv) Bildrechte: dpa

Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte

Sie dürfen im öffentlichen sowie im privaten Raum neben Personen aus dem eigenen Haushalt höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. In geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen gilt weiter die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Auch auf den Abstand von 1,5 Metern ist weiterhin zu achten.

In Bundesländern mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 350 dürfen höchstens 50 geimpfte und genesene Personen an privaten Feiern und Zusammenkünften in Innenräumen teilnehmen. In Außenbereichen sind es maximal 200 Personen. Darüber hinaus gelten in manchen Hotspots Ausgangsbeschränkungen. So dürfen Ungeimpfte dort zu bestimmten Uhrzeiten nur mit triftigem Grund außer Haus. Einzelne Bundesländer können von dieser Regelung abweichen.

Ein Teilnehmer einer Demonstration von Corona-Impfgegnern auf dem Glockengießerwall hält ein Transparent mit den Aufschrift 'Wir bleiben ungeimpft'.
Ungeimpfte und nicht Genesene müssen auch zu Weihnachten mit Einschränkungen rechnen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Weitere Verschärfungen möglich

Mit Blick auf die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nach eigenen Angaben Empfehlungen des neuen Expertenrats der Bundesregierung abwarten. Weitergehende Kontaktbeschränkungen noch vor Weihnachten schloss er nicht aus: "Ich hoffe, dass das nicht nötig sein wird, ich kann aber nicht darüber spekulieren. Ich möchte einfach dem Expertenrat nicht vorgreifen".

Der neu gebildete Expertenrat war am Dienstag (14.12.) erstmals zusammengekommen und will noch vor Weihnachten eine erste Stellungnahme zur Omikron-Variante vorlegen. "Das wissenschaftlich Abgesicherte wird eine viel größere Rolle für die Bundesregierung und für mich spielen als in der Vergangenheit", so Lauterbach. "Wenn die Empfehlungen so wären, dass man radikale Schritte empfiehlt, dann würden wir die auf jeden Fall in Erwägung ziehen."

Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schließt eine Verschärfung der Regelungen nicht aus. (Archiv) Bildrechte: dpa

Reisen und Gastronomie

Aktuell ist das Reisen innerhalb Deutschlands einfacher als im Jahr zuvor. Touristische Übernachtungen sind in den meisten Bundesländern mit der 2G-Regel möglich. Nur Ungeimpfte müssen also draußen bleiben. Was in welchem Bundesland genau gilt, erfahren Sie hier beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Im öffentlichen Personenverkehr gilt weiterhin die 3G-Regel. Das wird sich auch über die Feiertage nicht ändern. Damit muss in Bussen, Tram-, U- und S-Bahnen im sowie im Zug- und Fernbus-Verkehr der Nachweis einer Impfung bzw. Genesung oder ein aktueller Test mitgeführt werden. Außerdem gilt auf Flügen, die aus Deutschland starten, ebenfalls 3G.

Eine junge Frau sitzt mit Smartphone und Mundschutz im Zug.
Mit der 3-Regel steht der Reise mit Bus und Bahn nicht im Weg. (Archiv) Bildrechte: imago images/Michael Weber

Gute Nachricht für Weihnachtsurlauber: Die Deutsche Bahn stockt angesichts der Corona-Pandemie ihr Zugangebot zur Weihnachtszeit auf. Vom 22. Dezember bis 2. Januar werden Sonderzüge vor allem auf den stark nachgefragten Verbindungen von oder in Richtung Berlin, München und Hamburg eingesetzt.

Für Restaurant-Besuche gilt in den meisten Bundesländern mindestens die 2G-Regel. Auch hier müssen Ungeimpfte also verzichten. Über die genauen Modalitäten und mögliche Ausnahmen informiert die Dehoga hier.

Auf einem Schild wird vor einem Restaurant auf die 2G-Regel hingewiesen.
In Restaurants wird nahezu flächendeckend mindestens die 2G-Regel angewendet. (Archiv) Bildrechte: dpa

Gottesdienste unterschiedlich geregelt

Dem Gang in die Kirche steht zu Weihnachten im Grund nichts entgegen. Aber auch hier müssen die Regeln beachtet werden. Welche Corona-Regeln im Gottesdienst gelten, ist dabei nicht einheitlich geregelt. In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gilt zum Beispiel die 3G-Regel. In den meisten anderen Bundesländern hat die Politik keine Vorgaben gemacht. Hier gibt es große Unterschiede zwischen katholischen und evangelischen Gottesdiensten und auch innerhalb der Bundesländer, je nach Zugehörigkeit der Pfarrei zu einem Bistum. 

(BRISANT/dpa/afp/adac/rnd)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Dezember 2021 | 17:15 Uhr

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