Der Osten - Entdecke wo du lebst | 13.10.2020 | 21:00 Uhr Leben unterm Apfelbaum - Die sächsischen Obstmacher

Dieser Film begleitet große und kleine Obstproduzenten übers Jahr hinweg: Das Dreh-Team ist bei der Baumpflege und Schädlingsbekämpfung dabei, redet über Hagelschäden, Pflanzenschutzmittel und den Druck, den perfekten Apfel zu ernten. Es beobachtet Selbstpflücker auf der Jagd nach den schönsten Kirschen und zeigt, warum Äpfel schwimmen müssen. Und die Zuschauerinnen und Zuschauer lernen Menschen kennen, die mit Leidenschaft und Liebe sächsisches Obst "in alle Munde" bringen.

Sachsen ist das drittgrößte Obstanbaugebiet Deutschlands - nach dem Alten Land bei Hamburg und der Bodenseeregion. Auf einer Fläche von knapp 4.000 Hektar reifen hier vor allem Äpfel und Kirschen, aber auch Erdbeeren, Strauchbeeren, Aprikosen und Aronia. Sie alle haben klangvolle Namen wie "Edler aus Leipzig", "Schöner aus Herrnhut" oder "Prinzessin Marianne".

Lange Tradition

Der Obstbau in Sachsen blickt auf eine 800 Jahre alte Tradition zurück. Im 12. Jahrhundert pflanzten Zisterzienser erstmals Obstbäume zur Eigenversorgung an. Kurfürst August von Sachsen verpflichtete seinerzeit jedes heiratswillige Paar dazu, zur Hochzeit mindestens zwei Obstbäume zu pflanzen. So entstanden die Streuobstwiesen und Obstalleen, die heute für den Tourismus wiederentdeckt werden.

Geliebte Arbeit

Obstanbau ist ein Knochenjob. Das weiß auch Jan Kalbitz. In zweiter Generation leitet er einen Großbetrieb in Dürrweitzschen.

Obstbauer bei der Arbeit
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fertig ist man nie. Abends schaut man immer nach dem Wetter des nächsten Tages: Gibt es Sonnenbrandgefahr, ist es zu heiß, ist es zu trocken? Wie sieht es aus mit Unwettergeschichten von Hagel bis Starkregen? Und am nächsten Tag geht es ganz früh in die Ernte, damit das Obst rechtzeitig beim Kunden ist.

Jan Kalbitz | Obstbauer

So geht es auch Steffen Geisler aus Meißen, der mit seiner Tochter Sandra Geisler einen kleinen Familienbetrieb aufgebaut hat. 30 Hektar mit Äpfeln, Kirschen, Aprikosen. Fast alles zur Selbstpflücke, denn Vater und Tochter setzen auf Direktvermarktung statt Supermarkt:

Obstbauer bei der Arbeit
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir möchten nicht auf den Handel angewiesen sein. Wenn wir früh um 8 Uhr unser Tor für die Apfelselbstpflücke öffnen, kommen Leute zum Teil mit zwei Autos aus dem Erzgebirge angereist und fahren mit 250 Kilo Äpfeln für ihr ganzes Dorf wieder nach Hause.

Steffen Geisler | Obstbauer

Von Sachsen in die Welt hinaus

Sächsisches Obst ist weit mehr als "nur" der Apfel vom Baum, sondern auch Säfte, Obstweine, Fruchtaufstriche und Spirituosen. Wie die von Nils Prinz von Sachsen, dessen Obstbrände und Liköre aus alten Obstsorten unter der Marke "Augustus Rex" international ausgezeichnet sind und in die ganze Welt verschickt werden. In der  Wermsdorfer Chocolaterie von Olav Praetsch gibt es Erdbeertrüffel, Fruchtherzen, Kirschpralinen - alles mit sächsischen Sorten, versteht sich.

Bilder zum Film

Dürrweitzschen Erntelager (80er)
Der Obstbau in Sachsen blickt auf eine 800 Jahre alte Tradition zurück. Im 12. Jahrhundert pflanzten Zisterzienser erstmals Obstbäume zur Eigenversorgung an. Auch zu DDR-Zeiten wurde diese Tradition gepflegt, so wie hier im Erntelager Dürrweitzschen. Bildrechte: MDR/Obstland Duerrweitzschen AG
Dürrweitzschen Erntelager (80er)
Der Obstbau in Sachsen blickt auf eine 800 Jahre alte Tradition zurück. Im 12. Jahrhundert pflanzten Zisterzienser erstmals Obstbäume zur Eigenversorgung an. Auch zu DDR-Zeiten wurde diese Tradition gepflegt, so wie hier im Erntelager Dürrweitzschen. Bildrechte: MDR/Obstland Duerrweitzschen AG
Traktorarbeiten in Obstplantage Meissen
Auf einer Fläche von knapp 4.000 Hektar reifen in Sachsen vor allem Äpfel und Kirschen, aber auch Erdbeeren, Strauchbeeren, Aprikosen und Aronia. Bildrechte: MDR/schmidtFilm/Susann Krueger
 Erdbeerernte in Dürrweitzschen
Obstanbau ist ein Knochenjob. Das wissen auch die Erntehelfer von Jan Kalbitz. In zweiter Generation leitet er einen Großbetrieb in Dürrweitzschen. "Fertig ist man nie." Bildrechte: MDR/schmidtFilm/Susann Krueger
Hagelnetze spannen in Obstplantage Meissen
So geht es auch Steffen Geisler aus Meißen, der mit seiner Tochter Sandra Geisler einen kleinen Familienbetrieb aufgebaut hat. 30 Hektar mit Äpfeln, Kirschen, Aprikosen. Bildrechte: MDR/schmidtFilm/Susann Krueger
Destillateur bei Augustus Rex
Aus sächsischem Obst werden auch Spirituosen hergestellt. Unter dem Namen "Augustus Rex" werden Obstbrände und Liköre aus alten Obstsorten in die ganze Welt verschickt. Bildrechte: MDR/schmidtFilm/Susann Krueger
Dürrweitzschen Erntehelfer (80er, Kirschen)
Der Film begleitet große und kleine Obstproduzenten übers Jahr hinweg. Bildrechte: MDR/Obstland Duerrweitzschen AG
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Neu seit 3. März 2020: "Der Osten – Entdecke wo du lebst" wird mit Audiodeskription gesendet Viele Millionen Menschen in Deutschland sind entweder blind oder sehbehindert. Mit dem neuen Service können auch Menschen mit Sehbehinderung den interessanten Reportagen aus den drei Bundesländern folgen. In der Audiodeskription werden in den Dialogpausen alle wichtigen Bildinformationen - inklusive der Handlung - für diese Zuschauer beschrieben. Das MDR FERNSEHEN sendet bereits durchschnittlich jeden Tag etwa vier Stunden mit Audiodeskription und liegt damit auf einem Spitzenplatz unter den Landesrundfunkanstalten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke wo du lebst | 13. Oktober 2020 | 21:00 Uhr