Spezial "Humor im Osten" Beliebte Komiker und Kabarettisten

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die beliebtesten Komiker und Kabarettisten aus dem Osten vor – anfangen bei der Mundartdichterin Lene Voigt, weiter über Eberhard Cohrs bis zur Showgröße Helga Hahnemann und hin zu den Kabarettisten Bernd-Lutz Lange und Gunter Böhnke.

Kabarettisten wurden vom DDR-Publikum gefeiert. "Die trauen sich was...", meinten die Zuschauer bewundernd. Denn die Künstler sagten auf der Bühne das, was die Bevölkerung landauf und landab nur dachte. Das Kabarett war in der DDR ein staatlich genehmigtes Ventil. Der Staat bezahlte, förderte und verwaltete seine Kritiker. Keine leichte Situation für die Berufssatiriker, die im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen an ihr Metier und der staatlichen Zensurbehörde standen.

"Wir haben zwischen den Zeilen gespielt und die Zuschauer haben zwischen den Zeilen gehört, dafür waren die DDR-Bürger hoch sensibilisiert. Die Leute haben die leiseste Anspielung zur Kenntnis genommen, wussten damit etwas anzufangen, haben das in den Kontext zu ihrer Realität gesetzt. Sie hatten ihr Denkvergnügen daran, nicht Ausgesprochenes erkannt und entschlüsselt zu haben", erklärt Hans-Günther Pölitz, der Gründer des Kabaretts "Magdeburger Zwickmühle".

Ob die allgemeine Versorgungslage, die Stasi, der Staatsratsvorsitzende oder der große sozialistische Bruder im Osten – Anlass für Spott und Kritik gab es in der DDR genug. Reichhaltigster Fundus für Witz, Humor und Kabarett war aber vor allem das Leben selbst. Allein die Beschreibung des Alltags – also der Widerspruch zwischen sozialistischer Theorie und Praxis – geriet fast immer zur Groteske.

Die Porträts der Künstler:

Literaturempfehlungen: Joachim W. Jaeger: Humor und Satire in der DDR – Ein Versuch zur Theorie; 1984.

Sylvia Klötzer: Satire und Macht – Film, Zeitung, Kabarett in der DDR; 2006.

Ulrike Häußer, Marcus Merkel: Vergnügen in der DDR; 2009.

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2011, 10:58 Uhr