Vierte Corona-Welle Welche Corona-Regeln gelten in den einzelnen Bundesländern?

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle verschärfen die meisten Bundesländer ihre Corona-Regeln. Während bislang geimpfte, genesene und getestete Menschen gleichermaßen Zugang zu den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens hatten, hat sich das vielerorts durch 2G geändert. Was in den einzelnen Bundesländern gilt, erfahren Sie hier. Ein Überblick.

Schild an der Tür mit der Aufschrift 2G-Nachweispflicht
In vielen Bundesländern setzt sich 2G als Corona-Maßnahme durch. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Ob im Kino oder bei Veranstaltungen, in der Gastronomie, beim Friseur oder im Handel: In zahlreichen Bundesländern gelten seit dem 2. Dezember neue Corona-Einschränkungen. Ab einer Inzidenz von 350 greifen härtete Maßnahmen, zum Beispiel müssen dann Clubs und Diskotheken schließen. Für die konkrete Umsetzung sind jedoch die Bundesländer verantwortlich. In allen öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz gilt flächendeckend 3G.

Private Treffen, an denen Menschen teilnehmen, die weder geimpft noch genesen sind, sind ab sofort auf den eigenen Haushalt plus maximal zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre.

Was wo in Sachen 2G (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) und 3G (Geimpfte, Genesene und Getestete ) gilt, zeigt ein Überblick:

Baden-Württemberg

Bei Veranstaltungen, im Restaurant, im Zoo, im Fitnessstudio und im Einzelhandel gilt 2G plus. Ausnahmen gibt es etwa für Religionsveranstaltungen, ebenso Geschäfte der Grundversorgung.

Menschen mit einer Boosterimpfung und Menschen, deren Grundimmunisierung oder Genesung maximal 6 Monate her ist, sind von der zusätzlichen Testpflicht bei 2G plus ausgenommen. Kinder bis 17 Jahre haben bis Ende Januar 2022 mit einem tagesaktuellen Schnelltest Zutritt zu 2G-Einrichtungen.

Bayern

Seit dem 24. November gilt quasi flächendeckend die 2G-Regel: Zu Friseuren, Restaurants, Hotels, zum Einzelhandel, Hochschulen sowie Bibliotheken haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang. 2G plus gilt etwa für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen und Tagungen sowie Freizeiteinrichtungen aller Art, etwa Zoos, Bäder und Seilbahnen.

In der Gastronomie gilt eine Sperrstunde ab 22.00 Uhr. Alle Clubs, Discos und Kneipen sind zu.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1.000 gilt: Gastronomie, Sport- und Kulturstätten, Kosmetikstudios müssen schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturevents aller Art werden untersagt. Anders als zunächst geplant dürfen aber Friseurgeschäfte nun doch offen bleiben.

Neu ist eine Kulanzfrist: Kinder sollen künftig bis zu einem Alter von zwölf Jahren und drei Monaten automatisch zu allen Bereichen mit 2G-Beschränkung zugelassen werden. Sie dürfen nun also drei Monate länger automatisch Freizeiteinrichtungen und Ähnliches besuchen, wenn sie noch nicht gegen Corona geimpft oder genesen sind.

Berlin

Zu den meisten Geschäften, zu Restaurants, Kinos, Theatern oder Museen haben in der Hauptstadt nur noch geimpfte Menschen und Genesene Zutritt, nicht jedoch Ungeimpfte. Ausgenommen ist die Grundversorgung. Clubs und Discos haben mit 2G offen - getanzt werden darf aber nicht.

3G gilt für Sport im Freien und auf Bahnsteigen.

Brandenburg

Die 2G-Regel gilt im Einzelhandel, Gaststätten, Theatern, Kinos, Konzerthäusern und Freizeitbädern. In Bars, Clubs und Diskotheken gilt 2G plus.

Ab dem 15. Dezember sollen folgende Vorgaben gelten: Treffen dürfen sich nur der eigene Haushalt mit höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts, sofern nicht alle davon geimpft sind. Kinder bis 12 Jahren sind ausgenommen. Damit setzt das Land die Bund-Länder-Verabredung um.

In Hotspots mit einer Inzidenz von 750 gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Das gilt schon jetzt und wird auch nach dem 15. Dezember gelten.

