Bildergalerie Die rumänische Stahlstadt Reşiţa

Reșița in Rumänien
In den 1960er-Jahren, mit dem weiteren Ausbau der Hüttenindustrie, stieg die Zahl der Einwohner rapide an – von knapp 80.000 auf 124.000 Mitte der 1970er-Jahre. Satellitenstädte entstanden – eine sogenannte "Neustadt" und ein "Stadtzentrum". 60 Prozent der Bevölkerung lebten in diesen "Schlafstädten". Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
Reșița ist eine Stadt im Banater Gebirge, die bis 1989 von der Stahlindustrie beherrscht wurde. Dort wurden u.a. Dieselmotoren und Getriebe für die Schwarzmeerflotte Rumäniens hergestellt. Infolge der forcierten Industrialisierung in den 1960er-Jahren verlor Reschitza zunehmend sein Gesicht und mutierte zu einer Stadt der Pendler und Zugereisten, die in eilig erricheten Plattenbauten neben den Stahl- und Hüttenwerken untergebracht wurden. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Stahlwerk gehört heute den Russen
Das einzige der tradierten Unternehmen von Reșița, welches die Wende einigermaßen gut überstanden hat, ist das Stahlwerk TMK. Es gehört zum weltweit zweitgrößten Rohreproduzenten TMK mit Sitz in Moskau. Hinter TMK steht der russische Oligarch Dmitry Pumpiansky. Beschäftigt sind hier zwar bloß noch etwas mehr als 900 Menschen – allerdings sind sie die bestbezahlten Metallarbeiter Rumäniens. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Typisches Schicksal rumänischer Staatsunternehmen
In den Jahren des Ceauşescu-Regimes arbeiteten in diesem Stahlwerk noch mehr als 9.000 Menschen. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
Nach 1989 verloren die meisten Metallarbeiter mit der Schließung ihrer Eisenhütten die Arbeit. Im Bild: Ein Hochofen wird gesprengt. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
"Das einzige Dorf mit Straßenbahn", so nennen die Leute von Reșița ihre Stadt. Hier der Blick vom "Platz des Arbeiterheims", dem ehemaligen Zentrum von Reșițas Altstadt, in Richtung Stahlwerk. Das war bis in die 1960er-Jahre das Zentrum auch des sozialen- und politischen Lebens der Stadt. Dieser Stadtteil enstand noch nach der Devise des 19. Jahrhunderts, dass nämlich ein "ordentlicher Arbeiter" in einem Arbeiterleben im Stande sein muss, ein Haus zu bauen und seine Frau bei Kindern und Herd zu halten. Kleine Eigenheime dominieren deshalb hier. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
In den 1960er-Jahren, mit dem weiteren Ausbau der Hüttenindustrie, stieg die Zahl der Einwohner rapide an – von knapp 80.000 auf 124.000 Mitte der 1970er-Jahre. Satellitenstädte entstanden – eine sogenannte "Neustadt" und ein "Stadtzentrum". 60 Prozent der Bevölkerung lebten in diesen "Schlafstädten". Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
Als 1990 die Massenentlassungen begannen, traf es in erster Linie diejenigen, die Nutznießer des "Bodenrückerstattungsgesetzes" waren: Man schickte sie zurück in die Landwirtschaft, aus der man sie im Kommunismus als "Industriearbeiter der ersten Generation" rekrutiert hatte. Neben Arbeitslosengeld durften sie die im Herbst 1989 noch die von den Landwirtschaftlichen Genossenschaften bestellten Felder abernten, sozusagen als "zusätzliche Staatshilfe". Dass diese Bevölkerungsschicht nach jahrzehntelanger Politik des Bruchs mit landwirtschaftlichen Traditionen ("Fortschritt bedeutet Industrialisierung") auch ohne jedwelche Arbeitsmittel - na ja, die Sense, der Spaten und die Hacke und der Rechen, mit denen Großvater gearbeitet hatte, lagen noch irgendwo auf dem heimischen Dachboden oder im Schuppen herum und wurden wiederentdeckt - und ohne landwirtschaftliches Know-how dastand, das kümmerte kaum jemand. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
Reșița in Rumänien
Nach der Wende und mit den großen wirtschaftlichen Sanierungswellen (sprich: Entlassungswellen) begann die Bevölkerung der Stadt massiv zu schrumpfen – auf knapp 82.000 Einwohner. Bedingt durch die Massenentlassungen ist Reșița auch zu einer Rentnerstadt geworden, wo unverhältnismäßig viele Entlassene es akzeptiert haben, in Frührente geschickt zu werden. 50-jährige "Rentner" zu treffen ist absolut nichts Ungewöhnliches in dieser Stadt, in der in den vergangenen 20 Jahren italienische und deutsche Firmen zu Dumpinglöhnen produzieren ließen. U.a. die Trikots der deutschen Nationalmannschaft, mit der sie an den jüngsten internationalen Turnieren teilnahm, wurden in Reșița genäht. Bildrechte: MDR/Zoltan Pazmany
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