Fakt ist! | am 29.08.2022 aus Magdeburg | ab 20:30 Uhr im Livestream Angst vor Armut – wie schultern wir den teuren Herbst?

Die Inflation hat Deutschland fest im Griff. Die Aussicht, dass die Preise weiter steigen könnten, macht vielen Menschen Angst. Ob sie berechtigt ist und was jetzt zu tun ist, diskutiert die Runde bei Fakt ist!

Die Gäste im Fakt-ist-Studio 58 min
Die Fakt ist-Sendung vom Montag, 29. August Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Höhere Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe, für Strom, die Gasumlage, höhere Krankenkassenbeiträge – vielen graust es vor den kommenden Monaten. Im Juli lag die Inflation in Deutschland bei 7,5 Prozent. Lebensmittel hatten sich im Vergleich zum Vorjahr um 14,8 Prozent verteuert, Energie sogar um 35,7 Prozent.

Nicht nur Rentner, Studentinnen und Hartz IV-Empfänger wissen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen, auch Normalverdiener sind auf einmal von Armut bedroht.

Die Armutsquote liegt in Deutschland derzeit bei 15,9 Prozent. Bei den Tafeln steigt die Zahl der Kunden, dabei sinkt die Menge der Lebensmittelspenden und auch dort wird das Geld angesichts steigender Kosten knapp. Manch einer bangt um seinen Job, weil er von viel Energie abhängt.

Maßnahmen, Fragen und Protest

Die Maßnahmen der Politik zum Gegensteuern sind in den Augen vieler Kritiker ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Inflations-Ausgleichsgesetz sei nicht gerecht, sagen Kritiker. Viele Maßnahmen, wie aktuell die Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas, würden nicht gezielt, sondern mit der Gießkanne eingesetzt. Andere Instrumente – wie das Neun-Euro-Ticket und der Tankrabatt – laufen zum Monatsende bereits wieder aus.

Was dann kommt, wie die Frage, wohin die Preise noch klettern, verunsichert die Menschen und macht vielen Angst. Inzwischen formieren sich die ersten öffentlichen Proteste.

Während etliche Bürger wohl allenfalls auf etwas Luxus verzichten müssten, geht es für andere um die Existenz. Und mancher, so schreiben es Handwerker aus Sachsen-Anhalt in einem offenen Brief an die Bundesregierung, fürchtet, seinen "schwer erarbeiteten Lebensstandard" zu verlieren.

  • Welche dieser Sorgen sind berechtigt? Welche möglicherweise übertrieben?
  • Zu wieviel Verzicht sind wir bereit?
  • Und wie kann die Politik wirkungsvoll die Menschen entlasten, die wirklich bedürftig sind?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anja Heyde und Stefan Bernschein mit Bürgern und Experten u.a.:

  • Hermann Josef Tenhagen, Finanz-Experte
  • Andreas Audretsch, stvl. Fraktionschef B90/Die Grünen im Bundestag
  • Petra Sitte, Die Linke, Bundestagsabgeordnete
  • Helge Sommerwerk, Bäckermeister und Konditor aus Mücheln
  • Karl Krökel, Innungsmeister im Handwerk aus Dessau
  • Birgit Schotte, Rentnerin #mdrfragt-Gemeinschaft
  • Marcel Felgner, alleinerziehender Vater aus Eisleben
  • Sven Henning, Geschäftsführer Tafel Eisleben

Die Moderatoren Anja Heyde und Stefan Bernschein.
Die Moderatoren Anja Heyde und Stefan Bernschein Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT IST! | 29. August 2022 | 22:10 Uhr