Bremen

2G ist in vielen Bereichen in der Hansestadt schon Voraussetzung, auch in der Gastronomie. 

In der Schule gilt für alle Kinder ab der ersten Klasse Maskenpflicht im Unterricht.

Hamburg

2G-Regel gilt im Einzelhandel. Für Fitnessstudios, Kultur, Bars oder Gastronomie gilt ab dem 10. Januar 2G plus. Friseure, Fußpflege und medizinische Behandlungen sind ausgenommen. Wo 2G gilt, muss eine medizinische Maske getragen werden. Fußball findet nur noch als Geisterspiele statt.

Jugendliche unter 16 sollen vorerst noch von der 2G-Regel ausgenommen werden.

Hessen

2G gilt im Einzelhandel, für Übernachtungen zu touristischen Zwecken, im Innensport, Kulturstätten oder Veranstaltungen (Kino, Theater, Lesung etc.). Maskenpflicht in Innenräumen ist bei 2G am Sitzplatz Pflicht - das gilt auch für Schulen! Ausgenommen ist nur die Gastronomie.

Für Veranstaltungen in Innenräumen gilt ab einer Teilnehmerzahl von elf Personen 2G, ab 101 Gästen 2G plus und ab 250 Teilnehmern muss die Veranstaltung genehmigt werden. 2G plus gilt für Clubs und Discos.

Bei Friseuren gilt weiterhin 3G und eine FFP2-Maskenpflicht.

Mecklenburg-Vorpommern

Für Städte und Landkreise, die auf der landeseigenen Corona-Warnampel die dritte von vier Warnstufen ("Orange") erreichen, gilt die 2G-Regel. Ausgenommen sind Kinder unter 7 Jahren, 7- bis 17-Jährige müssen aber einen tagesaktuellen Test vorlegen.

In Einzelhandel, Theatern, Gaststätten, Sportveranstaltungen im Außenbereich (!), Kosmetikstudios, Museen, Kinos, Fitnessstudios und Hotels gilt 2G plus. Bei der Nutzung von Ferienhäusern oder Ferienwohnungen ohne Gemeinschaftseinrichtungen reicht ein tagesaktueller negativer Test bei Anreise aus. Täglich testen lassen müssen sich hingegen Geschäftsreisende oder Kurgäste, die ungeimpft sind.

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen darf sich nur ein Haushalt mit höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis 14, Geimpfte und Genesene werden nicht mitgerechnet.

Niedersachsen

Die Corona-Warnstufe ist auf 2 gesprungen. Daher gilt 2G plus für den Friseur sowie Theater- und Kinobesuche und die Gaststätte. Ausgenommen sind Menschen, die bereits die Booster-Impfung erhalten haben. Ebenfalls ausgenommen sind Kleinstbetriebe körpernaher Dienstleistungen (z.B. Kosmetikstudio) sowie Gastronomiebetriebe von einem zusätzlichen Test, wenn letztere nur 70 Prozent ihrer Kapazität nutzen. Im Einzelhandel und im ÖPNV muss eine FFP2-Maske getragen werden.

Für den Hallensport wurde die Möglichkeit eingeräumt, bei einer Begrenzung auf 10 Quadratmeter pro sporttreibende Person ebenfalls auf Tests zu verzichten. Auch dort bleibt es dann bei 2G.

Für Ungeimpfte gilt: ein Haushalt plus zwei weitere Personen aus einem anderen Haushalt dürfen sich treffen. Kinder unter 14 Jahre zählen nicht mit.

Nordrhein-Westfalen

Im Einzelhandel gilt flächendeckend 2G, die Grundversorgung ist ausgenommen. Großveranstaltungen ab einer Zuschauerzahl von 1.000 finden nur mit 30 Prozent der Kapazitäten statt. Stehplätze gibt es nicht.

Bei privaten Feiern von Geimpfen und Genesenen gilt die Obergrenze: 50 Personen drinnen und 200 Personen draußen. Clubs und Discos sind geschlossen.

Für Ungeimpfte gilt: ein Haushalt plus zwei weitere Personen aus einem anderen Haushalt dürfen sich treffen. Kinder bis 13 Jahre zählen nicht mit.

