Heißer Jazz im Kalten Krieg

Louis Armstrong mit Trompete.
Mitte der 1950er Jahre kam in den USA die Idee auf, Jazz als Waffe im Kalten Krieg einzusetzen. Die Jazzmusiker sollten in den Ländern des Ostblocks für Amerikas Werte werben. Präsident Eisenhower zeigte sich davon begeistert und so konzertierten ab 1956 die besten amerikanischen Jazzer in den sozialistischen Ländern. Teilweise finanzierte das State Departement sogar die Konzerte und zahlten die Gagen für die Künstler. 1965 ging Louis Armstrong auf große Osteuropa-Tournee. Er gab unter anderem Konzerte in der DDR, in Polen, der UdSSR und der CSSR (Das Bild zeigt Armstrong bei einem Konzert in Prag). Bildrechte: dpa
Zuschauer bei einem Louis Armstrong Konzertin Prag, 1965
Das Publikum strömt in Scharen in die Konzerte und übte sich in vornehmer sozialistischer Zurückhaltung - wie hier bei einem Armtstrong-Konzert in Prag. Bekannt war ihnen die Musik vor allem durch die Sendung "Music USA", die der Radiosender "Voice of America" seit 1956 auf Kurzwelle rund um die Welt schickte. Schätzungsweise 30 Millionen Menschen in Osteuropa sollen die Sendungen verfolgt haben. Bildrechte: IMAGO
Duke Ellington in Moskau
Hardliner in den Reihen der KPdSU argwöhnten (nicht ganz grundlos), dass die amerikanischen Jazzer als eine Art "trojanischer Pferde mit Anti-Sowjet-Propaganda im Bauch" ausgesandt seien und forderten, die Konzerte abzusagen. Sie konnten sich aber nicht durchsetzen. Der Jazz begeisterte die Leute im Osten. In Scharen strömten sie in die Stadien und Veranstaltungshallen. Allein 115.000 Menschen besuchten zum Beispiel Anfang der 1960er Jahre die Konzerte von Duke Ellington in Moskau. Bildrechte: IMAGO
Louis Armstrong mit Trompete.
Mitte der 1950er Jahre kam in den USA die Idee auf, Jazz als Waffe im Kalten Krieg einzusetzen. Die Jazzmusiker sollten in den Ländern des Ostblocks für Amerikas Werte werben. Präsident Eisenhower zeigte sich davon begeistert und so konzertierten ab 1956 die besten amerikanischen Jazzer in den sozialistischen Ländern. Teilweise finanzierte das State Departement sogar die Konzerte und zahlten die Gagen für die Künstler. 1965 ging Louis Armstrong auf große Osteuropa-Tournee. Er gab unter anderem Konzerte in der DDR, in Polen, der UdSSR und der CSSR (Das Bild zeigt Armstrong bei einem Konzert in Prag). Bildrechte: dpa
Benny Goodman und Band
… der Klarinettist und Bandleader Benny Goodman. Bildrechte: IMAGO
dizzy gillespie
… oder auch der Trompeter Dizzy Gillespie. Freilich hielt sich das Werben der amerikanischen Jazzmusiker für ihr Heimatland in engen Grenzen: Denn noch herrschte in den USA die Rassentrennung. Und so nutzten Gillespie, Armstrong, Ellington oder Goodman die Tourneen auch dafür, um für die Afroamerikaner grundlegende Menschen- und Bürgerrechte einzufordern. Dizzy Gillespie etwa betonte ausdrücklich, dass seine Osteuropa-Tourneen im Auftrag des State Departement keineswegs bedeuten würden, dass er die "rassistische Politik in den USA" verteidige. Bildrechte: IMAGO
Joseph (Iosif) Brodsky (1987)
Der Jazz hat sogar "unsere Art zu gehen verändert", schrieb der junge (und allerdings verbotene) Leningrader Dichter Josef Brodsky damals emphatisch. "Die Gelenke in notorisch verklemmten russischen Körpern begannen zu swingen." Bildrechte: IMAGO
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