Corona und kein Ende In Deutschland angekommen - Wie gefährlich ist die neue Omikron-Subvariante XBB.1.5?

Ist Corona nun "vorbei" oder kommt da noch was? Und wenn ja, kommt es auch zu uns? Mit Spannung und auch mit Sorge blicken derzeit viele Virologinnen und Virologen in die USA. Dort sorgt im Nordosten des Landes die Omikron-Subvariante XBB.1.5 für viele Infektionen. Auch in Deutschland wurde sie bereits nachgewiesen.

Neue Coronavariante
Die Omikron-Subvariante XBB.1.5 ist eine Rekombination aus anderen Coronavarianten. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Karl Lauterbach hat XBB.1.5 natürlich auf dem Schirm. "Hoffentlich kommen wir durch den Winter, bevor eine solche Variante sich auch bei uns ausbreiten kann", schrieb der Bundesgesundheitsminister in der vergangenen Woche bei Twitter und ergänzte: "Wir überwachen, ob und wie stark XBB.1.5 in Deutschland auftritt." Mittlerweile ist klar, dass die Subvariante auch in Deutschland angekommen ist.

Viele Neuansteckungen in den USA

XBB.1.5 ist eine Subvariante von Omikron. Sie wurde bislang in rund 30 Ländern nachgewiesen. In Deutschland ist die Zahl der Nachweise von XBB.1.5 noch sehr gering, man geht jedoch davon aus, dass sich das ändern wird. "Man kann mit einiger prognostischer Sicherheit sagen, dass die Variante auch bei uns die dominante Variante werden wird", sagte der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb.

Offenbar breitet sich XBB.1.5 schneller aus als andere Varianten, weil es sich um eine Rekombianation aus zwei Varianten handelt - vor allem in Ländern mit niedriger Impfquote wie den USA. Rund die Hälfte der Neuansteckungen in einigen US-Bundesstaaten geht aktuell auf XBB.1.5 zurück.

Alexander Kekulé
Wenig besorgt über die neue Coronavariante: Virologe Alexander Kekulé Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Bisher keine schweren Verläufe

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist es die "ansteckendste Subvariante, die bislang entdeckt wurde". Es gebe bislang aber keine Anzeichen dafür, dass XBB.1.5 schwerere Erkrankungen auslöst als andere Virusvarianten. Die Vorläufer der aktuellen XBB-Variante konnten auch Menschen anstecken, die schon mal mit Corona infiziert waren.

Experte: Viren mutieren, völlig normal

Virologe Alexander Kekulé findet die neue Virusvariante trotzdem nicht besorgniserregend. "Das ist für mich nicht beunruhigend und ist eigentlich auch ein normaler Prozess, dass Viren mutieren", erklärte er im MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass". Wenn XBB.1.5 nach Deutschland kommt, sind neue Ansteckungen – auch unter Geimpften - wahrscheinlich, hohe Todeszahlen und Krankenhauseinweisungen aber eher nicht.


BRISANT/afp/dpa/mdr

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Januar 2023 | 17:15 Uhr

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