Echt | MDR FERNSEHEN | 06.02.2019 | 21:15 Uhr Ausgekohlt - Risiko neue Heimat

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Auf dem Abraum eines der größten Braunkohletagebaue der DDR soll eine neue grüne Lunge für Leipzig entstehen. Ein neu aufgeforstetes Waldgebiet, Ersatz für die Harth, ein jahrtausendealtes Biotop, ein Wald, der heute längst vergessen ist. Die ersten Bäume werden vor mehr als 35 Jahren gepflanzt. Doch heute stirbt der junge Wald. Bereits 60 Hektar der Neuen Harth sind betroffen.

Landschaft im Südraum von Leipzig 30 min
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Echt Mi 06.02.2019 21:15Uhr 29:58 min

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Die alte Harth war ein beliebete Ausflugsgebiet der Leipziger zwischen den Auen von Weißer Elster und Pleiße bei Zwenkau. Ein Mischwald aus Eichen und Kiefern, Fichten und Eschen, durchzogen von Wasserlinsen, Teichen und Bächen. Wegen der guten Luft wurde in dem Naturparadies sogar einen Heilanstalt eröffnet. Zwischen 1950 und 1970 verschwindet es komplett von der Landkarte, weggebaggert für die Braunkohle darunter.

Sven Voss mit Forstbezirksleiter Andreas Padberg in der Neuen Harth 2 min
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Die Pläne für ein neues Waldgebiet im Süden Leipzigs wurden schon in der DDR entwickelt. Die Bagger hinterließen eine Mondlandschaft aus umgewälztem Boden. Auf den Abraumfeldern wurde in den 1980er-Jahren mit der Aufforstung begonnen. Doch das Geländeniveau bleibt bis zu zehn Meter unter dem historischen Stand. Um die Kohle im Tagebau fördern zu können, wurde dem Boden außerdem jahrzehntelang das Grundwasser entzogen. Im Südraum Leipzigs entstand ein gigantischer grundwasserloser Trichter.

Das Wasser kehrt zurück

Tagebau mit Abraumhalde
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Nach der Auskohlung wurden die Pumpen abgestellt, die das Wasser aus dem Tagebau fernhielten. Nun steigt der Grundwasserspiegel wieder an, lässt in den ehemaligen Gruben das berühmte Leipziger Neuseenland entstehen, doch kommt auch in der Neuen Harth bis an die Oberfläche. Die Bäume bekommen nasse Füße und das bekommt ihnen auf Dauer nicht. Rund 60 Hektar sind unrettbar verloren oder tot. Teile der Neuen Harth versumpfen und müssen sich selbst überlassen werden, ein Wald kann dort nicht mehr entstehen. Für den Forstbezirk Leipzig als Eigentümer sind dadurch enorme finanzielle Verluste entstanden. Echt-Moderator Sven Voss ist auf Expedition in der Landschaft nach der Braunkohle und spricht mit den Forstleuten, die versuchen, auf ehemaligem Kippengelände einen neuen Wald anzusiedeln.

Zum Start der neuen Echt-Staffel: Sven Voss bei MDR um 4

Sven Voss im Gespräch 22 min
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Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 09:53 Uhr