Infratest dimap im Auftrag des MDR Osten hat Interesse an Glauben verloren

Nach dem Mauerfall 1989 hat sich das Leben vieler Deutscher verändert. Sind sie religiöser geworden oder wünschen sie sich vielmehr eine striktere Trennung von Staat und Kirche? Welches Christfest ist ihnen noch heilig? Im Frühjahr 2011 hat der MDR eine Studie zu Kirche und Glaube in Deutschland in Auftrag gegeben.

Ein Fünftel der Deutschen hat nach dem Mauerfall 1989 das Interesse am Glauben verloren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des MDR hervor. 20 Prozent der Befragten erklärten, dass die Religion seit der Wende für sie "unwichtiger geworden" sei. Ausschlaggebend für die Antwort war, woher die Befragten kamen und weniger, welche Konfession sie hatten. So ist vor allem für die Ostdeutschen (30 Prozent) der Glaube nach der Wende unwichtiger geworden. Im Westen erklärten dies nur 18 Prozent. Vielmehr hat sich für viele Westdeutsche in ihrem Glauben an Gott auch durch die Wende nichts geändert. Die Hälfte der im Westen Befragten (48 Prozent) erklärte, die Religion sei ihnen "genauso wichtig wie vorher geblieben". In Ostdeutschland waren das nur gut ein Viertel der Befragten (26 Prozent).

Gefaltete Hände
Für ein Drittel der Ostdeutschen ist seit der Wende der Glaube unwichtiger geworden. Bildrechte: MDR/ Diana Köhler

Ein Großteil derer, die ihren Glauben an Gott trotz Mauerfall als unverändert ansehen, sind Angestellte (48 Prozent) und Rentner (47 Prozent). Je älter die Befragten waren, umso unerschütterlicher scheint auch ihr Glaube. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) im Alter zwischen 45 und 59 Jahren erklärten, dass die Religion in ihrem Leben genauso wichtig geblieben sei wie vorher. Interessant auch der Blick auf die Parteienpräferenz. So hat vor allem für FDP-Wähler (25 Prozent) und für die Wähler der Linke (23 Prozent), der Glaube an Gott nach dem Mauerfall an Bedeutung verloren.

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