30.01.1964 - Industriepreisreform

Der DDR-Ministerrat beschließt die erste Stufe der Industriepreisreform, die erstmals kostendeckende Preise festlegt. Bis dahin galten Festpreise. In drei Etappen sollen nunmehr Preise eingeführt werden, die die tatsächlichen Herstellungskosten berücksichtigen. Subventionen für Luxusgüter werden abgeschafft. In der Folge steigen die Preise für Energie, Rohstoffe, Stahl- und Gießereierzeugnisse sowie die dazugehörigen Güterverkehrstarife ab 01.04.1964 um 70 Prozent. Die zweite Reformstufe hebt am 01.07.1964 die Roh- und Grundstoffpreise der Chemieindustrie ebenfalls um 70 Prozent an. In der dritten Stufe folgt die Anpassung der Preise. Der DDR-Wirtschaftsökonom Gerstner erklärte damals: "Ein Vogelhäuschen kostete seit 1945 55 Pfennige, obwohl seine Produktionskosten 1,10 Mark betrugen. Das wird mit der Industriepreisreform geändert." Das entscheidende Manko der neuen Preise bestand jedoch weiterhin darin, dass sie zwar neu festgelegt sind, sich aber nicht am Markt orientieren.

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2009, 15:19 Uhr