AfD würde Europa auf den Handel reduzieren

von Birgit Schmeitzner, ARD-Hauptstadtkorrespondentin für MDR AKTUELL

Wenn die AfD in Europa 100 Prozent hätte, würde das die EU vollkommen umkrempeln. Es gäbe kein Europaparlament mehr und der Europäische Gerichtshof wäre nur noch ein Schiedsgericht. Die europäischen Länder würden nur noch beim Handel zusammenarbeiten.

Wobei dieser wieder mehr Hürden zu überwinden hätte: Zum einen Wartezeiten an den Grenzen, an denen wieder kontrolliert wird. Zum anderen Wechselkurs-Verluste - weil die AfD den Euro am liebsten abschaffen und zur D-Mark zurückkehren würde. Dass das deutsche Produkte teurer machen und die Exporte dezimieren würde, nimmt die Partei dabei explizit in Kauf.

Die gemeinsamen Klimaschutz-Ziele der Europäer wären aufgekündigt - weil sie nach Auffassung der AfD den Zugang zu "billiger Energie" etwa aus Kohle beschränken und die Partei ohnehin nicht glaubt, dass der Mensch etwas gegen die Erderwärmung tun kann.

Bei der Außen- und Sicherheitspolitik würde die AfD sagen: Deutschland macht, was Deutschland nützt. Und beim Herzstück der AfD-Programmatik, der Flüchtlingspolitik, hieße es: Die Genfer Flüchtlingskonvention ist veraltet und gilt für uns nicht mehr. Die Folge: Kein Schutz mehr vor Ausweisung. Auch nicht für anerkannte Flüchtlinge, wenn deren Herkunftsland sie wieder zurücknimmt. Im Internet würde die AfD die Botschaft verbreiten, dass Deutschland niemanden mehr aufnimmt.

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2019, 17:24 Uhr

Blick in den Plenarsaal des Europaparlaments.
Bildrechte: dpa

Wenn eine Partei 100 Prozent hätte, dann:

Wenn eine Partei 100 Prozent hätte, dann:

Was wäre, wenn eine der Parteien alle Stimmen bei der Wahl gewinnen würde. Unsere Hauptstadtkorrespondenten haben dieses Szenario zu Ende gedacht - und überlegt, was die Parteien in einem solchen Fall umsetzen würden.