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Eine vierte Corona-Impfung bringt anscheinend wenig Nutzen. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

StudieTrotz zweiter Booster-Impfung kein erhöhter Schutz gegen Corona-Infektion

Stand: 19. April 2022, 17:10 Uhr

Der Schutz der zweiten Booster-Impfung für Über-60-Jährige hält weniger lang an als erhofft. Laut einer israelischen Studie schützt die vierte Corona-Impfung nur wenige Wochen. Für Jüngere ist sie noch fraglicher.

Als erstes Land hat Israel Menschen ab 60 Jahren eine zweite Booster-Impfung empfohlen. Eine landeseigene Studie zeigt nun: Diese vierte Corona-Impfung senkt das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung zwar deutlich, aber auch der Langzeitschutz vor einer Infektion verschwindet rascher als erhofft. Der Schutz durch die zweite Auffrischungsimpfung ließ demnach bereits nach sechs Wochen nach.

In Zahlen: die Rate an schweren Covid-19-Verläufen war bei den Vierfach-Geimpften nach vier Wochen 3,5 mal niedriger als bei Menschen, die nur drei Corona-Impfungen hatten.

Die Forscher haben nur die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer untersucht. Rund 1,25 Millionen Menschen über 60 nahmen an der Studie teil. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Schutz vor Corona-Infektion nach 6 Wochen verschwunden

Nach vier Wochen waren die Zweifach Geboosterten immer noch besser vor einer Coronainfektion geschützt als die dreifach Geimpften, nach sechs Wochen war dieser Unterschied aber weitgehend verschwunden. Doch der Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf blieb in den sechs Wochen nach der Impfung erhalten.

Wie lange dieser Schutz bestehen bleibt, konnte aufgrund des kurzen Zeitraums der Studie nicht beantwortet werden. Weitere Studien müssten folgen, so die Forscher.

Stiko empfiehlt zweiten Booster für Ü-70-Jährige

Seit Mitte Februar empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Menschen ab 70 Jahren eine zweite Auffrischimpfung gegen das Coronavirus. Auch medizinischem Personal, Bewohnerinnen von Pflegeheimen und Menschen mit Immunschwäche wird zum zweiten Booster geraten.

Zweiter Booster für Jüngere fraglich

In einer weiteren Studie haben israelische Forscher auch die Wirkung einer zweiten Auffrischung auf Jüngere untersucht. 274 Angestellte des Gesundheitswesens nahmen an der Studie teil. Die Ergebnisse sind ernüchternd, denn ein zweiter Booster brachte im Grunde nur "geringfügigen Nutzen", wie es hieß. Die Antikörperzahlen waren vergleichbar mit denen nach einer dritten Impfstoffdosis - also dem ersten Booster. Einen zusätzlichen Schutz vor einer Ansteckung sahen die Forscher nicht.

Jüngere Menschen haben nach drei Impfungen offenbar ihren Antikörperspiegel optimiert. Bildrechte: dpa

Die maximale Immunität gegen Corona wird also mit der dritten Impfung erreicht. Nach einigen Monaten fällt der Antikörperspiegel wieder ab. Und der kann durch die vierte Impfung nur wieder hergestellt werden, nicht aber gesteigert. Diese Studie wurde ebenfalls im Fachblatt New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Quelle: NEJM

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 07. April 2022 | 17:15 Uhr