Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee
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Echt | MDR FERNSEHEN | 28.11.2017 | 21:15 Uhr Wracktauchen – Zwischen Geisternetzen und Grabräubern

Der verlustreichste Schiffsuntergang der Geschichte war die Versenkung des deutschen Passagierschiffs Wilhelm Gustloff durch ein sowjetisches U-Boot Anfang 1945. Die Besatzung der Zephyr will das Wrack in der polnischen Ostsee erforschen. Kurz vor dem Ziel verweigern die polnischen Behörden jedoch die in Aussicht gestellte Genehmigung. Die Crew entschließt sich, ein anderes Wrack in erreichbarer Entfernung anzusteuern.

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Eigentlich wollte die Besatzung des Zweimastschoners Zephyr um Expeditionsleiter Reinhard Öser zu den Wracks der Wilhelm Gustloff, der Steuben und der Goya. Die Namen dieser Schiffe stehen für die größte Katastrophe in der Seefahrt der Moderne und für über 20.000 Menschen, die dabei den Tod fanden. In den letzten Kriegsmonaten 1945 wurden viele Passagierschiffe und Frachter zu Flüchtlingsschiffen umfunktioniert. Sie sollten Militärangehörige, aber auch Zivilisten aus den Ostgebieten vor der anrückenden Roten Armee in Sicherheit bringen. Alle drei Schiffe mit tausenden Flüchtlingen an Bord wurden von sowjetischen U-Booten versenkt.

Start und Hintergrund der Tauchexpedition

Die Genehmigung für den geplanten Tauchgang wird verweigert

Marinearchäologe Reinhard Öser ist im Auftrag des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge unterwegs, um eine Bestandsaufnahme vom Zustand der Wracks zu machen. Es ist davon auszugehen, dass seit ihrer Entdeckung schon einige illegale Tauchgänge unternommen wurden. Souvenirjäger werden hier zu Grabräubern, denn die Schiffe gelten als Seekriegsgräber mit den Gebeinen Tausender Toter. Deshalb ist das Tauchen an den Flüchtlingsschiffen offiziell verboten. Zwar sind die Wracks Eigentum Deutschlands, aber sie liegen in polnischen Hoheitsgewässern. Für diese Expedition war die Genehmigung in Aussicht gestellt. Doch während die Vorbereitungen für die Tauchgänge auf der Zephyr schon auf Hochtouren laufen, erhält Öser einen Anruf: Die polnische Regierung verbietet den Tauchgang ohne Angabe von Gründen.

Die Alternative

Soll die ganze Expedition nun abgebrochen werden? Die Crew hat bis hierher schon viel investiert und entscheidet sich dafür, ein anderes Wrack anzusteuern. Der Frachter Margarethe Cords ist ebenfalls am Ende des Zweiten Weltkriegs in der Danziger Bucht versunken. Seine Fahrt begann in Rostock. Er sollte Nachschub für die deutsche Wehrmacht transportieren. Am 17. März 1945 wurde er von einem sowjetischen Torpedo getroffen.

Das Technische Tauchen

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Das Wrack liegt 52 Meter tief. Mit einer einfachen Tauchausrüstung ist es nicht zu erreichen. Spezielle Technik mit speziellen Atemgasmischungen muss hier zum Einsatz kommen. Mit dem Technischen Tauchen kann man in Tiefen vordringen, in denen einfache Druckluft nicht mehr ausreichen würde, um das Atmen zu ermöglichen. Ab 40 Metern Tiefe verursacht der Druck des Wassers eine immer stärkere Stickstoffaufnahme des Blutes. Die Folge ist der sogenannte Tiefenrausch mit lebensbedrohlicher Euphorie und Desorientierung. Zum Tauchen in diesen Tiefen müssen Sauerstoff, Helium und Stickstoff in einem genau abgestimmten Verhältnis mitgeführt werden.

Das Team

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Di 28.11.2017 21:15Uhr 02:00 min

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Zum Team gehören die erfahrenen Wracktaucher Rocco Hannert, Matthias Schneider, Andreas Ehmke und Dirk Zeuner. Auch ein Tauchlehrer aus Sachsen ist dabei: Oliver Perschke aus Werdau. Außerdem eine der renommiertesten Technischen Taucherinnen Europas - Sabine Kerkau. Die Apothekerin taucht seit mehr als 30 Jahren. Sie müssen das Mischungsverhältnis für ihr Atemgas genau berechnen – Fehler könnten tödliche Konsequenzen in der Tiefe nach sich ziehen. Eine weitere Gefahr sind Geisternetze. Verlorene Fischernetze, die sich am Wrack verfangen haben und eine tödliche Falle für Taucher werden können. Am Morgen des Tauchtages herrscht gutes Wetter. Navigator Ingo Oppelt hat das Wrack der Margarethe Cords geortet. Was werden die Taucher am Meeresboden vorfinden?

"Geisternetz" an einem Schiffswrack
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Di 28.11.2017 21:15Uhr 00:39 min

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Der Osten - Entdecke wo du lebst | 28.11.2017 | 20.45 Uhr Risiko: Geisternetze

Risiko: Geisternetze

Der Osten - Entdecke wo du lebst Di 28.11.2017 20:45Uhr 01:11 min

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Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 16:01 Uhr