Der Osten - Entdecke wo du lebst | 28.09.2021 Der Domschatz von Merseburg: Versteckt – Verkauft – Verraten

Ein Film von Katja Herr

Vor 1.000 Jahren wurde der Merseburger Dom geweiht. Kaiser Heinrich II. beschenkte ihn reich. Doch nur wenige der Schätze haben die Zeiten überdauert. Zusammen mit Domstiftsdirektor Holger Kunde, dem Archivar Markus Cottin und Fremdenführerin Beate Tippelt begibt sich Katja Herr auf Spurensuche.

Der Dom von Merseburg, direkt über der Saale kann hunderte Geschichten aus seiner 1000jährigen Vergangenheit erzählen. Von einer frühen Herrschaft bis über Leipzig hinaus, von unsagbar wertvollen Schätzen, die einst König Heinrich und Kaiser Otto den Merseburgern schenkten.

Der Domschatz von Merseburg: Versteckt – Verkauft – Verraten
Vor 1.000 Jahren geweiht: Der Merseburger Dom Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aber es ist eben auch die Geschichte des legendären Domschatzes, der durch politische Machtkämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen geraubt und vernichtet wird. So gehen unschätzbar wertvolle Kostbarkeiten aus Gold, Silber und Diamanten auf dubiose Weise verloren. Bis heute gibt die Vergangenheit den Merseburgern am Dom Rätsel auf.

Der Domschatz von Merseburg: Versteckt – Verkauft – Verraten
Aus der Grabplatte von Rudolf von Rheinfelden verschwanden die Edelsteine. Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Nur wenige Einzelteile des einstigen Domschatzes haben die Zeit überdauert. Domarchivar Markus Cottin und Domstiftungsdirektor Holger Kunde versuchen, diese Schätze wieder aufzuspüren. Gleich nebenan im historische Kapitelhaus befindet sich das umfangreiche Dom-Archiv. Markus Cottin entdeckt bei seinen Recherchen in den alten Dokumenten Hinweise, welches Schicksal Einzelteilen dieses Schatzes widerfahren ist. Es ist ein Verzeichnis aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Bis dahin war noch alles beisammen. Umsonst sucht der Archivar nach diesem Kriegsgeld in den eigenen Beständen. Keine einzige dieser sogenannten Klippen hat sich je nach Merseburg verirrt.

Verschwundene Stücke tauchen auf dubiose Weise wieder auf

Dafür aber tauchen andere Stücke auf dubiose Weise wieder auf. Wie kann es sein, dass wertvolle Leuchter aus dem Dom plötzlich nach der Wende bei Kunst-Auktionen angeboten werden? Und wo sind eigentlich die Schätze aus den barocken Särgen der Fürstengruft?

Der Domschatz von Merseburg: Versteckt – Verkauft – Verraten
Beate Tippelt in der Fürstengruft Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN

Als Beate Tippelt vor dreißig Jahren im Dom als Fremdenführerin beginnt, sieht alles verwüstet aus, entweiht. Viele Särge sind ausgeraubt. Seitdem forschen sie und ihre Kollegen, wer, wann und warum zu DDR-Zeiten in die Gruft eingebrochen ist und wo all der Schmuck hingekommen ist. "Mich berührt es jedes Mal, wenn ich die Fürstengruft betrete. Hier fehlt der Engelskopf an der Stelle komplett. Und man sieht oben drauf ist auch nichts mehr erhalten. Die Inschriften-Tafeln fehlen. das ist schon ein Riesen-Verlust. Das war ja ein Schatz hier. Und jetzt ist das einfach nicht mehr da. Es ist einfach ein Skandal, dass sowas mitgenommen wurde."

Der Domschatz von Merseburg: Versteckt – Verkauft – Verraten
Domarchivar Markus Cottin und Domstiftungsdirektor Holger Kunde versuchen, die Schätze wieder aufzuspüren Bildrechte: Der Osten - Entdecke wo du lebst / MDR FERNSEHEN

Zusammen mit dem Stiftsdirektor Holger Kunde, dem Archivar Markus Cottin und der Fremdenführerin Beate Tippelt begeben wir uns auf die Spurensuche der einst legendären Schätze des Doms von Merseburg. Und wir lüften das Geheimnis: Warum der Merseburger Dom die kostbaren Mitren seiner eigenen Bischöfe nur ausgeliehen bekommt.