Echt | MDR FERNSEHEN | 20.02.2019 | 21:15 Uhr Verloren im Schacht – Das Ende einer Ära

Echt - ab jetzt immer Mittwochs 21.15 Uhr

Dichter Rauch, lodernde Flammen, unerträgliche Hitze - während der Nachtschicht vom 18. zum 19. Januar 1987 bricht im Kupfererz-Schacht "Bernard Koenen" ein Grubenbrand aus. Es soll die schwerste Katastrophe in der 800-jährigen Ära des Kupferschieferbergbaus im Mansfelder Land werden. Drei Bergmänner sterben. Diese tragische Geschichte wurde so noch nie im Fernsehen erzählt. Wie konnte es zu dem Unglück kommen?

Qualm dringt aus einem Bergbauschacht. 30 min
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Der 19. Januar 1987. Draußen ist es bitterkalt, als um 22 Uhr ein kleiner Trupp von Bergmännern in den Bernard-Koenen-Schacht unter Nienstedt einfährt. Der Auftrag für die Kumpel ist klar und eigentlich Routine - die Strecke muss weiter aufgesprengt werden. Zunächst läuft alles wie geplant – im Flügel 53 der 11. Sohle 850 Meter unter Tage. Das gesprengte Gestein wird über Förderbänder abtransportiert. Kurz vor Mitternacht bereiten drei Bergleute die nächste Sprengung vor. Dann – wie aus dem Nichts – bahnt sich eine Katastrophe an.

Animation Schachtanlage "Bernard Koenen" 1 min
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Echt | MDR FERNSEHEN | 20.02.2019 | 21:15 Uhr Feuer im Schacht

Feuer im Schacht

Flammen, dichter Rauch, unerträgliche Hitze. Während der Nachtschicht vom 18. zum 19. Januar 1987 bricht im "Bernard Koenen Schacht" ein Grubenbrand aus. Die Grubenwehr des Mansfeld-Kombinats muss in den Einsatz.

Mi 20.02.2019 21:15Uhr 01:18 min

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Video

Es ist 1:22 Uhr - mitten in der Nacht - als Grubenalarm ausgelöst wird. Da brennt unten in der Sohle bereits das Feuer mit eintausend Grad Hitze. In der Tiefe des Schachts, wo es ohnehin immer heiß und trocken ist, breitet sich das Feuer rasend schnell aus. Wer Glück hat, kann sich retten - kann flüchten in Richtung der "abziehenden Wetter", raus aus dem Schacht Nienstedt. Für die anderen gibt es jetzt nur noch eine Hoffnung - die Grubenwehr des VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck.

ehemalige Grubenwehrmitglieder des Mansfeld Kombinats
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"Echt" trifft zum ersten Mal die Retter, die 1987 im Einsatz waren. Herbert Maier, damals Leiter der Sicherheitsinspektion und seit 1963 Mitglied der Grubenwehr, Dieter Schmidt, Bergbauingenieur und Oberführer in der Grubenwehr und Martin Spilker, erster Oberführer der Grubenwehr. Sie sind als erste am Brandgeschehen. Außerdem erinnert sich Dietmar Neldner, der ehemalige Chef der Grubenwehr der WISMUT an diese spektakuläre Rettungsaktion - denn damals wurden nahezu alle Grubenwehren der DDR zu Hilfe gerufen.

"Echt" hat die Original-Ermittlungsakte der Obersten Bergbehörde der DDR im Bundesarchiv in Berlin gefunden. Außerdem auch die geheimen Dokumente der Staatssicherheit, die sofort nach dem Unglück Ermittlungen wegen Sabotage einleitet. "Echt"-Moderator Sven Voss rekonstruiert minutiös die dramatische Rettungsaktion und trifft zum ersten Mal jene Bergleute, die damals alles miterlebt haben.

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 10:19 Uhr

Zum Start der neuen Echt-Staffel: Sven Voss bei MDR um 4

Sven Voss im Gespräch 22 min
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