Europawahl Stimmzettel Querformat
In Deutschland findet die Europawahl am 26. Mai statt. Bildrechte: imago images / Jürgen Schwarz

Wahlen Sonderweg der Union auf Stimmzetteln zur Europawahl

Die Spitzenkandidaten der Parteien für die Europawahl sind gegenwärtig viel unterwegs und auch oft im Fernsehen. Die Namen werden uns vertrauter, das gilt auch für den Unionskandidaten Manfred Weber von der CSU. Allerdings haben die Briefwähler hierzulande schon festgestellt: Webers Name ist nicht auf unseren Stimmzetteln zu finden. Wie kommt das?

von Uwe Jahn, MDR AKTUELL

Europawahl Stimmzettel Querformat
In Deutschland findet die Europawahl am 26. Mai statt. Bildrechte: imago images / Jürgen Schwarz

Der Stimmzettel für die Europawahl ist nicht nur ellenlang, er weist auch Unterschiede auf. Während bei der SPD beispielsweise die bundesweite Spitzenkandidatin Katarina Barley und bei der AfD der bundesweite Spitzenkandidat Jörg Meuthen ganz vorne stehen, sind es bei der CDU nicht ganz so bekannte Namen.

Ursache liegt in Bayern

Der Grund dafür ist auch zu lesen: Direkt unter dem ausgeschriebenen Namen der Partei steht bei der CDU zum Beispiel "Liste für das Land Sachsen-Anhalt". Bei den anderen Parteien hingegen steht "gemeinsame Liste für alle Länder". Die Ursache für diesen eigenen Weg der Union liegt einmal mehr in Bayern.

Laut Politologe Werner Patzelt kommt das dadurch zustande, dass die SPD, die FDP und die Grünen in ganz Deutschland ein und dieselbe Partei sind, während die Union aus zwei getrennten Parteien besteht, nämlich aus CDU und CSU. Und da es in Bayern sowieso eine Landesliste für die CSU geben muss, hält die CDU es in allen anderen Bundesländern eben genauso – das hat bei Europawahlen Tradition.

Spitzenkandidat Weber

Dieses Jahr allerdings ist die Situation noch einmal besonders, da der Spitzenkandidat der Union, Manfred Weber, der CSU angehört und damit rein formal in allen nicht-bayerischen Bundesländern gar nicht direkt wählbar ist.

Patzelt sagt dazu: "Wenn man freilich die Sache so hält, dass jeder Landesverband der Union seinen eigenen Spitzenkandidaten aufstellt, dann ist der Spitzenkandidat der allein in Bayern tätigen Schwesterpartei, der CSU-Spitzenkandidat, gleichsam ein Spitzenkandidat unter anderen und das ist die pragmatische Lösung eines lediglich für die Union bestehenden Problems."

So kann man es natürlich auch sehen. Die CDU-Spitzenkandidaten von den Landeslisten und auf den Stimmzetteln in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen heißen übrigens Peter Jahr, Sven Schulze und Marion Walsmann.

Was die CDU davon hat

Bleibt die Frage, ob es Vorteile mit sich bringt, wenn die Union mit vielleicht etwas weniger bekannten Namen auf Landeslisten antritt. Patzelt schätzt das so ein: "Je nach Umständen kann es sein, dass die Strahlkraft des gemeinsamen Kandidaten eine Gesamt-Partei nach oben zieht. So wie es mit dem Kandidaten Schulz bei der SPD in der letzten Europawahl gewesen ist."

Das gelte aber nicht immer: "Unter anderen Umständen kann die Regel vorteilhafter sein, getrennt marschieren und vereint schlagen," so Patzelt. Die Politik sei so vielgestaltig, dass das, was in einem Fall gelte, in einem anderen Fall sogar falsch sein könne. Es gibt eben immer Unterschiede. Auch auf den Stimmzetteln zur Europawahl.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2019 | 17:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 19:41 Uhr

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3 Kommentare

23.05.2019 08:54 winfried 3

>>Webers Name ist nicht auf unseren Stimmzetteln zu finden.<< .... dafür ständig im TV.
So kann er aussehen, der "direkte Weg" zum Wähler.

23.05.2019 07:21 007 / Mut zur Wahrheit! 2

Weber hab ich nicht gelesen, wer ist da?

Das Kreuzchen in den vierten Kreis von oben u alles wird gut ...

22.05.2019 22:36 Montana 1

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