Thorsten Heinrich erzählt seine Geschichte Der Fußball hat mein Schicksal aktiv mitbestimmt

von Thorsten Heinrich

Im Januar 1990 besuchte ich als Fan des FC Schalke 04 das Hallenturnier in der Grugahalle in Essen. Schon lange vor dem Turnier sind wir angereist, um uns bei ein paar Kaltgetränken in der Stadt einzustimmen. Beim Gang in eine Gaststätte begegneten wir Mitgliedern des Fan-Clubs-Wüstenbrand vom damaligen FC Karl-Marx-Stadt und kamen ins Gespräch. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, obwohl wir aufgrund des Dialektes kaum etwas verstanden ... ;-))

Der FC Karl-Marx-Stadt gewann das Turnier und wir feierten gemeinsam diesen Erfolg, die Kontaktdaten wurden getauscht ... Dies war der Beginn meines neuen Lebensweges. In der nahen Folgezeit besuchten wir ein paar mal die Fans in Wüstenbrand, einige von ihnen besuchten uns im Sauerland. Zu Pfingsten war unser damaliger Schalke-Fan-Club zu Gast in Wüstenbrand. Unvergessliche Tage mit bleibenden Eindrücken für alle Beteiligten ... Noch heute bekommen wir Gänsehaut und feuchte Augen, wenn wir uns an dieses Pfingsten zurück erinnern.

Währungsunion hautnah

Im September erfolgte der Gegenbesuch im Möhnetal. In der Zwischenzeit war ich unzählige Male zu Gast in Wüstenbrand. Ich genoss die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft und war verzückt von den vielen neuen Eindrücken, den vielen Erlebnissen. Ein Höhepunkt war ganz sicher das Wochenende der Währungsunion, aber eigentlich erlebte man bei jedem Besuch etwas Besonderes. Es war eine ergreifende Zeit, eine Zeit, in der sich sehr viel, sehr rasant veränderte ... Und ich mittendrin.

Mitten drin bei den Einheitsfeiern

Ich bin dankbar dafür, diese tolle Wendezeit derart intensiv und hautnah miterlebt haben zu dürfen. Heute weiß ich: Das war die schönste und intensivste Zeit meines Lebens. Anfang September lernte ich eine junge Dame namens Peggy bei einem meiner Besuche kennen, drei Wochen später, am letzten September-Wochenende 1990, wurden wir ein Paar. In der Nacht der Deutschen Einheit fand das Uefa-Cup-Rückspiel zwischen dem Chemnitzer FC und dem BvB statt, anschließend feierte ganz Deutschland den Vollzug der Einheit unseres Landes. Wir waren selbstverständlich live dabei.

20 Jahre glücklich verheiratet

Bereits zu Weihnachten 1990, bis dato führten wir eine intensive Wochenendbeziehung, zog Peggy zu mir nach Warstein, im Mai 1991 heirateten wir, im November 1991 kam unser Sohn Tim zur Welt. Wir sind nun beinahe 20 Jahre verheiratet, unser Sohn wird bald 19 und wir sind "alt" (44/38) geworden... ;-)) Der Fußball hat mein Leben schon immer stark beeinflusst, das ist auch heute noch so. Als Trainer der SpVg Möhnesee (Kreisliga A) gebe ich meine Erfahrung an meine wunderbare, junge Mannschaft weiter.

Ziel: Lebensabend im schönen Sachsen

Auf Schalke fahre ich nicht mehr so oft, dafür bin ich seit der Wendezeit Fan des Chemnitzer FC. Die Liebe zu den Himmelblauen ist stetig gewachsen, ich habe viele Freunde und Bekannte in der Fanszene des CFC. In Wüstenbrand/Chemnitz fühle ich mich derart pudelwohl, dass es längst zu meiner zweiten Heimat geworden ist. Und ich bin mir sicher, irgendwann werden wir in die Region, wo mit dem Fußball alles begann, zurückkehren und uns dort einen schönen Lebensabend bereiten. Ein Leben inmitten von den immer noch so herzlichen, gastfreundlichen und lieben Menschen in Sachsen.

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2010, 18:11 Uhr