Echt | MDR FERNSEHEN | 18.03.2020 | 21:15 Uhr Der unsichtbare Feind - Wie gefährdet ist Mitteldeutschland

Schwein gehabt, doch wie lange noch? In China und Europa grassiert seit Jahren die Afrikanische Schweinepest - Deutschland blieb von der Tierseuche bislang verschont. Doch jetzt schrillen auch hierzulande die Alarmglocken. Denn der gefährliche Virus klopft in Mitteldeutschland an die Tür: Im Januar wurde ein Fall im polnischen Grenzgebiet bekannt, nur zwölf Kilometer vom sächsischen Bad Muskau entfernt.

Ein totes Wildschwein 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Betroffen ist vor allem die üppige Wildschweinpopulation. Fast alle infizierten Tiere verenden qualvoll innerhalb einer Woche nach Auftreten der ersten Symptome. Die große Gefahr: Das Virus springt auf Haus- und Mastschweine über. Das sind in Deutschland immerhin fast 26 Millionen Tiere. Schweinezüchter gerade im Osten Deutschlands sind nervös. Denn tritt die ASP auf, muss im großen Stil gekeult werden. Für die Betroffenen geht es um die Existenz.

"Echt" - auf der Insel Riems im Greifswalder Bodden. Streng abgeschirmt, forscht hier im Hochsicherheitslabor Tierärztin Dr. Sandra Blome nach einem Impfstoff. Sie erklärt, warum das Virus so schwer zu bekämpfen ist. Die Leiterin des Nationalen Referenzlabors für Afrikanische Schweinepest des Friedrich-Loeffler Instituts, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit zeigt, wie aufwändig die Suche nach einem effektiven Wirkstoff ist. Und sie erklärt, ob Gefahr besteht, dass die Afrikanische Schweinepest auf den Menschen übertragen wird.

Seit Monaten laufen im Grenzgebiet zu Polen Schutzmaßnahmen gegen die Seuche. In Brandenburg und jetzt auch in Sachsen sollen Barrieren die infizierten Tiere abhalten. Grenzübergreifend wurde eine Task Force gegründet. Doch wie bereiten sich Schweinezüchter, Veterinärämter und Jäger auf den Tag X vor? "Echt"-Moderator Sven Voss ist im Grenzgebiet zu Polen mit dem Amtstierarzt Ralph Schönfelder unterwegs. Er ist zuständig für die Abstimmung mit Anwohnern und liefert uns Einblicke in die Streckenplanung der neuen Barriere. Und er zeigt Vorkehrungen, wo im Seuchenfall tote Tiere gesammelt und entsorgt werden.

Außerdem begleiten wir Hans-Dietmar Dohrmann, Jäger vom Jagdverband Niederschlesische Oberlausitz. Er und seine Kollegen sind aufgefordert, so viel Schwarzwild wie möglich zu erlegen, um die Infektionsgefahr so zu reduzieren. Doch das ist leichter gesagt als getan angesichts der günstigen Vermehrungsbedingungen in Deutschland für Wildschweine - und auf der anderen Seite: den strengen Tierschutzauflagen. Wie gehen die Jäger mit der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest um? Und wie realistisch sind die Erwartungen, die an die Jägerschaft gestellt werden?

"Echt" hakt nach und recherchiert jenseits der Grenze: Was unternehmen unsere polnischen Nachbarn, um der Tierseuche Herr zu werden?