So begannen die Montagsdemos in Leipzig

Bei einer Demonstration für die Öffnung der DDR-Grenzen am 4. September 1989 wird ein Transparent mit der Aufschrift "Für ein offenes Land mit freien Menschen" durch die Leipziger Innenstadt getragen.
Auf einem der ersten Plakate forderten die Leipziger ein "offenes Land mit freien Menschen". Bildrechte: dpa
DDR-Bürger demonstrieren in Leipzig für Reisefreiheit
Der 4. September 1989 ist der Tag, an dem die Leipziger Montagsdemos begannen. Im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche versammelten sich hunderte vor der Kirche und entrollten Plakate, auf denen sie unter anderem "Reisefreiheit statt Massenflucht" forderten. Bildrechte: dpa
Bürgerrechtler beim Friedensgebet  in der Nikolaikirche in Leipzig.
Pfarrer Christian Führer öffnete immer montags um 17 Uhr die Türen der Nikolaikirche. "Versöhnung und Schuld" war das Thema der Predigt am 4. September. Es war das erste Friedensgebet nach einer sechswöchigen Sommerpause. Bereits am 31. August beschrieb Stasi-Generalleutnant Manfred Hummitzsch die Stimmung in der Messestadt als "mies" und dass "ein Funke genügt, um etwas in Bewegung zu bringen". Die Staatssicherheit besetzte zeitweise die Stuhlreihen in der Kirche mit ihren eigenen Leuten. Bildrechte: dpa
Bei einer Demonstration für die Öffnung der DDR-Grenzen am 4. September 1989 wird ein Transparent mit der Aufschrift "Für ein offenes Land mit freien Menschen" durch die Leipziger Innenstadt getragen.
Auf einem der ersten Plakate forderten die Leipziger ein "offenes Land mit freien Menschen". Bildrechte: dpa
Größere Einheiten der DDR-Volkpolizei stehen am 4.9.1989 in der Leipziger Innenstadt in Bereitschaft, während in der Nähe mehrere hundert DDR-Bürger für "Reisefreiheit" demonstrieren.
Während DDR-Bürger Veränderungen im eigenen Land und mehr Bürgerrechte forderten, stand die DDR-Volkspolizei in Bereitschaft, um notfalls eingreifen zu können. Verhaftet wurde am 4. September niemand, da westliche Journalisten anwesend waren. Aber Volkspolizei und Stasi-Mitarbeiter rissen den Demonstranten ihre Plakate aus den Händen. Bildrechte: dpa
Demonstranten vor der Nikolaikirche in Leipzig.
An den folgenden Montagen versammelten sich immer mehr Menschen auf dem Nikolaikirchhof, um ihrem Unmut über die Politik im Land Luft zu machen. Am 25. September nahmen bereits 6.000 Menschen an den Demonstrationen teil, am 2. Oktober waren es bereits bis zu 20.000 Menschen. Die ersten Friedensgebete waren bereits 1982 in der Nikolaikirche abgehalten worden, aber erst im Frühherbst 1989 entwickelten sie eine Eigendynamik. Bildrechte: dpa
Eine Frau und ein Kind mit Kerzen bei einem Friedensgebet.
Menschen aus allen Bevölkerungsschichten beteiligten sich von Anfang an sowohl an den Friedensgebeten als auch an den Montagsdemonstrationen. Bildrechte: dpa
Frauen und Kinder mit Kerzen gehen zur friedlichen Demonstration.
Auch am 9. Oktober wagen sich selbst Familien auf die Montagsdemo, obwohl befürchtet wurde, dass die Partei- und Staatsführung gewaltsam gegen die Demonstranten vorgehen könnte. Bildrechte: dpa
'Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!' ist auf einem Transparent zu lesen.
Mindestens 70.000 Menschen demonstrierten dann am Abend des 9. Oktober in Leipzigs Innenstadt für Veränderungen. Die zahlreichen Sicherheitskräfte vor Ort griffen angesichts dieser Menschenmenge nicht ein. Aus den Protesten der DDR-Bürger wurde die Friedliche Revolution. Bildrechte: dpa
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DDR-Bürger demonstrieren in Leipzig für Reisefreiheit
Der 4. September 1989 ist der Tag, an dem die Leipziger Montagsdemos begannen. Im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche versammelten sich Hunderte vor der Kirche und entrollten Plakate, auf denen sie unter anderem "Reisefreiheit statt Massenflucht" forderten. Bildrechte: dpa