Jahrelanger Rechtsstreit zu Ende Besitzer glücklich: Zirkus-Schimpanse "Robby" darf bleiben

BRISANT | 08.11.2018 | 17:15 Uhr

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat entschieden, dass Schimpanse "Robby" im Zirkus bleiben darf. Tierschützer demonstrierten, "Robbys" Besitzer ist glücklich.

Klaus Köhler, Direktor des Zirkus "Belly", liegt in einer Hängematte während Schimpanse "Robby" ihn schaukelt.
Robby wurde nach Gerichtsangaben in einem deutschen Zoo geboren, früh von Artgenossen getrennt und lebt spätestens seit seinem fünften Lebensjahr im Zirkus des Klägers. Bildrechte: dpa

Der seit Jahrzehnten in einem kleinen Zirkus lebende Schimpanse Robby darf weiter bei seinem Besitzer bleiben. Das entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) im niedersächsischen Lüneburg abschließend und gab damit der Beschwerde des Besitzers gegen eine behördliche Anordnung statt. Der Zirkus reagierte erfreut auf den Ausgang des jahrelangen Rechtsstreits.

Robby gehört zur Familie. Er ist mein siebtes Kind. Für ihn gibt es keinen besseren Platz auf der Welt.

Klaus Köhler Zirkusdirektor

Tierschützer enttäuscht

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten äußerte sich dagegen "enttäuscht". Es "ehre" die Familie des Zirkusbetreibers, dass sie um Robby kämpfe, erklärte diese. Ihre Haltung basiere aber "auf einem kompletten Unverständnis der Schimpansennatur".

Nach Angaben von Tierschützern ist der in Gefangenschaft geborene etwa 43-jährige Robby der letzte noch in einem deutschen Zirkus lebende Menschenaffe. Der Schimpanse hätte in der spezialisierten Auffangstation einen "erfüllten Lebensabend" verbringen können.

Verwaltungsrichter: In keinem Fall artgerecht

In dem Verfahren ging es um die Frage, ob das Tier bei seinem Besitzer, dem Chef eines kleineren Zirkus aus Niedersachsen, leben darf. Das OVG kam nach der Anhörung eines Experten zu dem Schluss, dass Robby wegen des Fehlens sozialer Kontakte zu anderen Affen zwar eine schwere Verhaltensstörung aufweise. Es sei allerdings zu beachten, dass der Schimpanse nach einer Resozialisierung in der Spezialeinrichtung lediglich mit einem oder zwei anderen Tieren in einer Kleingruppe leben werde. Auch das sei nicht artgerecht.

Unklar sei zudem, ob der betagte Schimpanse das Ende der bis zu dreieinhalb Jahre dauernden Resozialisierung überhaupt erleben werde. Nur wenige der in Zoos weltweit gehaltenen Affen seien älter, betonte das Gericht.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. November 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 20:54 Uhr

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