100 Jahre: Die Gartenstadt Piesteritz – Beliebt, begehrt, bedroht

Spezial: 100 Jahre Gartenstadt Piesteritz

Geschichte & Geschichten

Harald Kegler 1 min
Bildrechte: DOKfilm Julia Senkler

Um die Siedlung vor der Einzelprivatisierung durch die Treuhand zu retten, sieht Harald Kegler, damals 1992 am Bauhaus Dessau, nur einen Weg: Der Denkmalstatus aus alten DDR Zeiten muss erneuert werden. Die Zeit läuft!

Mo 13.05.2019 10:34Uhr 00:47 min

https://www.mdr.de/entdecke/video-harald-kegler-ueber-die-rettung-von-piesteritz-als-denkmal100.html

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Gerhard Leske 2 min
Bildrechte: DOKfilm/ Julia Senkler

Gerhard Leske, einst Stickstoffwerker, wird von der Treuhand als Siedlungsverwalter eingesetzt. Er soll die Mieter über ihre unklare Zukunft informieren; dass sie kaufen oder gehen sollen. Er beginnt für sie zu kämpfen.

Mo 13.05.2019 10:40Uhr 01:47 min

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Jens Uwe Hermenau und Rolf Kißling 2 min
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Fotograf Rolf Kißling, der über Jahre Siedlung und Alltag der "Familie Walter" dokumentierte, darf ausnahmsweise mal von ganz oben, vom Turm des ehemaligen Rathauses, einen Blick zurück werfen.

Mo 13.05.2019 10:22Uhr 01:32 min

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Christel Panzig lächelt freundlich. 1 min
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Christel Panzig recherchierte das Alltagsleben der frühen Werkssiedlung, die wie ein Dorf aufgebaut ist. Arbeiter und Chefs sind Nachbarn, allerdings nicht ganz unmittelbar. Was es für Unterschiede und Regeln gab ...

Mo 13.05.2019 14:48Uhr 00:51 min

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Die Anfänge der Werkssiedlung

Alltag in der Werkssiedlung Piesteritz "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"

Christel Panzig recherchiert seit vielen Jahren das Alltagsleben in der Piesteritzer Werkssiedlung. Mit ihrem Team vom Haus der Geschichte in Wittenberg fand sie Zeitzeugen und besondere historische Dokumente.

Spielgefährten in der Langen Zeile 1939
Spielgefährten in der Langen Zeile, 1939 Zwischen 1916 und 1919 entsteht die Piesteritzer Werkssiedlung. Nicht nur die Arbeiter leben dort mit ihren Familien, sondern auch die Betriebsleiter. Allerdings in verschiedenen Wohnquartieren. Die Arbeiterfamilien ziehen in die Reihenhäuser am Krummen Weg, der Gartenstraße oder eben der Langen Zeile. Bildrechte: Haus der Geschichte Wittenberg / Aus dem Band: "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"
Spielgefährten in der Langen Zeile 1939
Spielgefährten in der Langen Zeile, 1939 Zwischen 1916 und 1919 entsteht die Piesteritzer Werkssiedlung. Nicht nur die Arbeiter leben dort mit ihren Familien, sondern auch die Betriebsleiter. Allerdings in verschiedenen Wohnquartieren. Die Arbeiterfamilien ziehen in die Reihenhäuser am Krummen Weg, der Gartenstraße oder eben der Langen Zeile. Bildrechte: Haus der Geschichte Wittenberg / Aus dem Band: "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"
Hochzeit im Krummen Weg 1925
Hochzeit im Krummen Weg, 1925 Bereits im Dezember 1916 ziehen die ersten Stickstoffwerker mit ihren Familien in die Häuser am Krummen Weg. Dort sollen auch alle Feuerwehrleute wohnen, um im Brandfall einander schnell informieren und agieren zu können. Bildrechte: Haus der Geschichte Wittenberg / Aus dem Band: "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"
Markttag in Piesteritz 1930er Jahre
Markttag in Piesteritz ,1930er Jahre Angelegt ist die Werkssiedlung wie ein Dorf mit Rathaus, Kirche und auch einem Marktplatz. Bildrechte: Haus der Geschichte Wittenberg / Aus dem Band: "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"
Der 1.Mai Festwagen des Frieursalons Zille 1933
Der 1. Mai-Festwagen des Frieursalons Zille, 1933 Die Dokumentation mit Bildern und Zeitzeugenberichten umfasst den Zeitraum von 1919 bis 2009. Der Band wurde vom Haus der Geschichte Wittenberg herausgeben. Weitere Informationen: http://www.pflug-ev.de/ Bildrechte: Haus der Geschichte Wittenberg / Aus dem Band: "Freitags ging Mutter immer zum Markt vorm Haus Feierabend"
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Inspiriert von der englischen Gartenstadtbewegung

Kleiner Rundgang durch die Gartenstadt Piesteritz in den Zwanzigern "Und wenn der Betriebsleiter durch die Siedlung ging ..."

