Bundespolizei greift ein Zugführer rast mit 2,5 Promille am Bahnhof vorbei

BRISANT | 10.01.2019 | 17:15 Uhr

Ein betrunkener ICE-Lokführer ist am Dienstagabend auf dem Weg von Hamburg nach Leipzig von Bundespolizisten aus dem Zug geholt worden. Nun drohen dem Lokführer ernste Konseqzenzen.

Atemalkoholwert von 2,49 Promille

Wittenberg ( dpa ) - Mit knapp 2,5 Promille ist ein betrunkener ICE-Lokführer am Dienstagabend an Wittenberg vorbeigerauscht. Der Vorfall ereignete sich im ICE 993 von Hamburg nach Leipzig. Der Zugchef habe dann Bundespolizisten angesprochen, die als Passagiere im ICE saßen. Im 40 Kilometer entfernten Bitterfeld sei der Lokführer herausgeholt und abgelöst worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Pirna am Mittwoch. Er bestätigte einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Die örtliche Polizei habe den Atemalkoholwert gemessen und 2,49 Promille gemessen, sagte der Bundespolizeisprecher. "Die genauen Umstände werden derzeit gründlich untersucht." Die Bahn wollte sich zu diesem Punkt nicht äußern.

Reisende mit der S-Bahn zurückgefahren

Ursprünglich sollte der Zug um 22.10 Uhr in Wittenberg halten. Er sei mit 65-minütiger Verspätung an seinem geplanten Ziel Leipzig angekommen. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es: "Wir entschuldigen uns bei unseren Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten, die sie durch die Situation in Lutherstadt Wittenberg bzw. Bitterfeld hatten. Selbstverständlich gelten auch in diesem Fall die Entschädigungsregeln der Fahrgastrechte vollumfänglich." Als offizieller Grund wird eine "Verzögerung im Betriebsablauf" angegeben. Reisende, die nach Wittenberg wollten, seien mit der S-Bahn zurückgefahren, sagte ein Bahn-Sprecher.

Für Lokführer gilt eine Null-Promille-Grenze

Ein Polizist zeigt ein Alkohol-Atemmessgerät.
Bildrechte: dpa

Verstöße gegen die Null-Promille-Grenze würden nach einem strengen Regelwerk geahndet, so die Bahn. Der Triebfahrzeugführerschein werde umgehend eingezogen und dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Um ihn wiederzuerlangen, müsse der Betroffene anhand medizinischer und psychologischer Untersuchungen belegen, dass kein krankheitsbedingter Alkoholmissbrauch vorliegt und eine Wiederholungsgefahr ausgeschlossen ist. Das Eisenbahnbundesamt muss der Rückgabe des Führerscheins zustimmen.

Bahnhof vergessen - nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Lokführer versehentlich an einem Bahnhof vorbeifahren. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren - am 4. Januar 2017 - war schon einmal ein ICE an Wittenberg vorbei gefahren. Der Lokführer bemerkte sein Missgeschick jedoch, stoppte den Zug und fuhr in den Bahnhof zurück. Einen ähnlichen Fall hatte es damals kurz zuvor in Bitterfeld gegeben. Ein besonderes Problem scheint es in Wolfsburg zu geben. Mehrfach sind Züge schon an der VW-Stadt vorbeigerauscht, auch Göttingen und Uelzen ( Niedersachsen ) waren schon betroffen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 19:07 Uhr

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