Vierteilige Dokumentation "Damals in der DDR"

Im Mittelpunkt der vierteiligen Fernsehdokumentation "Damals in der DDR" steht das Leben und Erleben von Menschen, die die DDR aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln kennen gelernt haben. Die Fernsehserie möchte in den Alltag eintauchen, will Biografien in all ihren Brüchen darstellen. Amateurfilme, Fotos und Dokumente zeigen ein anderes, ein privates Bild der DDR.

Teil 1: Neubeginn auf Russisch am 8. November, 21.45 Uhr

Deutschland in den fünfziger Jahren: Kalter Krieg, ein geteiltes Land. Sozialismus nach sowjetischem Vorbild im Osten. Kollektivierung, Massenflucht, aber auch bescheidener Wohlstand...

Johannes Decker: kam 1950 zur Wismut, die sich im Laufe der Jahre zum drittgrößten Uranabbauunternehmen der Welt entwickelt und bis 1953 allein von der Sowjetunion geleitet wurde. Johannes Decker wurde hier zum Markscheider, zum Vermesser unter Tage ausgebildet. Mit gerade einmal 23 Jahren war er für die Sicherheit von 4000 Kumpeln in seinem Revier verantwortlich.

Johanna Danschke: musste nach dem 17. Juni 1953 mit ihren kleinen Kindern und dem privaten Elektrogeschäft alleine zurechtkommen. Ihr Mann war nach dem Volksaufstand verhaftet worden.

Irene Geismeier: fuhr im August 1951 zu den Weltfestspielen der Jugend nach Ost-Berlin – und zur Agitation in den Westen.

Erna Lindemann: stand ihre Frau in einer Männerdomäne. Sie war Kranführerin in Rostock – die Werft war ihre Welt. Eine "Heldin der Arbeit".

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Teil 2: Utopie hinter Mauern am 15. November, 21.45 Uhr

Sechziger Jahre: Die DDR zwischen Mauerbau und Prager Frühling. Der Aufbau des Sozialismus geht stetig voran, neue Rituale werden geschaffen. 1968 begraben sowjetische Panzer aufkeimende Hoffnungen...

Hildegard Kruse: ging illegal aus dem Westen über die grüne Grenze in den Osten, um ihre Familie zu besuchen. Trotz vieler Gesuche hatte sie von der DDR-Regierung keine Besuchsgenehmigung erhalten.

Wolfgang Engels: raste mit einem Schützenpanzerwagen durch die Berliner Mauer und schaffte so die Flucht in den Westen, woraufhin sich seine Mutter von ihrem Sohn lossagte.

Klaus Oelschläger: erlebte die Jugendweihe mit seinem Zwillingsbruder in Halle. Erich Honecker hielt eine Rede und kam später zum Gratulieren, worüber das Abendessen der Familie Oelschläger kalt wurde.

Wolfgang Siebedorn: war Initiator des Piratensenders "Freies Paunsdorf" in Leipzig.

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Teil 3: Plan und Pleite am 22. November, 21.45 Uhr

Die siebziger Jahre: Die Partei predigt die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Gigantische Subventionen, Mangel an Konsumgütern, Mangel an Produktionsmaterial - aber über allem schwebt der "Plan". Improvisation und Flickschusterei, ein nicht gedeckter Scheck, der bald platzen wird...

Hildegard Gaedike: verbrachte einen unvergesslichen Urlaub im Hotel Neptun. Luxus für ein paar hundert DDR-Mark, eine Folge des neuen sozialpolitischen Kurses seit dem Amtsantritt Honeckers.

Günter Steiner: musste erleben, wie seine Spielzeugfirma "CM Breitung" enteignet wurde.

Eberhardt Obst: arbeitete im Dieselmotorenwerk Rostock. Alle Betriebe sollten Konsumgüter produzieren. Obst entwickelte ein Leichtmetallboot fürs Autodach, welches bei der Probefahrt versank.

Dieter Baumann: musste am Neujahrsmorgen 1979 frühzeitig aus seinem Urlaub zurückkehren, da die Auswirkungen des Katastrophenwinters die Energieversorgung lahm legten.

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Teil 4: Partei ohne Volk am 29. November, 21.45 Uhr

Die achtziger Jahre: Die SED durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft. Wo sie nicht agitieren kann, da ist die Stasi Schild und Schwert. Doch das Volk läuft der Partei davon, die marode Wirtschaft, katastrophale Umwelt und unterdrückte Freiheit lassen es am Ende aufbegehren...

Ingeborg Hoerenz: Selbst im letzten Winkel der DDR, auf Hiddensee, inszenierte die Partei den 1. Mai. Ingeborg Hoerenz bügelte wie jedes Jahr die DDR-Fahne – und sie hielt die Rede bei der zentralen Kundgebung.

Siegfried Rheiss: Politischer Mitarbeiter der SED-Kreisleitung Gotha. Er erlebte, wie in schwierigen Zeiten SED-Argumentationshilfen aus Berlin kamen. Meist hatten diese wenig mit der Wirklichkeit zu tun.

Beate Wedekind (Ziehten): stellte mit ihrer Familie einen Ausreiseantrag und bekam massive Probleme. Sie wurde von der Stasi bespitzelt.

Gerald Wahrlich: gründete mit anderen in Wiederstedt eine Art Bürgerinitiative, um ein altes Schloss zu retten, das nach dem Willen der SED-Kreisleitung Hettstedt abgerissen werden sollte.

Karl-Heinz Reiche: geriet als 19-jähriger Offiziersbewerber in die gewaltsamen Auseinandersetzungen am Dresdner Hauptbahnhof im Herbst 1989. Damals fuhren die Züge mit den Botschaftsflüchtlingen aus Prag durch die Stadt.

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Zuletzt aktualisiert: 11. November 2004, 16:03 Uhr