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2G-Regel - wer nicht geimpft ist, muss draußen bleiben. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Vierte Corona-WelleBayern, Baden-Württemberg und Sachsen - Wo gilt die 2G-Regel?

Stand: 03. November 2021, 19:37 Uhr

Die steigenden Corona-Zahlen und die zunehmende Belegung von Intensivbetten durch Covid-19-Patienten machen eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen notwendig. Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg haben ihre Corona-Schutzverordnungen bereits angepasst. Von den neuen Einschränkungen betroffen sind vor allem Ungeimpfte. Von einigen Bereichen des öffentlichen Lebens könnten sie künftig ausgeschlossen sein.

Angesichts steigender Infektionszahlen und schwindender Bettenkapazitäten auf den Intensivstationen verschärfen die ersten Bundesländer die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Davon betroffen sind vor allem Menschen ohne Corona-Impfung. In Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg werden sie künftig von einigen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sein. Für andere müssen sie einen negativen PCR-Test nachweisen können.

Baden-Württemberg: 3Gplus ab 3. November

Nachdem die kritische Schwelle von 250 Covid-Intensivpatienten in Baden-Württemberg zwei Werktage in Folge deutlich überschritten wurde, gilt landesweit die Warnstufe. Das erhöht den Druck auf bislang nicht gegen das Coronavirus geimpfte Menschen erheblich.

Denn wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für die Teilnahme an vielen Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen seit dem 3. November einen teuren PCR-Test vorweisen können. Dazu zählen öffentliche Veranstaltungen oder der Besuch von Museen, Theatern, Kinos oder Restaurants. Die Kosten für den negativen PCR-Test müssen selbst getragen werden.

Außerdem darf sich ein Haushalt nur noch mit fünf weiteren Personen treffen. Davon ausgenommen sind Genesene und Geimpfte, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Paare, die in getrennten Wohnungen leben, gelten als ein Haushalt.

Steigt die Intensivbetten-Belegung weiter, droht ab 390 Covid-Patienten auf den Intensivstationen die sogenannte Alarmstufe. Dann wären Ungeimpfte in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aufgrund der 2G-Regelung außen vor. Auch die Kontaktbeschränkungen würden weiter verschärft. Ungeimpfte dürften sich dann nur noch mit einem Haushalt und einer weiteren Person treffen.

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten auf den Intensivstationen steigt. Bildrechte: dpa

2G statt 3Gplus: Bayern verschärft Corona-Regeln in Hotspot-Landkreisen

In Bayern sind die Corona-Regeln in Hotspot-Landkreisen, in denen die Inzidenz über 300 und die Auslastung der Betten auf den Intensivstationen bei über 80 Prozent liegt, zum 1. November verschärft worden. Dort sind in allen Bereichen, in denen bislang medizinische Masken getragen werden mussten, nun wieder FFP2-Masken Pflicht. Lediglich in Schulen und am Arbeitsplatz gelten weiterhin die bayernweiten Regelungen.

Außerdem sind in den Hotspot-Landkreisen die Zugangsregelungen verschärft worden: In Diskotheken und Clubs gilt nun 2G statt 3Gplus. Damit ist ein Besuch nur noch geimpften und genesenen Personen möglich. Das Personal ist davon ausgenommen.

Ausnahmen gelten für Gastronomie, Hotels und körpernahe Dienstleistungen wie Friseure. Hier bleibt es bei 3Gplus. Wer weder geimpft noch genesen ist, kann nur noch mit einem negativen PCR-Test in Restaurants essen.

Doch nicht nur in den Corona-Hotspots, für ganz Bayern gelten ab dem 6. November strengere Corona-Maßnahmen. Zum einen wird für Schüler erneut die Maskenpflicht im Unterricht eingeführt, zum anderen ist die sogenannte Krankenhausampel angepasst worden. Die springt nun bereits bei 450 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten auf Gelb, bei mehr als 600 Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen auf Rot.

Bei Stufe Gelb werden unter anderem die Zutrittsregeln verschärft. Für Veranstaltungen, kulturelle Einrichtungen oder Restaurants gilt dann die 3Gplus-Regel. Zutritt haben nur Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte, die einen negativen PCR-Test vorweisen können. Für Clubs, Discotheken und Bordelle ist dann nur noch 2G erlaubt. Zudem müssen Menschen wieder verpflichtend eine FFP2-Maske tragen, wo Maskenpflicht besteht.

Bei Stufe Rot wird die 3G-Regel auf den Arbeitsplatz ausgeweitet. Darüber hinaus gilt das 2G-Modell, etwa für Konzerte, Sportveranstaltungen und ähnliche Events. Davon ausgenommen sind körpernahe Dienstleistungen wie Friseure und die Gastronomie, dort soll stattdessen 3Gplus gelten.

Steht die Krankenhausampel auf Rot, soll in Bayern auch am Arbeitsplatz 3G gelten. Bildrechte: dpa

Sachsen: 2G in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens Pflicht

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gilt in Sachsen ab dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung mit deutlich verschärften Regeln. Innengastronomie, Veranstaltungen und Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars dürfen dann nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden. Bislang durften die Veranstalter und Betreiber selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel umsetzen wollen. Abstand, Masken und eine begrenzte Besucherzahl sollen trotz 2G bestehen bleiben.

Auch für Großveranstaltungen soll künftig die 2G-Regel gelten. Davon betroffen sind Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Dazu zählen unter anderem Fußballspiele, Weihnachtsmärkte und Bergparaden.

Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten. Wo das nicht möglich ist, wird empfohlen, am Arbeitsplatz die 3G-Regel umzusetzen. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist erneut das Tragen von FFP2-Masken Pflicht.

Wer in Sachsen ins Restaurant möchte, mab dem 8. November geimpft oder genesen sein. Bildrechte: dpa

dpa/BRISANT

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 03. November 2021 | 17:15 Uhr