Blutsaugende Zecke
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Leichter leben | 18.07.2018 | 17:00 Uhr So schützen Sie sich vor Zecken

Auch wenn Zecken sehr klein sind – sie sind nicht harmlos. Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Wir erklären, wie Sie sich die Sauger vom Hals halten und wie man die Parasiten richtig entfernt.

Blutsaugende Zecke
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Sie werden gerne als kleine Blutsauger bezeichnet. Doch Vorsicht, Zecken können schwerwiegende Krankheiten übertragen. Längst sind die Tiere in den Städten angekommen, werden sie doch oft von Haustieren in die Ballungszentren getragen.

Zecken sitzen im Unterholz ...

Zecken fallen nicht, wie viele denken, von Bäumen, sondern leben in Büschen, hohen Gräsern, strauchigem Unterholz und Laub. Normalerweise sind ihre Stiche harmlos, in Risikogebieten können Zecken jedoch auch gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen.

In diesem Jahr gibt es besonders viele Borreliose-Fälle. In Sachsen wurden dem Robert-Koch-Institut bis Ende Juni 438 Borreliose-Erkrankungen gemeldet, fast 120 mehr als im Jahr davor. In Thüringen waren es 120 Fälle, 40 mehr als 2017. Und in Sachsen-Anhalt hat das Landesamt für Verbraucherschutz im ersten Halbjahr 152 Infektionen gezählt, ein Plus von knapp 30 Fällen.

Borreliose – eine Krankheit mit vielen Symptomen

Borreliose kann in ganz Europa durch Zecken übertragen werden. Betroffene sehen eventuell um den Zeckenstich einen roten Ring, die sogenannte Wanderröte. Sie ist typisches Anzeichen für eine Infektion. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien durch einen Zeckenstich kommt, vergehen im Schnitt 12 bis 24 Stunden. Wird die bakterielle Infektion erkannt, kann gut mit Antibiotika behandelt werden.

Allerdings tritt die Wanderröte nicht immer auf, sodass es Ärzten schwer fällt, hinter grippeähnlichen Leiden und Rücken- oder Gelenkschmerzen Borreliose zu vermuten. Wird der Erreger übertragen und eine Entzündung deshalb nicht behandelt, kann es zu Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen kommen.

Gegen FSME-Viren kann eine Impfung helfen

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – besser bekannt als Hirnhautentzündung – kann eine Impfung schützen. Das zügige Entfernen der Zecke schützt leider nicht vor den Erregern, denn FSME wird direkt beim Zeckenstich übertragen. Die Krankheit führt zu Erbrechen, Kopfschmerzen, Lähmungen und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Den Erreger tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in ihren Speicheldrüsen. Den Schutz empfiehlt das Robert-Koch-Institut allen Menschen in ausgewiesenen Risikogebieten, auch wenn dort nur wenige Zecken das FSME-Virus tragen. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht einmal im Jahr eine Karte mit FSME-Risikogebieten

Die Krankenkassen bezahlen die Schutzimpfung in der Regel, wenn man in den deutschen Risikogebieten wohnt oder dorthin reisen will. Allerdings sollte man sich rechtzeitig vor einem Urlaub impfen lassen. Erst nach zwei Spritzen baut der Körper einen Schutz vor den Viren auf. Zwischen den Impfungen müssen mindestens drei bis vier Wochen Abstand liegen. Für einen auf Jahre anhaltenden Schutz sind drei Injektionen nötig.

So schützen Sie sich vor Zecken

Wer im Wald oder auf dem Feld unterwegs ist, sollte lange Kleidung tragen, die an Hand- und Fußgelenken eng anliegt. Es gibt eine Reihe von Mitteln, die Zecken vom Körper fernhalten sollen. Anti-Zecken-Lotions und -Sprays versprechen, die gefährlichen Parasiten bis zu sechs Stunden auf Distanz zu halten.

Nach dem Waldbesuch, einem Spaziergang durch hohe Gräser oder Sträucher sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden. Die Tiere saugen sich besonders gerne in den Kniekehlen, an der Leiste, unter den Achseln sowie am Kopf, etwa hinter den Ohren und am Haaransatz, fest. Findet sich eine Zecke, sollte sie umgehend entfernt werden.

Das Tier vorsichtig entfernen

eine Zecke in einer Zeckenzange
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Wald- und Wiesenspaziergänger sollten am besten ein Werkzeug zur Entfernung von Zecken mit sich führen (Zeckenpinzetten gibt es in Apotheken). So ist eine schnelle Entfernung möglich. Die Zecke möglichst hautnah greifen. So wird sie nicht gequetscht und so wird die Freigabe von möglicherweise gefährlichen Körperflüssigkeiten verhindert. Die Zecke nicht mit einem kräftigen Ruck entfernen und auch nicht drehen, sie haben kein Gewinde.

Wann zum Arzt?

  • Wenn eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgeht.
  • Wenn sich die Rötung ausbreitet.
  • Wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird und pocht.
  • Wenn grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen auftreten.


Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie die Zecke richtig entfernt wird oder ob Sie sie ganz entfernt haben, gehen Sie zum Arzt.

So schützen Sie Ihre vierbeinigen Lieblinge

Hund wird eine Zecke entfernt
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Nicht nur für den Menschen, auch für Haustiere wie zum Beispiel Hunde und Pferde, können Zecken als Krankheitsüberträger ein Risiko darstellen.

Ob Zecken Hunde anfallen, hängt immer von der Felllänge und der Hunderasse ab – einige sind weniger, andere stärker anfällig. Es gibt einige Hausmittel, die gegen die Blutsauger vorbeugen sollen. Kreuzkümmelöl – in geringen Mengen dem Futter zugegeben – soll dafür sorgen, dass sich Zecken von Hunden fernhalten. Im Tierbedarf gibt es zahlreiche Anti-Zecken-Mittel zu kaufen. Ein Beispiel dafür sind Zecken-Halsbänder, die es sowohl für Katzen, als auch für Hunde gibt.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2018, 12:04 Uhr

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