Der Osten - Entdecke wo du lebst | 12.11.2019 Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten

Droyßig, eine 2.000-Seelengemeinde im südlichen Sachsen-Anhalt – seit fast 170 Jahren steht in diesem kleinen Ort eine große Schule. Die Droyßiger Lehranstalten waren Mädchenschule, sozialistische Kaderschmiede und beherbergen heute ein christliches Gymnasium. Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, die DDR bis ins geeinte Deutschland - immer wurden hier junge Menschen auf das Leben vorbereitet.

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Der Osten - Entdecke wo du lebst Di 12.11.2019 21:00Uhr 01:22 min

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"Ein bisschen wie Hogwarts"

"Ein bisschen wie Hogwarts", staunte Sophie Schmidt, als sie als das erste Mal zu einem Tag der offenen Tür Droyßig besucht. Wie eine Burg thronen die Lehranstalten über der 2.000 Seelengemeinde im Süden von Sachsen-Anhalt. Die angehende Fünftklässlerin kommt zum Schnuppern und will bleiben: "Wegen der Atmosphäre und der Angebote". Dafür nimmt sie wie viele andere der 600 Schülerinnen und Schülern einen weiten Weg in Kauf. Morgens um Fünf steht sie auf, um 6:35 Uhr startet ihr Bus von Gera nach Droyßig. Eine Strecke von 50 Kilometern.

Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten
Schülerin Sophie Schmidt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mittlerweile Elftklässlerin hat sie sich an das Pensum gewöhnt, der Aufwand lohnt sich, findet sie, für diese besondere Schule. Bildung wird in Droyßig tatsächlich groß geschrieben. Das Dorf wartet gleich mit vier Schulen auf: Die Grundschule besuchen zurzeit 107 Schüler. Es gibt eine Sekundarschule für den Real- oder Hauptschulabschluss. Und dann wäre da noch das CJD – mit Gemeinschaftsschule und Gymnasium –, in den Gebäuden der Droyßiger Anstalten mit ihrer wechselvollen 170-jährigen Geschichte.

Lehrermangel vor 170 Jahren

Die nimmt ihren Anfang mit einem Problem, das uns heute bekannt vorkommt: Lehrermangel! Mit der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht wächst der Bedarf an Pädagogen enorm. Ein Umstand, der die Gleichstellung befördert, denn erstmals sollen von nun an auch Frauen diesen Beruf ergreifen können. Nur müssen die erstmal ausgebildet werden. Damit schlägt die Geburtsstunde der Droyßiger Lehranstalten, großzügig gestiftet von Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg, dem Besitzer der Herrschaft Droyßig. 1852 eröffnet die Schule als königlich-evangelisches Lehrerinnen-Seminar mit Internatsbetrieb.

Mir war es nur darauf angekommen, irgendwohin zu gelangen, wo ich weiter bei den Büchern bleiben konnte (...) Mir lag gar nichts am Beruf der Lehrerin, aber alles an meiner Selbstständigkeit.

Marie Joachimi-Dege, Schülerin ab1889 mit 14 In: "Kinder des Friedens", Erinnerungen an Droyßig

Pauker, Pioniere und Pennäler Blick in die Droyßiger Schulgeschichte

Die Droyßiger Lehranstalten in Sachsen-Anhalt waren Mädchenschule, Kaderschmiede und beherbergen heute ein christliches Gymnasium. Wie junge Menschen dort aufs Leben vorbereitet wurden und werden, zeigen diese Bilder.

Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten
1852 eröffnet die Schule als königlich-evangelisches Lehrerinnen-Seminar mit Internatsbetrieb. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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1852 eröffnet die Schule als königlich-evangelisches Lehrerinnen-Seminar mit Internatsbetrieb. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Marie Joachimi-Dege wird ab1889 Schülerin in Droyßig und schreibt in ihren Erinnerungen, "Kinder des Friedens" über die neuen Perspektiven. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Mit brav gefalten Händen sitzen die Mädchen noch. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Blick in einer der Schlafsäle, der wenig Raum für Privatsphäre ließ. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Die Zwillingsschwestern Gerlinde Kludszuweit und Eveline Fritzen lernten in Droyßig fürs Leben. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Privat
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Im Droyßiger Zentralinstitut der Pionierorganisation (ZIPO) werden von 1958 bis zur Wende für die gesamte DDR Pionierleiter ausgebildet. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dürfen Mädchen kein Abitur ablegen. Mit 14 Jahren endet die Ausbildung. Für junge bürgerliche Frauen eröffnen die Droyßiger Lehranstalten die Möglichkeit, nach der Elementar- oder Volksschule eine höhere Bildung zu erreichen, wie die Historikerin Susanne Schötz klarstellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Ab 1908 sind nicht mehr allein Heim und Herd die Perspektive, junge Frauen dürfen das Abitur anstreben, um auf die Universität zu gehen. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Körperliche Ertüchtigung stand immer mit auf dem Plan. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Umso wichtiger waren hauseigene Rituale wie das weihnachtliche Schmücken der persönlichen Waschgelegenheit. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Musische Bildung und selbst gestaltete Feste gab es zu allen Zeiten. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Es gibt eine Laienspielgruppe, drei Tanzgruppen, einen Chor mit 100 Sängern. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Dafür entstehen Neubauten wie dieses Wohnheim. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Mit der Wende endet die Pionierleiter-Ausbildung, die Idee kommt auf, ein Hotel aufzumachen. Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN / Schul-Archiv Droyßiger Lehranstalten
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Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dürfen Mädchen kein Abitur ablegen. Mit 14 Jahren endet die Ausbildung. Dann heißt es, auf eine gute Partie hoffen und warten. Für die jungen bürgerlichen Frauen, die anderes im Sinn haben, eröffnen die Droyßiger Lehranstalten somit die einzigartige Möglichkeit, nach der Elementar- oder Volksschule eine höhere Bildung zu erreichen, wie die Historikerin Susanne Schötz klarstellt:

Für bürgerliche Mädchen war Erwerbsarbeit überhaupt nicht vorgesehen. Da war die Ehe Ziel und Lebenszweck. Die Frage war nur: Wie die Zeit bis dahin füllen und was, wenn kein potenzieller Ehemann auftauchte?

Susanne Schötz, Historikerin

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Droyssiger Lehranstalten von oben 44 min
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Der Osten - Entdecke wo du lebst Di 12.11.2019 21:00Uhr 44:27 min

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So bedeutet es einen Meilenstein, als der preußische Staat 1908 ein Gesetz zur Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens beschließt. Von nun an sind nicht mehr allein Heim und Herd die Perspektive, junge Frauen dürfen das Abitur anstreben, um auf die Universität zu gehen, um auch andere Professionen als die der Lehrerin anzustreben. Auch in Droyßig können Mädchen ab 1908 die Hochschulreife erlangen. Damit endet in den 1920er-Jahren die Lehrerinnenausbildung.

"Heil Hitler, setzen Sie sich, wir konjugieren!"

Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten
Ilse Rösenberger und Annemarie Koppe Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Droyßiger Anstalten überdauern zwei Weltkriege. Annemarie Koppe und Ilse Rösenberger sind in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Internatsschülerinnen. In ihrer Erinnerung pflegen die meisten ihrer Lehrerinnen einen lässigen Umgang mit den Vorgaben des Reichserziehungsministeriums: "Wir hatten Latein bei Frau Bruns. Die kam rein: 'Heil Hitler, setzen Sie sich, wir konjugieren!' Nein, die waren nicht für den Nationalsozialismus. Die haben uns nicht indoktriniert." Die fundierte Ausbildung, besonders die musische Bildung werden weiter hochgehalten.

Dennoch bestimmen viele strenge Regeln das Leben in Schule und Internat. Jeder Tag beginnt mit einem Morgenlauf und nach dem Mittag geht es für zwei Stunden raus an die frische Luft, zu jeder Jahreszeit. Raum für Privatsphäre gibt es wenig, in den Schlafsälen stehen 30 Betten. Oft weit weg von Eltern und Geschwistern spielen besonders in der Weihnachtszeit hauseigene Rituale eine wichtige Rolle. Von den Schrecken des Krieges bleiben die Mädchen in Droyßig verschont, nicht aber von Verlusten. Das alles gemeinsam durchzustehen, schweißt Annemarie Koppe und Ilse Rösenberger zusammen. Ihre Verbindung hält. Auch die eine oder andere Pädagogin prägt fürs Leben. Lotte Dominique heißt ihr Vorbild. Bei der Englisch-Lehrerin lernen die Mädchen die Intonation, dank einer Platte mit George Bernhard Shaw, der Ire und damit kein Feind im nazideutschen Sinne ist.