... zogen die Männer die Mützen. Einer der ersten Direktoren der Stickstoffwerke ist Richard Beneke. 1915 zog er mit seiner Familie nach Piesteritz. Aus seiner Sammlung stammen die Fotodokumente aus den 1920er-Jahren.

Gartenstadt Piesteritz: Apotheke und Ladenhaus - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Apotheke und Ladenhaus Angelegt ist die Werkssiedlung wie ein Dorf mit Rathaus, Kirche, Konsum, Marktplatz und den Wohnhäusern, die sich drum herum gruppieren. Hier im Blick: die Apotheke und das Ladenhaus am zentralen Eingang der Siedlung. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: Apotheke und Ladenhaus - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Apotheke und Ladenhaus Angelegt ist die Werkssiedlung wie ein Dorf mit Rathaus, Kirche, Konsum, Marktplatz und den Wohnhäusern, die sich drum herum gruppieren. Hier im Blick: die Apotheke und das Ladenhaus am zentralen Eingang der Siedlung. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: Damenheim - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Damenheim Der Rundgang führt vorbei am Damenhaus. Dort wohnten junge Frauen, die als z.B. als Sekretärinnen für die Stickstoffwerke arbeiteten. Sie kamen aus dem Bürgertum und verdienten ihren Lebensunterhalt selbst, etwa weil sie nicht standesgemäß heiraten konnten. Herrenbesuche waren im Damenhaus unerwünscht. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: Stiller Winkel - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Am Stillen Winkel lebten die Meister und Facharbeiter in 80 bis 150 Quadratmeter großen Wohnungen. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: Am Dreieck mit Blick in den Krummen Weg - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Am Dreieck mit Blick in den Krummen Weg Am Dreieck residierten die leitenden Mitarbeiter in Häusern mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern, am Krummen Weg wohnten Arbeiterfamilien. Allesamt waren sie mit "fließendem Wasser" und Innentoilette ausgestattet. Ein großer Luxus noch für lange Zeit. Bildrechte: Klaus Beneke
Haus- und Wohnungsgrundriss / Typologie, um 1920 (Beispiel "Krummer Weg")
Alle wohnten in der Werkssiedlung zur Miete, das ist bis heute so. Vor der Privatisierung rettete der Denkmalsstatus die Siedlung. Bildrechte: Privatarchiv Harald Kegler
Haus- und Wohnungsgrundriss / Typologie, um 1920 (Beispiel "Krummer Weg")
Auch wenn die Grundrisse für heutige Verhältnisse klein sind, sind die Wohnungen nach wie vor gefragt. Wer heute einzieht, bewohnt vielleicht auch ein ganzes Haus, etwa 75 Quadratmeter verteilt über drei Etagen, inklusive Garten, kosteten derzeit knapp 700 Euro warm. Bildrechte: Privatarchiv Harald Kegler
Gartenstadt Piesteritz: Gartenweg mit Blick auf Torhaus - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Gartenweg mit Blick auf Torhaus Auch im Gartenweg, der aufs Dreieck folgt, lebten Arbeiterfamilien in Wohnungen ab 50 Quadratmetern. "Und wenn der Betriebsleiter durch die Siedlung ging, da zogen die Männer ihre Hüte oder Mützen. Die Frauen haben geknickst. Das war schon nicht ohne, mit den Chefs 'zusammenzuleben'", gibt Christel Panzig, die das Alltagsleben der Siedlung erforschte, zu bedenken. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: Konsum - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Konsum Auch ein Konsumgebäude gab es. Allerdings waren die Bewohner der Siedlung auch Selbstversorger. Denn hinter den Häusern hatten sie kleine Gärten, oft auch mit einer kleinen Laube darin. Bildrechte: Klaus Beneke
Gartenstadt Piesteritz: © Coswiger Straße - Aus der Piesteritz-Serie von Klaus Beneke
Coswiger Straße Erbaut wurde die Werkssiedlung zwischen 1916-19 nach den Entwürfen des Schweizer Architekten Otto Rudolf Salvisberg, der sich von der englischen Gartenstadtbewegung inspirieren ließ. Sieben unterschiedliche Haustypen und Wohnungen gibt es, auf einer Fläche von 13 Hektar Trotz all des Grüns - die Nähe zum Werksgelände lässt sich bis heute gut riechen. Bildrechte: Klaus Beneke
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