Wild im Wald - Was treibt die Jäger an?

Wald. Wild. Jagd. Wieso nehmen immer mehr Frauen die Büchse in die Hand? Wird Jagen zum Trend? Muss Wild überhaupt geschossen werden? Was bedeutet "Wald vor Wild"? Und sind Jäger tatsächlich Naturschützer? "Echt"-Moderator Sven Voss ist der Jägerei auf der Spur.

Wild im Wald - Was treibt die Jäger an?
Der Tannenzweig als letzte Ehrerweisung des Jägers Bildrechte: MDR / Frank Menzel

In den Kursen für den Jagdschein sitzen inzwischen 25 Prozent Frauen. 1992 lag die Quote bei nur einem Prozent. Was macht das Jagen so attraktiv?

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Madeleine Sieler jagt seit 20 Jahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Mit der Natur verbunden zu sein, sie zu spüren. Das hat mich gepackt", sagt Madeleine Sieler. Sie jagt seit 20 Jahren, geht täglich in ihr Revier und ergänzt: "Bei zehnmal Ansitzen, schieße ich vielleicht einmal. Das Beobachten steht im Vordergrund."

Ihre Freundin Lisa Eisoldt hat erst vor kurzem ihre Jagdprüfung abgelegt. Auch sie fühlt sich verantwortlich für Wild und Wald. Aber dieses "Hobby" wird heiß diskutiert.

Wozu Jagen?

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"Echt"-Moderator Sven Voss im Gespräch mit Madeleine Sieler Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund 380.000 Deutsche besitzen einen Jagdschein. Für die einen sind sie jagdlüsterne Tiermörder. Für die anderen gelten Jäger als Retter für geschädigte Bäume und gestresste Wälder. Weil sie Tiere schießen, die sonst wertvolle Setzlinge anknabbern, helfen sie dem dringend benötigten Waldumbau. Was stimmt denn nun?

Matthias Neumann ist Jäger und Forstwissenschaftler am Thünen-Institut, er untersucht für die Forschungseinrichtung des Bundes, wie sich das Jagen auf unsere Wälder auswirkt und setzt sich ein für den Ausgleich der Interessen: "Wir brauchen Ruhezonen für das Wild, und wir müssen Jagdzonen einrichten. Denn ohne Jagd geht es in unserer Kulturlandschaft nicht."

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Was bedeutet Wildtier- und Waldmanagement heute?

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Nachts Hasen zählen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aber es gibt viel zu diskutieren und zu kritisieren: Jagdzeiten, Abschusspläne, zunehmende Jagd mit Nachtsichtgeräten … Wie viel Wild ist im Wald? Und wie viel brauchen wir da? Das sollen uns auch Wildtier-Studien verraten. In Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut geht Wilko Florstedt auf Datenjagd. Der Jäger, und Sprecher des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt, fährt mit dem Suchscheinwerfer ans freie Feld und zählt Hasen, denn: "Wo es dem Hasen gut geht, fühlen sich viele Tiere wohl." So wird das Langohr zum Indikator für eine Natur in Balance. Auch mit solchen Daten wird über die Zukunft der Jagd entschieden.

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