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Die Tigermücke überträgt das West-Nil-Virus Bildrechte: imago images/Blickwinkel

Neun Fälle nachgewiesenWest-Nil-Virus in Deutschland auf dem Vormarsch?

Stand: 11. September 2020, 14:28 Uhr

Auch in Deutschland stecken sich immer wieder Menschen mit dem von Mücken verbreiteten West-Nil-Virus an - im vergangenen Jahr sind vor allem in Sachsen einzelne Fälle aufgetreten. Wie gefährlich ist das Virus? Wie wird es übertragen? Woran erkennt man eine Infektion und wie kann man sich schützen?

Schwerer Verlauf möglich: Enzephalitis, Meningitis

Welche Folgen hat eine Infektion mit dem West-Nil-Virus für betroffene Patienten? Möglich sind beispielsweise eine Enzephalitis oder eine Meningitis, beides entzündliche Erkrankungen des Gehirns.

Aber: Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer, schreibt das Robert-Koch-Institut. Deutlich häufiger sind grippeähnliche Symptome mit Fieber, das plötzlich auftritt. Eine Erkrankung wird nach Angaben des RKI symptomatisch behandelt. In der Regel heilt sie komplikationslos aus.

So sieht das West-Nil-Virus unter dem Mikroskop aus. (Archiv) Bildrechte: dpa

Von Mücken übertragen

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger. Prinzipiell wird davon ausgegangen, dass das Virus durch Zugvögel nach Europa gelangt. Es wird zwischen wild lebenden Vögeln und Stechmücken ausgetauscht. Infizierte Mücken können Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken.

Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren solche Fälle. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind diese oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden.

Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Da es bislang keinen Impfstoff gibt, ist die einzige Prophylaxe der konsequente Schutz vor Mückenstichen durch entsprechende Kleidung und Insektenschutzmittel. Das gilt vor allem in der für Stechmücken günstigen Saison, die je nach lokalem Klima und kurzfristigen Wetterschwankungen unterschiedlich lang sein kann.

In Deutschland handelt es sich dabei vor allem um den Spätsommer, bei anhaltend warmem Wetter auch der Frühherbst. Es gilt also, Gebiete mit einer hohen Mückendichte zu meiden.

ten/dpa

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