Mitglieder des Kanuclubs in Aken tragen ein Boot zu Wasser.
Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film

Der Osten – Entdecke wo du lebst | 29.10.2019 Volle Kraft voraus – das Comeback von Aken

Aken liegt idyllisch mitten im Biosphärenreservat Mittelelbe. Der Hafen und die Elbe prägen die Stadt und die Akener. Die mittelalterliche Altstadt ist im Schachbrettmuster angelegt, mit verspielten Schifferhäuschen.

Mitglieder des Kanuclubs in Aken tragen ein Boot zu Wasser.
Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film

"Wo die Elbe macht nen Haken, da liegt Aken", besagt ein Akensches Sprichwort. Die meisten Deutschen haben wohl noch nie etwas von der Kleinstadt am Elbufer zwischen Magdeburg und Dessau gehört. Dabei hat Aken viel zu bieten: Die idyllische Lage mitten im Biosphärenreservat Mittelelbe, die mittelalterliche Altstadt im Schachbrettmuster mit den verspielten Schifferhäuschen – und einen Binnenhafen, der einer der wichtigsten Mitteldeutschlands ist.

Peter Ziegler, Geschäftsführer Hafen Aken
Peter Ziegler, Geschäftsführer Hafen Aken Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film

"300.000 Tonnen schlagen wir jedes Jahr um. Die gesamte Anlage ist in Schuss. Wir haben nicht so viel Nachholbedarf wie andere Häfen. Wenn wir vergleichen, mit wie vielen Mitarbeitern die Häfen in Magdeburg und Sachsen arbeiten: Da haben wir ein besseres Verhältnis", sagt Geschäftsführer Peter Ziegler, der seit 50 Jahren im Betrieb ist und die Hochs und Tiefs an der Elbe miterlebt hat. Der Akener Hafen ist sowohl über das Schienennetz, die Straße und das Wasser erreichbar.

Wo die Elbe macht nen Haken, da liegt Aken.

besagt ein Akensches Sprichwort

Hafen und Elbe prägen die Akener

Altbürgermeister Hans-Jochen Müller hat den Hafen nach der Wende erfolgreich über alte Restitutionsansprüche in den Besitz der Stadt Aken zurückgeholt. "Das war viel Arbeit, die mir manchmal Schweißperlen auf die Stirn getrieben hat. Wir haben in den ersten Jahren nach der Wende 16 bis 18 Stunden gearbeitet; ich bin nur zum Schlafen nach Hause gegangen." Seit 15 Jahren schreibt der Hafen nun konstant schwarze Zahlen.

Der Hafen und die Elbe prägen die Stadt und die Akener. "In meiner Kinder- und Jugendzeit fuhren hier noch die großen Schleppkähne mit den Dampfern und Ketten dran. Da saßen wir alle an der Elbe und haben gestaunt. Wo haben wir schwimmen gelernt? In der Elbe! Bis Ende der 1950er-Jahre, als die Elbe schmutzig wurde, waren die Buhnen voll besetzt mit Familien. Da wurde gebadet, gezeltet, man lag am Strand. Die Elbe gehört zu Aken; ohne die Elbe wäre Aken nicht da", erinnert sich der 74-jährige Hans-Jochen Müller.

Das Comeback von Aken

Eine Bushaltestelle in Aken.
Ortseingang von Aken: Im Hintergrund die Fassade des einstigen Magnesitwerks Aken, das 2015 geschlossen wurde. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Eine Bushaltestelle in Aken.
Ortseingang von Aken: Im Hintergrund die Fassade des einstigen Magnesitwerks Aken, das 2015 geschlossen wurde. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Ein Boot auf der Elbe in Aken.
Kleinere Passagierschiffe haben bei Niedrigwasser kein Problem mit der Wassertiefe der Elbe. Frachtschiffe können die Elbe kaum noch überqueren. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Der Hafen in Aken.
Heute arbeiten 13 Mitarbeiter im Hafen. Der Hafen ist spezialisiert auf Schwerlasten und hat die höchste stationäre Tragkraft in der gesamten Elberegion. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Reparaturarbeiten in der Plackewerft in Aken
In der Akener Schiffswerft werden heute vor allem Arbeits- und Ausflugsschiffe repariert. Das Unternehmen ist heute Betriebsstätte der Roßlauer Schiffswerft GmbH. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Blick in das Akener Heimatmuseum.
Im Akener Heimatmuseum wird die Schifffahrtstradition der Stadt am Elbufer wieder lebendig. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Schiffsmodell
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Mitglieder des Kanuclubs in Aken tragen ein Boot zu Wasser.
Dreharbeiten mit dem Kanuclub Aken e.V. Schon vor 100 Jahren wurde in Aken im Verein Wassersport betrieben. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Gäste in einem Restaurantfreiisitz
Das Akener Rathaus wurde im Jahr 1490 errichtet. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Gruppenfoto
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Umzug zum Stadtfest in Akken.
In 2019 hieß es in Aken "25 Jahre Stadtfest". Hier ist der Umzug der Akener Vereine durch die Innenstadt zu sehen. Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film
Eine Tanzveranstaltung in Aken.
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Eine Bushaltestelle in Aken.
Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film

Erlebt die Kleinstadt ihr Comeback?

Anfang des 20. Jahrhunderts erlebt die Akener Schifffahrt ihre Blütezeit. Eine höhere Schifferdichte gibt es damals in keiner anderen Stadt an der Elbe. Viele Monate verbringen die Bootsleute auf dem Wasser; die Familien bleiben zu Hause. Mit 101 Jahren erinnert sich die Akenerin Lisbeth Schoch noch gut daran: "Wenn ein Kahn damals um die Ecke kam und tutete, dann wussten die Schifferfrauen, dass sie ihre Kiepen mit frischer Wäsche schultern mussten. Unten kam ein Pflaumenmustopf rein und Akener Wurst und Käse. Die Frauen kamen mit einem Beiboot kurz auf den Dampfer und nahmen die Schmutzwäsche wieder mit."

Jan-Hendrik Bahn, Akens Bürgermeister seit 2015
Jan-Hendrik Bahn, Akens Bürgermeister seit 2015 Bildrechte: MDR/Susann Krüger & Schmidt Film

Jan-Hendrik Bahn, Akens Bürgermeister seit 2015, bringt frischen Wind ins Rathaus. Er hat dem Ort eine Imagekampagne, ein Tourismuskonzept und Breitbandanschluss verpasst. "Es gibt auf der Welt viele schöne Orte, aber hier ist Heimat", so sein Credo. Mittlerweile gibt es in Aken regelmäßig Musikveranstaltungen, eine lebendige Vereinskultur und den ersten Jugendbeirat in der Geschichte der Stadt. Tatsächlich zogen in 2017 erstmals wieder mehr Menschen nach Aken hinein als aus der Stadt heraus.

Die Dokumentation befragt die Schiffernachfahren und stellt die Frage: Erlebt die Kleinstadt ihr Comeback?

Ein Film von Susann Krüger.

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Im Hafen Aken sind riesige Tanks auf ein Schiff verladen worden. Die Industriekessel werden zu einem Chemieunternehmen nach Belgien gebracht. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
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Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten – entdecke, wo Du lebst | 29. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 10:50 Uhr

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