Echt | MDR FERNSEHEN | 09.01.2018 | 21:15 Uhr Was müssen Brücken aushalten

Die A9 ist heute eine der wichtigsten Reiserouten durch Mitteldeutschland. Über die Saale zwischen Thüringen und Bayern führt eine Brücke, die eine besonders wechselvolle Geschichte aushalten musste, bis sie schließlich zur Brücke der Einheit wurde.

Zwischen Thüringen und Bayern überquert die A9 die Saale auf einer fast 300 Meter langen Bogenbrücke. Bis 1990 war sie eine Grenzbrücke, ein Bogen auf bundesdeutscher, der Rest auf DDR-Seite. 1936 im Autobahnbauprogramm des NS-Regimes erbaut, wurde sie 1945 von deutschen Truppen gesprengt, um die Alliierten aufzuhalten. Seitdem war die Brücke unpassierbar. Erst 1964 hatten sich Diplomaten in Ost und West darauf geeinigt, die Lücke zu schließen. Die Fahrzeit, vor allem für die Transitreisenden nach Westberlin, würde sich so um eine Stunde verkürzen. Bezahlt wurde der Wiederaufbau vom Westen, die Bauausführung übernahm komplett die DDR. Sven Voss trifft den ehemaligen bundesdeutschen Grenzpolizisten Alfred Eiber. Über Jahrzehnte war er hier im Dienst und beobachtete das Geschehen auf einer der merkwürdigsten Baustellen des Kalten Krieges. Hinter dem Bauzaun, der zugleich der Grenzzaun war, arbeitete Hilmar Uhlich als Bauingenieur. Bei Echt treffen sich beide über 50 Jahre später zum ersten Mal.

Der ehemalige Grenzpolizist Alfred Eiber und der am Wiederaufbau beteiligte Bauingenieur Hilmar Uhlich treffen sich an der Saalebrücke Rudolphstein
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 09.01.2018 21:15Uhr 03:20 min

https://www.mdr.de/echt/video-166688.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Am 19. Dezember 1966 wird die Brücke ganz heimlich eröffnet. Doch noch 23 Jahre sollen vergehen, bis sie die Brücke der Deutschen Einheit wird. Den dann einsetzenden Verkehrsströmen ist sie bald nicht mehr gewachsen und wird sechsspurig ausgebaut. Neben der bestehenden Brücke wird bis 1996 eine neue Spannbetonbrücke errichtet.

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2018, 16:02 Uhr