Ost-Wirtschaft Wie der RGW funktionierte

Hochhaus RGW Moskau 1970
Seinen Sitz hatte der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe - kurz RGW genannt - im sowjetischen Moskau, in dem Land, das im Wirtschaftsbündnis der sozialistischen Länder den Ton angab. Ziel der Sowjetführung war, im Ostblock ein System der Arbeitsteilung und Spezialisierungen durchzusetzen. So sollten die Mitglieder ihre nationale Wirtschaftsplanung aufeinander abstimmen, sich damit gegenseitig unterstützen und für einen gemeinsamen Markt produzieren. Bildrechte: IMAGO
Hochhaus RGW Moskau 1970
Seinen Sitz hatte der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe - kurz RGW genannt - im sowjetischen Moskau, in dem Land, das im Wirtschaftsbündnis der sozialistischen Länder den Ton angab. Ziel der Sowjetführung war, im Ostblock ein System der Arbeitsteilung und Spezialisierungen durchzusetzen. So sollten die Mitglieder ihre nationale Wirtschaftsplanung aufeinander abstimmen, sich damit gegenseitig unterstützen und für einen gemeinsamen Markt produzieren. Bildrechte: IMAGO
Josef Stalin auf einem Landwirtschaftskongress in Moskau. (1935)
Die Gründung des RGW - am 25. Januar 1949 - war vorwiegend politisch motiviert: Es war Stalins Antwort auf den von den USA finanzierten Marshallplan - einem wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm für Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Der sowjetische Staatschef wollte mit dem RGW verhindern, dass Staaten, die zum sowjetischen Machtbereich gehörten, ihre Handelsbeziehungen gen Westen ausrichteten. Stattdessen mussten sich die Ostblockländer verpflichten, ihren Außenhandel mit der Sowjetunion auszubauen. Das Bild zeigt Stalin (2.v.l.) 1938 auf einem Landwirtschaftskongress. Bildrechte: IMAGO
Flagge Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
Die sechs Gründungsmitglieder des RGW waren zunächst neben der Sowjetunion die Länder Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei. Die Flagge des Bündnisses wirkt wie eine Metapher: Um den sowjetischen Stern ranken sich fünf Satelliten. Später kamen neben der DDR auch Albanien, die Mongolei, Kuba und Vietnam dazu sowie mehrere assoziierte Länder, wie beispielsweise Jugoslawien. Bildrechte: dpa
Passanten vor den Leuna Werken in Leuna
Die DDR trat erst am 29. Januar 1950 dem RGW bei. Der Generalsekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, stattete an jenem Tag den Arbeitern der Leuna-Werke einen Besuch ab und versprach, dass es mit der Knappheit nun ein Ende haben würde. Künftig werde die DDR durch den RGW mehr Rohstoffe und Lebensmittel einführen können. Ulbricht bekam beim Betriebsbesuch Applaus und in der Tat erwies sich der RGW und allen voran die sowjetischen Rohstoffe für das wirtschaftliche Überleben der DDR als äußerst wichtig. Das Bild von den Leuna-Werken stammt von 1992. Bildrechte: IMAGO
Werksfoto der ersten in die DDR gelieferten Serie, um 1958
Und so funktionierte die sozialistische Arbeitsteilung im RGW: Ungarn produzierte beispielsweise den Ikarus-Bus für den gesamten Ostblock. Die DDR musste im Gegenzug ihre Busproduktion einstellen. Wer was, in welchem Umfang produzierte - alles war streng festgelegt. Das System sollte den sozialistischen Staaten Planungssicherheit bei Import und Export gewähren und das wirtschaftliche Entwicklungsniveau im Ostblock langsam angleichen. Nachteil war: Die RGW-Staaten gerieten in große wechselseitige Abhängigkeiten. Bildrechte: Holger Haase
Fahrzeuge RGW
Ein Teil der RGW-Staaten plante sogar ein gemeinsames Fahrzeug: das sogenannte RGW-Auto, unter Federführung der DDR und der CSSR. Doch zwischen den beiden Hauptpartnern gab es erhebliche Differenzen bei der Planung. 1973 legte das Politbüro des ZK der SED das Projekt zu den Akten. Bildrechte: dpa/MDR.DE
Blick auf das Erdölverarbeitungswerk Schwedt an der Oder
Auch die Raffinerie in Schwedt war damals davon betroffen. Die sozialistische Planwirtschaft war auf dem Papier erfolgreich, in Wirklichkeit steckte sie in großen Schwierigkeiten: Es gab Streiks, Inflation und Versorgungsschwierigkeiten. Es war der langsame Anfang vom Ende des RGW, es wurde ein Ende auf Raten. Die Führungen im Ostblock konnten trotz des Bündnisses ihren Bürgern nicht den versprochenen Wohlstand bieten. Die wirtschaftliche Unzufriedenheit führte 1989 zum Systemumschwung in den Ostblockstaaten. Bildrechte: dpa
Der Kulturpalast in Sofia
Am 9. Januar 1990 trafen sich die RGW-Staaten im Kulturpalast in Sofia zum letzten Mal: Sie wollten nach ihrer frisch erlangten Unabhängigkeit nun eigene ökonomische Wege gehen. Man einigte sich darauf, den Außenhandel künftig mit westlicher Währung zu bestreiten. Ein Jahr wollte man sich für die Umstellung Zeit nehmen. Das Bild vom Kulturpalast stammt von 2002. Bildrechte: dpa
Diese Dresdner Familie tauschte am 01.07.1990 in einer Sparkasse in Dresden Ostmark gegen 2000 D-Mark.
Doch die DDR scherte mit ihrer Währungsunion von den Übergangsregelungen aus. Zum 1. Juli 1990 wurde die DDR-Mark durch die "harte" D-Mark abgelöst - sehr zur Freude der DDR-Bürger. Das planwirtschaftliche Wirtschaftssystem wurde durch die Marktwirtschaft ersetzt. Bildrechte: IMAGO
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