Die war riesengroß und sehr akademisch und sehr klug. Ich war klein und knubbelig und mäßig begabt. Aber ich wollte auf jeden Fall Lehrerin werden. Und zwar Volksschullehrerin. Ich wollte, dass Kinder so gerne in die Schule gehen so wie ich in Droyßig. Das Gefühl, geliebt, gern gemocht zu werden, Freunde zu gewinnen und auch am Lernen Freude zu haben, das war für mich wichtig.

Annemarie Koppe, Schülerin in Droyßig

Neuanfang oder: "Ihr könnt nichts erben"

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Gerlinde Kludszuweit und Eveline Fritzen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem Kriegsende scheint das Aus für die Droyßiger Lehranstalten gekommen. Nach den Amerikanern beziehen 3.000 Soldaten der sowjetischen Armee die Gebäude. Als die 1947 abziehen, werden die Anstalten zur Landesheimschule. Jungen und Mädchen können hier von der 9. bis zur 12. Klasse Abitur machen. Die Zwillingsschwestern Gerlinde Kludszuweit und Eveline Fritzen kommen 1952 nach Droyßig.

Mit 300 anderen Schülern leben sie im Internat. Die Schulglocke, die bis zu 56 Mal klingelt am Tag, bestimmt ihren Alltag. Wer das Läuten zum Essen überhört, steht vor verschlossener Tür. Gelernt wird sowieso oft mit einem knurrenden Magen, besonders an den so genannten Matztagen: "Mit früh Quark Mittag Quark, Nachmittag Quark und abends Quarkkeulchen." Trotzdem legt die Schule Wert auf musische Bildung. Es gibt eine Laienspielgruppe, drei Tanzgruppen, einen Chor mit 100 Sängern. Die Schwestern lernen in Droyßig für ein anderes Leben:

Der Geist war, gemeinsam das alles zu überstehen und gemeinsam etwas aufzubauen. Und dazu, das haben die Lehrer uns immer wieder vermittelt, gehört Wissen. Es war wirklich eine schwere Nachkriegszeit. Sie machten klar: Ihr könnt nichts erben hier und da. Aber durch eure eigene Kraft könnt ihr mal eine Chance haben für später.

Eveline Fritzen, Schülerin in Droyßig

In den ersten beiden Jahren erleben die Schwestern die Schule als einen Ort, an dem Toleranz gelebt wird. Es gibt eine SED-Betriebsgruppe, die FDJ und die junge Gemeinde. Man respektiert sich gegenseitig. Doch auch in der Provinz treten die Ideologen auf den Plan. Sie erleben, wie aussortiert wird, wer nicht ins Schema passt.

Da Krieg, Entnazifizierung und Umsiedlung große Lücken gerissen haben, müssen neue Ausbildungsorte her. 1953 wird in Droyßig deswegen ein Institut für Lehrerbildung gegründet, das auch ein gewisser Peter Meyer, später Keyboarder der Puhdys, kurzzeitig besucht. Im Zentralinstitut der Pionierorganisation (ZIPO) werden von 1958 bis zur Wende für die gesamte DDR Pionierleiter ausgebildet. An den Polytechnischen Oberschulen gestalten sie die Freizeit, regen Subbotniks oder Altpapiersammeln an, erziehen sollen sie die Kinder zu "sozialistischen Persönlichkeiten".

"Improvisieren können wir!"

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Burkhard Schmitt, ehemaliger Direktor des Gymnasiums Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem Mauerfall ist klar: Linientreue Pionierleiter werden nicht mehr gebraucht. 1990 kommt das Aus für die 119 Mitarbeiter des ZIPO. Auch ein Sitzstreik der Studenten ändert daran nichts. Die ehemaligen Angestellten versuchen, das Gebäude von der Treuhand zu erwerben. Ein Jugendtouristhotel soll entstehen und Arbeitsplätze bringen. Doch im Ort regt sich Widerstand. Die Droyßiger Anstalten sollen Schule bleiben. Die Bürger kämpfen mit Erfolg. Das Land Sachsen-Anhalt erwirbt das Gelände von der Treuhand, das christliche Jugenddorfwerk kann als Träger gewonnen werden. Aus der Pionierleiterschule wird ein Gymnasium. Seit 1991 ist die CJD Christophorusschulen Droyßig ein Gymnasium mit Begabtenförderung und Gemeinschaftsschule mit christlich-evangelischem Leitbild. Burkhard Schmitt kommt aus Baden-Württemberg, um Direktor zu werden uns erinnert sich noch an den abenteuerlichen Neuanfang in den maroden Gemäuern. Jetzt ruft er, der Wessi, die Mitarbeiter zum Subbotnik, die meinen trocken: "Improvisieren, das können wir!"

