Der Osten - Entdecke wo du lebst Faszination Frauenkirche - Geschichte eines Wiederaufbaus

Ein Film von Christiane Probst

Die Frauenkirche in Dresden. Sie ist das Wahrzeichen der Elbestadt. Und einer der größten Sandsteinbauten der Welt. Nie zuvor ist eine Kirche so gebaut worden - so gewagt, so risikofreudig, so kühn. Und auch niemals danach. 1743 entstanden für die Ewigkeit, brachte sie der Zweite Weltkrieg zu Fall. In der DDR war die Frauenkirche Ruine und Mahnmal. Doch seit 2005 erstrahlt sie wieder in alter, neuer Schönheit und verzaubert jeden, der sie betritt – die Menschen, die hier arbeiten, genauso wie die knapp zwei Millionen Besucher, die jedes Jahr in das Barockwunder strömen.

Bildergalerie Faszination Frauenkirche

Historische Stadtansicht Dresden Neumarkt mit Frauenkirche, Kupferstich, 17. Jahrhundert
Die Dresdner Frauenkirche blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück. Im 18. Jahrhundert entstand der berühmte barocke Kuppelbau, der 200 Jahre das Stadtbild Dresdens prägte. Bildrechte: IMAGO/mageBROKER/Heinz-DieterxFalkenstein
Historische Stadtansicht Dresden Neumarkt mit Frauenkirche, Kupferstich, 17. Jahrhundert
Die Dresdner Frauenkirche blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück. Im 18. Jahrhundert entstand der berühmte barocke Kuppelbau, der 200 Jahre das Stadtbild Dresdens prägte. Bildrechte: IMAGO/mageBROKER/Heinz-DieterxFalkenstein
Der Bauzustand der Frauenkirche in Dresden im Mai 1997.
Im Februar 1945 stürzte die ausgebrannte Frauenkirche nach dem verheerenden Bombenangriff auf Dresden in sich zusammen. Bildrechte: MDR/Frank Eckert
Die Dresdner Frauenkirche im Sommer 2004. Das vergoldete Kreuz gilt als Symbol der Versöhnung zwischen Deutschen und Briten. Ein britischer Goldschmied hat es im Auftrag einer britischen Förderiniative hergestellt.
Der Trümmerberg blieb über vier Jahrzehnte als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung liegen. Nach der Wende wurde der Wunsch vieler Dresdner nach einem Wiederaufbau der Frauenkirche immer lauter. 1992 beschloss die Stadt Dresden, den Wiederaufbau zu unterstützen, der dann 1994 begann. Das vergoldete Kreuz gilt als Symbol der Versöhnung zwischen Deutschen und Briten. Ein britischer Goldschmied hat es im Auftrag einer britischen Förderiniative hergestellt. Bildrechte: MDR/Frank Eckert
Dresdner Frauenkirche
Am 30. Oktober 2005 wird die Kirche der Öffentlichkeit mit einer festlichen Weihe übergeben. Die Frauenkirche gehört nun endlich wieder zum Stadtbild Dresdens! Bildrechte: imago/Westend61
Innenansicht
Der Innenraum der Frauenkirche wurde hell gestaltet. Der zerstörte Altar wurde dank Vergolder, Maler, Restauratoren und Künstler vollendet. Auch eine Orgel mit 4873 Orgelpfeifen wurde wieder eingebaut. Bildrechte: Stiftung Frauenkirche Dresden/Jürgen Vetter
Die Dresdner Frauenkirche nach dem Wiederaufbau.
Der Wiederaufbau der Frauenkirche wurde teurer als geplant. 183 Millionen Euro schlugen am Ende zu Buche. Weltweit spendeten rund 600.000 Menschen mehr als 100 Millionen Euro für die Frauenkirche. Damit konnten zwei Drittel der Kosten aus Spenden finanziert werden. Bildrechte: MDR/Frank Eckert
Die Dresdner Frauenkirche nach dem Wiederaufbau.
Der Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden gleicht einem Wunder: Die Kirche wurde mit denselben Mitteln und Methoden wie vor Jahrhunderten originalgetreu errichtet. Der Wiederaufbau dauerte fast so lange wie der Bau damals im 18. Jahrhundert. Bildrechte: MDR/Frank Eckert
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Der Film blickt hinter die Kulissen der Dresdner Frauenkirche, begleitet Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit diesem einzigartigen Ort verbunden sind. Renate Bleyl, war eigentlich gegen einen Wiederaufbau, doch seit einem Schlüsselerlebnis kurz nach der Weihe führt sie heute regelmäßig Kinder durch ihre Kirche. Die Münchnerin Ingrid Papperitz, von Anfang an Befürworterin des Wiederaufbaus, ist im Jahr 2012 ganz bewusst nach Dresden in eine Wohnung mit Blick direkt auf die Frauenkirche gezogen. Neben ihrem Einsatz als ehrenamtliche Kirchenführerin, engagiert sie sich seit mehr als 25 Jahren als Spenderin.

Der leitende Architekt der Frauenkirche, Thomas Gottschlich, nimmt uns mit auf einen Kontrollgang durch seine Arbeitsstätte und lüftet dabei so manches Geheimnis dieses Prachtbaus. Warum hat George Bähr, der geniale Erbauer, eine Kirche ganz aus Sandstein errichtet? Wie hat die 12.000 Tonnen schwere steinerne Kuppel Halt gefunden? War George Bähr größenwahnsinnig oder ein Phantast – und sind wir es heute wieder?

Fast 15 Jahre nach der Wiedereinweihung gilt die Frauenkirche noch immer als das Wunder von Dresden. Worin liegt das Geheimnis dieses Ortes? Was fasziniert die Menschen? Der Film erzählt über eine Kirche, die immer viel mehr war als ein Gotteshaus. Im Laufe der Jahrhunderte ist sie zu einem Ort der Versöhnung und der Hoffnung geworden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - entdecke, wo Du lebst | 21. Mai 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 23:44 Uhr