Echt | MDR FERNSEHEN | 15.05.2018 | 21:15 Uhr Riesenflieger im Boxenstopp

Es ist ein Flieger der Superlative und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst - der Airbus A380. Nach sechs Jahren fast ununterbrochen in der Luft müssen die Flieger zum Boxenstopp, für sie steht eine komplette Generalüberholung an.

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Echt Di 15.05.2018 21:15Uhr 29:36 min

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Dann ist Dresden ein gefragter Anlaufpunkt. Als erstes Fernsehteam überhaupt darf "Echt" den kompletten Ab- und Wiederaufbau eines A380 der Lufthansa in Dresden mit der Kamera begleiten. Genau 73 Tage hat die 100-köpfige Technik-Mannschaft der Elbe-Flugzeugwerke Zeit, um die D-AIMJ mit dem Taufnamen "Brüssel" einmal nahezu komplett auseinanderzunehmen, sämtliche Teile zu überprüfen und sie dann wieder so zusammenzusetzen, dass die Maschine pünktlich an den Kunden, die Lufthansa, übergeben werden kann. Denn schon 74 Tage später steht der Riese wieder im Flugplan und soll mit 509 Passagieren an Bord von Frankfurt nach Bangkok fliegen.

Die Elbe Flugzeugwerke blicken heute auf eine langjährige Luftfahrttradition zurück. Die Halle, in der heute der A380 gewartet wird, wurde schon in den 1950er-Jahren gebaut. Das Zeitalter moderner Verkehrsflugzeuge hatte damals gerade erst begonnen. Und in Dresden gab es ehrgeizige Pläne. Hier wurde der erste deutsche Passagier-Düsenjet entwickelt. Die Baade 152.

Die Geschichte der Luftfahrtindustrie in Dresden

1955 wurden die Flugzeugwerke auf dem Gelände der ehemaligen Luftkriegsschule "Sachsen/Schlesien" gegründet. Mit der Serienfertigung des sowjetischen Verkehrsflugzeugs "Iljuschin 14" (IL 14P) begann der Flugzeugbau.

Serienproduktion der IL-14P in der Halle 222 des VEB Flugzeugwerke Dresden, ca. 1957. Die zweimotorige Maschine bot 26 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern Platz. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Serienproduktion der IL-14P in der Halle 222 des VEB Flugzeugwerke Dresden, ca. 1957. Die zweimotorige Maschine bot 26 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern Platz. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Endmontage der IL-14P in der Halle 222, gut zu sehen das geöffnete Frachttor mit integrierter Passagiertür. Bis Ende 1958 wurden 80 IL-14P in Dresden gebaut.
Endmontage der IL-14P in der Halle 222, gut zu sehen das geöffnete Frachttor mit integrierter Passagiertür. Bis Ende 1958 wurden 80 IL-14P in Dresden gebaut. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Halle 222: ca. 1957-1958, zeitgleiche Endmontage der IL-14P mit der beginnenden Fertigung der Baade 152, im Hintergrund die vom Flugzeugwerk beschaffte IL-28 als fliegender Versuchsträger für das neu entwickelte Strahltriebwerk Pirna 014
Halle 222: ca. 1957-1958, zeitgleiche Endmontage der IL-14P mit der beginnenden Fertigung der Baade 152, im Hintergrund die vom Flugzeugwerk beschaffte IL-28 als fliegender Versuchsträger für das neu entwickelte Strahltriebwerk Pirna 014 Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Am 30. April 1958 rollte das erste deutsche Düsenverkehrsflugzeug aus der Montagehalle in Dresden. Die "152 V1" war für eine Geschwindigkeit von rund 800 km/h und für 72 Fluggäste ausgelegt. Nach dem Absturz während eines Testfluges und wegen fehlender Absatzmöglichkeiten - vor allem die Bestellungen aus der Sowjetunion blieben aus - wurde der Flugzeugbau in der DDR 1961 eingestellt.
Am 30. April 1958 rollte das erste deutsche Düsenverkehrsflugzeug aus der Montagehalle in Dresden. Die "152 V1" war für eine Geschwindigkeit von rund 800 km/h und für 72 Fluggäste ausgelegt. Nach dem Absturz während eines Testfluges und wegen fehlender Absatzmöglichkeiten - vor allem die Bestellungen aus der Sowjetunion blieben aus - wurde der Flugzeugbau in der DDR 1961 eingestellt. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Ab 1961 wurden im VEB Flugzeugwerft Dresden Flugzeuge der Nationalen Volksarmee und des Warschauer Pakts gewartet. Im Zuge der sog. „Werftinstandsetzung“ erfolgte auch die Grundüberholung der Tragflächen von Kampfflugzeugen des Typs MiG-21 und MiG-23
Ab 1961 wurden im VEB Flugzeugwerft Dresden Flugzeuge der Nationalen Volksarmee und des Warschauer Pakts gewartet. Im Zuge der sog. „Werftinstandsetzung“ erfolgte auch die Grundüberholung der Tragflächen von Kampfflugzeugen des Typs MiG-21 und MiG-23. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Blick in die Halle 222; hier die Abteilung, in welcher die Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 grundüberholt wurden
Blick in die Halle 222; hier die Abteilung, in welcher die Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 grundüberholt wurden. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Blick in die Halle 222, hier die Abteilung, in welcher die Grundüberholung der Kampfflugzeuge vom Typ MiG-23 erfolgte
Blick in die Halle 222, hier die Abteilung, in welcher die Grundüberholung der Kampfflugzeuge vom Typ MiG-23 erfolgte. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Grundüberholung der Überschall-Schuldoppelsitzer MiG-21US
Grundüberholung der Überschall-Schuldoppelsitzer MiG-21US Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Blick in die Halle 222 in die Abteilung für die Grundüberholung der Kampfflugzeuge vom Typ MiG-23; deutlich erkennbar ist die ausgeklügelte Logistik und Ordnung an den einzelnen Arbeitsplätzen
Blick in die Halle 222 in die Abteilung für die Grundüberholung der Kampfflugzeuge vom Typ MiG-23; deutlich erkennbar ist die ausgeklügelte Logistik und Ordnung an den einzelnen Arbeitsplätzen. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
Blick in die Halle 285, wahrscheinlich Anfang der 1990er-Jahre: Letzte Prüfarbeiten an einer tschechoslovakischen MiG-23MF für die Rückübergabe an die Luftstreitkräfte der ČSSR nach der Werftinstandsetzung. Die Elbe Flugzeugwerke GmbH wurde 1990 gegründet.
Blick in die Halle 285, wahrscheinlich Anfang der 1990er-Jahre: Letzte Prüfarbeiten an einer tschechoslovakischen MiG-23MF für die Rückübergabe an die Luftstreitkräfte der ČSSR nach der Werftinstandsetzung. Die Elbe Flugzeugwerke GmbH wurde 1990 gegründet. Bildrechte: EFW Elbe Flugzeugwerke GmbH
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Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 18:02 Uhr