Ein Demonstrant mit einer Schädelmaske im Gesicht zeigt vor einer brennende Barrikaden zwei Stinkefinger in die Kamera.
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Nach Krawallen bei G-20-Gipfel Polizei startet weitere Foto-Fahndung

BRISANT | 16.05.2018 | 17:15 Uhr

Rund zehn Monate nach den Krawallen beim G20-Gipfel startet die Polizei eine weitere Foto-Fahndung, um Randalierer zu identifizieren. Dafür wurden Bilder von mehr als 100 Verdächtigen im Netz veröffentlicht.

Ein Demonstrant mit einer Schädelmaske im Gesicht zeigt vor einer brennende Barrikaden zwei Stinkefinger in die Kamera.
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Sie hinterließen eine Schneise der Verwüstung: Gut zehn Monate nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg haben Polizei und Staatsanwaltschaft Fotos von weiteren 101 mutmaßlichen G20-Gewalttätern ins Internet gestellt. Polizeisprecher Timo Zill bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung der Gesuchten.

Gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch, Plünderungen

Die Verdächtigen seien meistens Mehrfachstraftäter, die sowohl für Flaschenwürfe als auch für Plünderungen oder Körperverletzungen verantwortlich seien, sagte Zill. "Wir haben Videomaterial in HD-Qualität, das einen hinreichenden Tatverdacht belegt."

Suche nach Verdächtigen europaweit in 15 Ländern

Bereits im vergangenen Dezember hatte die Polizei Hamburg eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet und bundesweit mit Fotos nach Tatverdächtigen gesucht. 35 der 107 gesuchten Verdächtigen seien identifiziert worden, sagte Zill. Nach 91 weiteren Verdächtigen werde mittlerweile auch europaweit in 15 Ländern gefahndet, darunter Italien, Spanien, Schweden, Dänemark, Polen, die Niederlande und die Schweiz.

Polizei geht von bis zu 6.000 Tätern aus

Die Polizei schätzt, dass in den drei Tagen vom 6. bis zum 8. Juli 2017 zwischen 5.000 und 6.000 Täter aktiv waren, die am Rande des Gipfels vor allem im Hamburger Schanzenviertel Geschäfte geplündert und Brände gelegt haben sollen. Die Soko führt mehr als 3.200 Ermittlungsverfahren. Die Gerichte haben bereits mehr als 40 Täter verurteilt. Die Strafen reichen von Geldbußen bis zu dreieinhalb Jahre Haft.

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Auch Verfahren gegen Polizisten

Verfahren wurden aber auch gegen Polizisten geführt - fast 140 an der Zahl. Anklagen habe es laut Staatsanwaltschaft bisher aber nicht gegeben. Um die politische Aufklärung der Ereignisse kümmert sich ein Sonderausschuss der Bürgerschaft, der am Donnerstag wieder tagt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. Mai 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 16:15 Uhr

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