24.04.1959 - 1. Bitterfelder Kulturkonferenz

Unter dem Motto "Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich!" findet im Chemiekombinat Bitterfeld die erste von zwei Autorenkonferenzen des Mitteldeutschen Verlages statt. Es soll geklärt werden, wie die "Trennung von Kunst und Leben" und "die vorhandene Entfremdung zwischen Künstlern und Werktätigen" überwunden werden kann. "Die Arbeiterklasse muss die Höhen der Kultur stürmen", fordert SED-Chef Walter Ulbricht auf der Konferenz. Beschlossen wird, dass Künstler in die Produktion gehen und Arbeiter bei künstlerischen Bemühungen anleiten. Zu den Autoren, die der Aufforderung Folge leisten, gehören unter anderen Christa Wolf, Franz Fühmann und Brigitte Reimann. Tatsächlich gehen von der "Bitterfelder Konferenz" wichtige Impulse für das "künstlerische Volksschaffen" aus. Trotzdem wird der "Bitterfelder Weg" 1965 de facto aufgegeben. Vor allem der Plan, Künstler durch den Einsatz in der Produktion dauerhaft an Partei und Arbeiter zu binden, lässt sich nicht verwirklichen.

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2009, 14:18 Uhr