Was aus ehemaligen Droyßigern wurde

Was ehemalige Schülerinnen und Schüler über ihre Zeit in Droyßig sagen und was aus ihnen wurde ...

Pauker, Pioniere und Pennäler – Die Droyßiger Lehranstalten
Derzeit besuchen rund 170 Kinder die Grundschule in Droyßig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Derzeit besuchen rund 170 Kinder die Grundschule in Droyßig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Es gibt eine Sekundarschule für den Real- oder Hauptschulabschluss. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Und dann wäre da noch das CJD – mit Gemeinschaftsschule und Gymnasium – in den Gebäuden der ehemaligen Droyßiger Lehranstalten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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170 Jahre Schulgeschichte spielten sich in den Gemäuern ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Rund 600 Schüler besuchen heute das Gymnasium. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Selbstorganisation udn Teamarbeiten werden groß geschrieben. Jedes Jahr wird ein dreitägiges Seminar veranstaltet für die, die gern Junior-Teacher werden wollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Pausen-Gewimmel Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dazu gehören regelmäßig Projekte zu aktuellen Themen, etwa zum 30jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der Direktor leitet auch die Bigband: Stefan Auerswald. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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1953 wird in Droyßig deswegen ein Institut für Lehrerbildung gegründet, das auch ein gewisser Peter Meyer, später Keyboarder der Puhdys, kurzzeitig besucht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Annemarie Koppe und Ilse Rösenberger sind in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges Internatsschülerinnen. In ihrer Erinnerung pflegen die meisten ihrer Lehrerinnen einen lässigen Umgang mit den Vorgaben des Reichserziehungsministeriums. Sie eiferten ihrer Englischlehrerin nach und wurden beide Pädagoginnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Zwillingsschwestern Gerlinde Kludszuweit und Eveline Fritzen kommen 1952 nach Droyßig. Sie beendeten die Schule mit Bestnoten und wurden beide Ärztinnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die ehemalige Pionierleiterin Monika Oehlert wagte nach der Wende den Neuanfang mit einer Pension im Erzgebirge, die sie bis zur Rente mit ihrem Mann führte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Peter Meyer wurde dann doch lieber Musiker, Siegfried Ludwig fand als Lehrer seine Berufung. Noch heute als Rentner arbeitet er in einem Modellsportverein mit Kindern.
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Schüler helfen Lehrer helfen Schülern

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Projektarbeit zum Mauerfall Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Inzwischen hat die Schule einen Namen weit über die Ortsgrenzen hinaus. Stefan Auerswald, der heute die Schule, aber auch die Bigband leitet, kommt 1999 nach Droyßig und lässt sich vom bröckelnden Putz nicht schrecken, als er merkte, dass die Atmosphäre zu stimmen scheint. Er wird auf dem Schulhof nicht nur freundlich gegrüßt, sondern auch gefragt, wo er hinwolle. Man werde ihn gern zum Sekretariat begleiten. Auerswald staunt.

Selbstorganisation und Teamarbeit werden bis heute groß geschrieben. Der individuellen Förderung gilt besonderes Augenmerk. Sowohl für Schüler mit punktuellen Schwächen als auch für Hochbegabte gibt es spezielle Angebote. Ganzheitliche Bildung ist das Ziel. Dazu gehören regelmäßig Projekte zu aktuellen Themen, etwa zum 30jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Jeden Dienstag gibt es die musische Stunde mit Schulchor oder Instrumentalgruppen. Jedes Jahr wird ein dreitägiges Seminar veranstaltet für die, die gern Junior-Teacher werden wollen. Ausgebildet werden sie von erfahrenen Mitschülerinnen wie Sophie Schmidt, die sich für "Schüler helfen Schülern" engagiert. Eine Aufgabe, die ihr so viel Spaß macht, dass sie ihren Berufswunsch schon mit Bestimmtheit formuliert: Sie möchte Lehrerin werden, eine halbe sei sie in Droyßig ja schon geworden, schmunzelt sie.

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2019, 13:53 Uhr