Rettungskräfte helfen bei der Suche nach einem zweijährigen Jungen, der beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt sein soll.
Der 110 Meter tiefe Schacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei einer Erkundungsbohrung entstanden. Demnach war das Loch nicht abgesichert. Bildrechte: dpa

Spanien bangt Junge (2) in mehr als hundert Meter tiefes Bohrloch gefallen

BRISANT | 15.01.2019 | 17:15 Uhr

Rettungskräfte helfen bei der Suche nach einem zweijährigen Jungen, der beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt sein soll.
Der 110 Meter tiefe Schacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei einer Erkundungsbohrung entstanden. Demnach war das Loch nicht abgesichert. Bildrechte: dpa

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: In der Gemeinde Totalán in der Provinz Málaga im Süden Spaniens ist ein Zweijähriger in ein enges und mehr als hundert Meter tiefes Bohrloch gefallen. Rettungskräfte versuchen, den kleinen Julen zu finden und aus dem schmalen Brunnenschacht zu retten.

Bislang keine Spur

Der Kleine soll am Sonntagmittag bei einem Ausflug seiner Familie aufs Land in den offenen Schacht gefallen sein, der nur einen Durchmesser von rund 25 Zentimeter hat. Mit einer Kamera drang man bis in eine Tiefe von knapp 80 Metern vor und fand dort eine Tüte mit Süßigkeiten, die Julen bei sich gehabt hatte. Weil sich Erde gelöst habe, die den Schacht verstopfe, komme man mit der Kamera bisher aber nicht weiter, teilten die Rettungsteams mit. Der Schacht ist insgesamt 110 Meter tief. Versuche, den Vermissten zu orten, schlugen bislang fehl.

Rettungskräfte helfen bei der Suche nach einem zweijährigen Jungen, der beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt sein soll.
An der Suche beteiligen sich gut hundert Angehörige der Feuerwehr, der Polizei, des Zivilschutzes und anderer Notdienste. Bildrechte: dpa

Zweiter Schacht soll gebohrt werden

Die Polizei hatte am Montag eingeräumt, man habe zwar "noch keinen physischen Beweis" dafür, dass das Kind tatsächlich in dem Loch sei. Aufgrund der Angaben der Eltern, die das Kind im Schacht hätten weinen hören, schließe man andere Möglichkeiten zunächst aber aus. Nach der Abtragung der abgelösten Erde und der Verstärkung der Innenwände des Schachtes wollte man möglichst noch am Dienstag parallel zum Schacht ein zweites Bohrloch anlegen, um zu dem Kind zu gelangen. Zudem wurde erwogen, mit Spezialmaschinen den Schacht auszuweiten.

"Suche erst zu Ende, wenn der Junge gefunden wurde"

Der Einsatz sei kompliziert, sagte die Regierungsdelegierte in Málaga, María Gámez, dem Sender Antena 3. In dem Erdloch sei es feucht und kalt. Zudem sei niemand technisch auf eine Rettungsaktion "in einem solch engen Loch" vorbereitet. Die Eltern seien "am Boden zerstört", sagte die Sprecherin des Rettungsdienstes in der Region Andalusien, Elena Trigo. Es gebe vorerst noch keine Neuigkeiten, teilte der nationale Unfallnotdienst am Dienstag auf Twitter mit. Die Suche werde aber erst beendet, wenn der Junge gefunden wurde.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 16:05 Uhr

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