Der Rennfahrer Ewald Kluge auf einem Motorrad
Bildrechte: AUDI-Tradition

Der Osten – Entdecke wo du lebst | 18.06.2019 | 21:00 Uhr Die Dresdner Autobahnspinne - Singende Säge, jubelnde Massen und Meisterfahrer Ewald Kluge

Ein Film von René Römer

Der Rennfahrer Ewald Kluge auf einem Motorrad
Bildrechte: AUDI-Tradition

Wenn in Weixdorf im Dresdner Norden die Oldtimer-Motorräder dröhnen, wird heute natürlich keine Autobahn mehr gesperrt. Das war von 1951 bis 1971 allerdings anders: Da wurde auf dem damaligen Autobahnkreuz Dresden-Hellerau alljährlich ein DDR-Meisterschaftslauf ausgetragen und dafür das spinnenartige Verbindungsstück von Dresden in Richtung Bautzen/Berlin kurzerhand für den Verkehr geschlossen. Bis zum Mauerbau kamen auch viele Westfahrer zum "Spinnerennen". Am Start waren nicht nur Zweiräder und Seitenwagengespanne, sondern auch sogenannte "Rennzigarren" auf vier Reifen.

Trailer: Die Dresdner Autobahnspinne 1 min
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Ewald Kluge und seine "Singende Säge"

Portrait des Rennfahrers Ewald Kluge
Rennfahrer Ewald Kluge Bildrechte: AUDI-Tradition

Der berühmteste Teilnehmer war zweifellos Ewald Kluge. Er hatte als erster Deutscher das gefährlichste Motorradrennen der Welt auf der Isle of Man gewonnen und galt in den späten 1930er-Jahren als bester Motorrad-Pilot der Welt. Auf den DKW-Maschinen aus dem sächsischen Zschopau holte er Europameistertitel und gewann Deutsche Meisterschaften.

Der Rennfahrer Ewald Kluge auf einem Motorrad
Ewald Kluge auf seiner "Singenden Säge" Bildrechte: AUDI-Tradition

Ewald Kluge nahm 1952 auch am zweiten "Spinnerennen" auf dem Autobahnkreuz teil. 100.000 Fans pilgerten damals in den Dresdner Norden nach Weixdorf, wo Kluge geboren wurde. Ein "Heimspiel" für den über 40-Jährigen, der von West nach Ost kam und seine berühmte "Singende Säge", eine 350-er DKW, fuhr. Warum Kluge einen Lauf gewann und den zweiten nach überlegener Führung noch verlor, das erzählt diese Folge aus der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst".

Daten zu Ewald Kluge Am 19.01.1909 wurde Ewald Kluge in Lausa (Dresden-Weixdorf) geboren.

Am 19.08.1964 ist der Rennfahrer in Ingolstadt gestorben.

Alle zwei Jahre wird in Weixdorf ein Ewald-Kluge-Gedächtnislauf ausgetragen. Und so haben sich 2019 am ersten Maiwochenende wieder knapp 300 Piloten auf ihren knatternden Kisten getroffen. Unter ihnen waren viele Ex-Meister aus Deutschland, Tschechien, England und Skandinavien. Sie düsen mit ihren Rennmaschinen und Oldtimern zwar nicht mehr auf der Autobahn, aber unterqueren die A4 auf der sogenannten "Weixdorfer Spinne". Und in diesem Jahr hat ein ganz besonderer Ehrengast zugeschaut: Peter Kluge, der Sohn von Meisterfahrer Ewald Kluge.

Bilder zum Film Das Internationale Autospinnen-Rennen

Foto von einem Zeitungsbericht über ein Motorsportrennen
1951 fand das erste Rennen auf der "Autobahnspinne" statt. Bildrechte: MDR/René Römer
Foto von einem Zeitungsbericht über ein Motorsportrennen
1951 fand das erste Rennen auf der "Autobahnspinne" statt. Bildrechte: MDR/René Römer
Foto von einer Karte mit einem Streckenabschnitt
Im Jahr darauf, 1952, ging Ewald Kluge das erste Mal als Rennfahrer an den Start. Bildrechte: MDR/René Römer
Blick auf eienn Stein mit einer Tafel samt Inschrift, davor stehen Blumen
Heute erinnern Gedenkstein und -tafel an den 1964 verstorbenen Rennfahrer. Bildrechte: MDR/René Römer
Foto von einem Straßenschild mit der Aufschrift "Ewald-Kluge-Straße", darüber hängt ein goldener Kranz mit grün-weißer Schleife
In Dresden-Weixdorf gibt es die Ewald-Kluge-Straße. Bildrechte: MDR/René Römer
Ein alt anmutendes Motorrad, daruf sitzt ein Fahrer mit Helm
Auch im Jahr 2019 - 100 Jahre nach Kluges Geburtsjahr - brettern immer noch Rennmaschinen und Oldtimer über die Autobahnspinne. Bildrechte: Sylvia Krause
Zwei Motorrräder mit Beiwagen auf einer Straße
Seit 1971 wird dafür allerdings nicht mehr das spinnenartige Verbindungsstück von Dresden in Richtung Bautzen/Berlin befahren. Seit 1972 unterqueren die Rennfahrer die A4 auf der sogenannten "Weixdorfer Spinne". Bildrechte: Sylvia Krause
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 18. Juni 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 11:24 Uhr