Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee

Wracks als Zeitkapseln

Mission mit Hindernissen

An Bord der "Zephyr" sind 17 Taucher, Unterwasserarchäologen und Historiker, sie wollen den Zustand der Wracks dokumentieren - um sie vor dem Vergessen zu bewahren, aber auch vor Plünderungen.

Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee
Der Zweimastschoner "Zephyr" auf dem Weg in die Danziger Bucht. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Der Zweimastschoner "Zephyr" auf dem Weg in die Danziger Bucht. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst
Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee.
Reinhard Öser ist der Leiter der Expedition, die er mehrere Jahre lang vorbereitet hat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee
Ziel der Expedition sind die Wracks dreier deutscher Schiffe, die in den letzten Wochen und Monaten des Zweiten Weltkrieges durch sowjetische Torpedos versenkt wurden: die "Wilhelm Gustloff, die "Steuben" und die "Goya". Die Wracks gelten als Seekriegsgräber mit Gebeinen tausender von Toten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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An Bord der "Zephyr" sind 17 Taucher, Unterwasserarchäologen und Historiker, im Auftrag des Volksbundes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge wollen sie den Zustand der Wracks dokumentieren - um sie vor dem Vergessen zu bewahren, aber auch vor Plünderungen. Den Verdacht darauf gibt es seit Jahren.

Die maximale Zeit, die die Taucher beim technischen Tauchen - dem Tauchen über 100 Meter - am Grund bleiben können, sind ca. 45 Minuten. Da bleibt nicht viel Zeit zum Messen, Filmen und Fotografieren. Alles muss genau abgesprochen werden.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk / Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Reinhard Öser erklärt seiner Manschaft die Situation. Wenn er die Expedition fortsetzt, könnte die polnische Küstenwache die "Zephyr“ zwingen, den nächsten polnischen Hafen anzulaufen und die Taucher verhaften. Und das, obwohl sich die Tauchexpedition bereits seit zwei Tagen auf offener See befindet und die Anfragen lange vorliegen. Was tun? Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Gleich wird die Untergangsstelle der "Steuben" erreicht sein. Navigator Ingo Oppelt muss das Wrack orten, in enger Absprache mit Kapitän Keuk kann dann eine Boje ausgebracht werden. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Die Wracks der "Gustloff", der "Steuben" und der "Goya" wurden von der polnischen Marine bzw. Privatpersonen gefunden. Als Seekriegsgrab sind sie Eigentum des deutschen Staates, doch die Wracks liegen zugleich in polnischen Hoheitsgewässern, weswegen eine Genehmigung aus Warschau nötig ist, um hinabtauchen zu dürfen. Reinhard Öser hat deutsche und polnische Behörden gleichermaßen um Erlaubnis gebeten. Die Zeit drängt. Zurzeit der Entdeckung der Wracks war es nur Profis möglich, zu ihnen hinabzutauchen. Mittlerweile versuchen das auch Hobbytaucher, die an "Souvenirs" interessiert sind, erklärt Öser. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Mit an Bord der "Zephyr" ist Oliver Perschke aus Zwickau, der spezialisiert aufs Wracktauchen ist. Seine Partnerin wird Sabine Kerkau sein, eine der ambitioniersten technischen Taucherinnen Europas. Besonderes Equipment und ausgeklügelte Gasmischungen  ermöglichen es ihnen, in Tiefen bis zu 100 Meter vorzudringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Doch während an Deck die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, geschieht in der Kapitänsmesse etwas völlig Unerwartetes. Expeditionsleiter Reinhard Öser erhält am Telefon die Nachricht, dass die polnische Regierung den Tauchgang zu den Wracks verbietet. Den nicht gerade harmonischen Zustand der deutsch-polnischen Beziehungen derzeit, nimmt er an als Grund. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Auf Tauchgang

Bis 100 Meter tief kommen technische Taucher. Trotz sorgfältiger Vorbereitung bleibt jeder Tauchgang ein Sprung ins Ungewisse. Gefürchtet sind die so genannten Geisternetze.

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Das Segelschiff "Zephyr" in der südlichen Ostsee. Die Mannschaft hat sich entschieden, einen Tauchgang zur "Margarete Cords" zu unternehmen. Rote Bojen zur Markierung der Wrackfundstelle werden ausgebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Das Segelschiff "Zephyr" in der südlichen Ostsee. Die Mannschaft hat sich entschieden, einen Tauchgang zur "Margarete Cords" zu unternehmen. Rote Bojen zur Markierung der Wrackfundstelle werden ausgebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Jeder Tauchgang ist trotz aller Vorbereitung ein Sprung ins Ungewisse. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Teile des Wracks auf dem Grund der Ostsee, wie erwartet eingehüllt von "Geisternetzen". Die schwere Ausrüstung schränkt die Beweglichkeit ein, umso gefährlicher wäre es, sich in den Netzen zu verfangen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Sabine Kerkau sieht die Wracks als Zeitkapseln, in denen Geschichte(n) eingeschlossen sind. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk / Der Osten - Entdecke wo du lebst
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Neben dem nötigen Equipment und der Vorbereitung braucht es großen Mut, in diese pechschwarze Tiefe vorzudringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die "Margarete Cords", ursprünglich ein Frachter aus Rostock, wurde Anfang 1945 ebenfalls zum Kriegsschiff umfunktioniert und am 17. März 1945 von einem Torpedo getroffen. Das Wrack darf auch ohne Erlaubnis von Seiten der polnischen Behörden betaucht werden, es gilt nicht als Seegrab, denn es waren (noch) keine Flüchtlinge an Bord.

Das Wrack liegt heute unweit der "Steuben" in ca. 52 Meter Tiefe.
Bildrechte: Ostsee-Archiv
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Die maximale Zeit, die die Taucher beim technischen Tauchen - dem Tauchen bis ca. 100 Meter - am Grund bleiben können, sind ca. 45 Minuten. Da bleibt nicht viel Zeit zum Messen, Filmen und Fotografieren. Alles muss genau vorbereitet und mit dem Teamkollegen abgesprochen sein, der die gleiche Ausrüstung in der gleichen Figuration benutzt und so in Notfällen aushelfen kann. Sabine Kerkaus größte Sorge aber sind die "Geisternetze", die Überbleibsel der Schleppnetzfischerei, die die meisten der Wracks mittlerweile komplett umhüllen. Besonderes Equipment, genau ausgerechnete Gasgemische sind beim technischen Tauchen in diese Tiefen nötig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Oberfläche ist wegen der nötigen Dekompressionszeit in einem Notfall quasi nicht erreichbar. Technische Taucher sind darauf trainiert, mit den höheren Risiken umzugehen und arbeiten immer im Team. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Sabine Kerkau "seilt sich ab". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Alles gut gegangen! Bei aller Faszination fürs Wracktauchen gefährden würde sich Sabine Kerkau dafür nicht. Sie hat inzwischen mehr als 30 Jahre Tauchpraxis und rund 2.000 Tauchgänge absolviert. In Ausbildung ist sie immer noch, ihre Gerätschaften sind immer in Wartung und wenn sie das Gefühl hat, die Bedingungen stimmen nicht, dann geht sie nicht in die Tiefe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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