Rheinland-Pfalz

Bei Veranstaltungen in Innenräumen, in Hotels, Restaurants, beim Innensport, in Kinos, Theaters, Spielbanken, Museen oder den Innenbereichen von Zoos gilt 2G plus. Menschen, die bereits eine Booster-Impfung bekommen haben, sind von der Testpflicht befreit. Das gilt allerdings nur für Bereiche, in denen die Maskenpflicht durchgängig eingehalten wird, also NICHT im Restaurant.

2G gilt für Außengastronomie, im Außensport oder Freizeitparks. Ausnahmen gibt es für Kinder unter 12 Jahre und drei Monate. Sie benötigen keinen Test. Ungeimpfte Kinder bis 17 müssen einen Test vorzeigen.

Ungeimpfte dürfen sich privat und im öffentlichen Raum nur noch mit Personen aus dem eigenen Haushalt sowie zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit.

Saarland

In der Außengastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Veranstaltungen gilt 2G. Wer in die Innengastronomie möchte, ins Hotel, Schwimmbad, Fitnessstudio, Theater, Kino, Museum oder zur Massage, braucht zusätzlich zu 2G einen Test (2G plus). Fast überall gilt Maskenpflicht.

Ungeimpfte dürfen sich neben den Angehörigen des eigenen Hausstands nur noch mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 18 Jahre zählen nicht mit.

Sachsen

Für den Einzelhandel gilt die 2G-Regel. Maskenpflicht im öffentlichen Raum, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Mit Ausnahme von Bibliotheken sind alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Hotels zu touristischen Zwecken geschlossen. Für Restaurants und Gaststätten, die nur bis 20 Uhr öffnen dürfen, ist ein 2G-Nachweis erforderlich. Ebenso für Friseure. In Regionen mit einer Wocheninzidenz von mehr als 1.000 werden nächtliche Ausgangssperren fällig.

Ungeimpfte dürfen sich neben den Angehörigen des eigenen Hausstands nur noch mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres zählen nicht mit. Auf öffentlichen Plätzen ist der Ausschank und Konsum von Alkohol untersagt. Es dürfen sich höchstens 10 Menschen treffen.

Sachsen-Anhalt

2G-Pflicht unter anderem im Einzelhandel, für Veranstaltungen ab 50 Personen, die Innengastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und bei privaten Übernachtungen in Hotels. Auch Stadtrundfahrten oder Seniorenbegenungsstätten fallen darunter.

Unter die 2G plus-Regelung fallen Sportveranstaltungen, Volksfeste und Veranstaltungen von Chören sowie Clubs.

In den Schulen gilt Maskenpflicht für alle Klassenstufen.

Für Ungeimpfte gilt: Es dürfen sich nur noch Personen eines Haushalts mit bis zu zwei weiteren Personen eines anderen Haushalts treffen, ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren.

Schleswig-Holstein

Das Grundprinzip lautet: Bei Freizeitveranstaltungen gilt drinnen 2G, für berufliche Veranstaltungen und für Jugendliche 3G. Kinder bis 7 Jahre und minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, sind ausgenommen.

2G gilt in Diskotheken, bei Dienstleitungen mit Körperkontakt, Sport in Innenräumen, außerschulischen Bildungsangeboten, Touristenübernachtungen in Hotels sowie auf Weihnachtsmärkten. 3G gilt für Friseure, Physiotherapie, Augenoptiker- oder Hebammendienste.

Private Zusammenkünfte innerhalb geschlossener Räume sind nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig. Ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren.

Thüringen

2G gilt in der Gastronomie, im Hotel und für Veranstaltungen mit weniger als 50 Teilnehmern. Ab 22 Uhr gilt eine Sperrstunde in der Gastronomie.

Ab dem 13. Dezember gilt eine Verschärfung: In Hotspots mit einer Inzidenz von 1.000 soll für Hotels und Restaurants 2G plus gelten, ab einer Inzidenz von 1.500 soll die Gastronomie schließen.

Clubs, Bars, Thermen sind zu. In Fitnessstudios gilt 2G plus. Ausnahmen gibt es für den Schulsport.

Ungeimpfte dürfen sich höchstens mit zwei weiteren haushaltsfernen Personen treffen. Kinder unter 12 Jahre werden nicht mitgezählt. Außerdem dürfen sie ihre Wohnung zwischen 22 und 5 Uhr nur noch aus einem triftigen Grund verlassen.

Stand: 09.11.

(BRISANT/dpa/afp)

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