Ein Krankenwagen der Berliner Feuerwehr.
Ein Krankenwagen im Einsatz. (Themenbild) Bildrechte: dpa

Mordkommission ermittelt Wimmerndes Baby aus dem Müll gerettet - Mutter in U-Haft

BRISANT | 18.06.2019 | 17:15 Uhr

Wie konnte das geschehen? In der Kleinstadt Kierspe in Nordrhein-Westfalen ist ein neugeborenes Mädchen in einem zugeknoteten Müllsack im Garten hinter dem Haus gefunden worden. Es überlebte nur knapp.

Ein Krankenwagen der Berliner Feuerwehr.
Ein Krankenwagen im Einsatz. (Themenbild) Bildrechte: dpa

Nachdem die Polizei in Kierspe im Sauerland gerade noch rechtzeitig ein Baby aus einem zugeknoteten Müllsack gerettet hat, sitzt die Mutter in Untersuchungshaft. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Das kleine Mädchen werde im Krankenhaus versorgt, sei aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Mit Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert

Die Frau war wegen vaginaler Blutungen ins Klinikum nach Lüdenscheid eingeliefert worden. Dort wurde sie notoperiert. Eine Ärztin erkannte, dass die 31-Jährige kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Daraufhin sei die Polizei zum Wohnhaus der Frau gefahren und habe das noch namenlose Mädchen in einem blauen Müllsack in einem Gebüsch entdeckt. Das Wimmern des Kindes habe die Beamten zum Fundort geführt.

Der Fundort eines neugeborenen Mädchens, das dort in einem zugeknoteten Müllsack abgelegt worden war.
Hier haben Polizisten ein kleines Mädchen gerettet, das dessen Mutter kurz nach der Geburt im Garten ihres Wohnhauses abgelegt haben soll - zusammen mit Hausmüll. Bildrechte: dpa

Nur noch 31 Grad Körpertemperatur

Das Baby war laut Polizei in zwei Handtücher gewickelt. Es habe mit Hausmüll in dem Müllsack gelegen. Nach Einschätzung der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen sei der Sauerstoff in der Mülltüte "mit Sicherheit bald sehr knapp" geworden. Die Körpertemperatur des Mädchens habe nur noch bei 31 Grad gelegen, als es gefunden wurde.

Die Ermittler suchen Antworten

Die Mutter habe das Ganze mit Ängsten erklärt, teilten die Ermittler zunächst mit. Sie lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen und habe alles getan, um die Schwangerschaft geheim zu halten. Der Lebenspartner sei bei den Blutungen der Frau von einem Magen-Darm-Infekt ausgegangen und habe einen Krankenwagen gerufen, obwohl sie das nicht gewollt habe. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. Juni 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2019, 00:32 Uhr

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