FAKT IST! | am 15.03.2021 aus Magdeburg | 22:10 Uhr bis 23:10 Uhr Pauken, Party, Pausentaste – wo bleibt die Jugend in der Krise?

Sie sollen unbeschwert spielen und unbelastet lernen und studieren. Doch die Pandemie setzt Kindern und Jugendlichen enge Grenzen und nimmt vielen Perspektiven. Ist das Pandemie-Jahr für junge Menschen ein verlorenes Jahr? Darüber diskutiert die Runde bei "Fakt ist!" aus Magdeburg am 15. März 2021 ab 20:30 Uhr im Livestream auf MDR.de sowie um 22:10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.

Mädchen mit Mundschutz wartet in einer Haltestelle
Wie sich die Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche auswirkt, wird sich wahrscheinlich erst in Jahren zeigen. Bildrechte: imago images/Bernd Friedel | Grafik MDR

Monatelang zuhause bleiben, den Lehrer nur am Computer sehen, die Freundin maximal online treffen – so sieht seit einem Jahr die Realität für Kinder und Jugendliche in Deutschland aus. Die Corona-Pandemie trifft alle Menschen. Doch für die Jungen und Jüngsten ist sie oft doppelt hart.

Fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre. Viele junge Menschen standen im Pandemie-Jahr an entscheidenden Punkten ihres Lebens. Sie wechselten von der Kita in die Schule. Sie schlossen die Schule ab, um eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Sie hatten vor, ins Berufsleben zu starten.


Mit Corona ändert sich auf einmal alles

Dann kam das Virus. Und mit ihm Distanzunterricht und Kontaktbeschränkungen, das Stopp für Sportvereine und Musikschulen, kurz: das Ende des gewohnten Lebens. Und für viele das Aus für Pläne und Träume, für den hart erarbeiteten Ausbildungs- oder Studienplatz, den ergatterten ersten Job, das Jahr im Ausland, gemeinsame Abenteuer mit Freundinnen und Freunden. Stattdessen prägen Verunsicherung, Überforderung und auch Einsamkeit das Leben junger Menschen.

Lara Young neben Regenbogen-Bildern an ihrem Fenster
Der Regenbogen gilt in diesen Zeiten als Symbol der Hoffnung. Bildrechte: imago images / PA Images

Ein Jahr im Ausnahmezustand – das bedeutet für Jugendliche und vor allem für Kinder eine erheblich größere Belastung als für Erwachsene, denn sie erleben es aus einer anderen Perspektive. Schon jetzt ist klar: Am heftigsten trifft die Krise wieder diejenigen, deren Familien am wenigsten finanziell und manchmal auch intellektuell dafür gerüstet sind.


Studie: Junge Menschen haben Angst vor der Zukunft

Die Folgen von Lernen auf Distanz, Trennung von Freundinnen und Freunden, Eingesperrtsein auf engem Raum zu Hause werden inzwischen wissenschaftlich untersucht. Eine erste Studie, für die mehr als 7.000 junge Menschen Auskunft gegeben haben, kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller Befragten Angst vor der Zukunft hat.

Welche dauerhaften Folgen hat das Pandemie-Jahr für Kinder und Jugendliche? Ist es ein "verlorenes Jahr"? Und was müssen Politik und Gesellschaft nun tun, um den Schaden wieder gut zu machen?

Über diese und andere Fragen diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Severine Thomas
Bildrechte: Severine Thomas

Dr. Severine Thomas

Dr. Severine Thomas

Sozial- und Jugendforscherin Universität Hildesheim

"Die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen während der Pandemie auf das Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind lange unterschätzt worden. Sie wurden stark auf ihre Rolle als Schüler*innen, Auszubildende oder Studierende reduziert. Mittlerweile werden erhebliche psychischen Belastungen bei ihnen sichtbar. Junge Menschen fühlen sich um wichtige Jahre gebracht."

FAKT IST!-Gast Matthias Seestern-Pauly
Bildrechte: Matthias Seestern-Pauly

Matthias Seestern-Pauly

Matthias Seestern-Pauly

FDP, Mitglied des Bundestags, Mitglied Kinderkommission des Bundes

"Die Pandemie legt die Versäumnisse der letzten Jahre schonungslos offen. Wir müssen jetzt handeln."

Marco Tullner

Marco Tullner

CDU, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt

"Die Schulen mit allen Beteiligten waren stark unter Druck. Haben sich aber auch stark gewandelt. Es gab zusätzliche Ressourcen und wir haben etwas damit gemacht."

Mann steht mit Händen in den Hosentaschen auf Metallbrücke
Bildrechte: Johan Schneidewind

Johan Schneidewind

Johan Schneidewind

Student aus Magdeburg

"Ich bin der Überzeugung, dass sowohl die Jugendlichen als auch die Erwachsenen an einem Strang ziehen müssen, um diese Krise gemeinsam zu überstehen. Inwiefern wir dabei mitziehen dürfen oder gar vergessen werden, ist allerdings die Frage."


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Die Moderatoren Anja Heyde und Stefan Bernschein.
Es moderieren Anja Heyde und Stefan Bernschein (Archivbild). Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Bei Bürgerreporter Stefan Bernschein werden junge Menschen erzählen, wie sie die Corona-Krise erleben. Außerdem sind eine Sekundarschullehrerin, ein Sozialarbeiter und ein Kinderarzt bei ihm zu Gast. Zuschauerinnen und Zuschauer können sich per E-Mail unter faktist@mdr.de an der Diskussion beteiligen.

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Außerdem als Gäste dabei:

FAKT IST!-Gast Dr. Roland Achtzehn
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dr. Roland Achtzehn

Dr. Roland Achtzehn

Kinderarzt

"Ich wünsche mir eine baldige Zulassung von Impfstoffen auch für Kinder und Jugendliche. Das wäre Licht am Ende des Tunnels."

Cornelia Sorger sitzt vor Bücherregal
Bildrechte: Karolina Sorger

Cornelia Sorger

Cornelia Sorger

Lehrerin für Biologie und Religion

"Aus meiner Sicht wird Schule zu sehr als Dienstleisterin in Sachen Wissensvermittlung betrachtet und als Ort des sozialen Lernens unterschätzt. Wenn Kinder die Schule vermisst haben, dann meist nicht, weil sie dort besser lernen, sondern weil sie dort auf Gleichaltrige treffen. Nach der langen Zeit der Vereinzelung beobachte ich bei meinen Schüler*innen einen großen Hunger nach Interaktion."

Mann steht mit verschränkten Händen unter einer Weide
Bildrechte: Sascha Schmidt

Sascha Schmidt

Sascha Schmidt

Sozialarbeiter, freiwilliger Familienhelfer

"Die beschlossenen politischen Maßnahmen müssen kritisch hinterfragt werden! Unterschiedliche Milieus zeigen unterschiedliche Kompensationsmöglichkeiten. Ohne geeignete und fachlich fundierte Rückmeldungen werden zukünftige politische Entscheidungen keinen Nutzen zeigen und eine weitere Teilung der Gesellschaft vorangetrieben."

Porträt Anna-Lena Seitz
Bildrechte: Anna-Lena Seitz

Anna-Lena Seitz

Anna-Lena Seitz

Hotelfachfrau

"Man lernt, die kleinen Dinge zu schätzen."

Drei junge Menschen 30 min
Bildrechte: MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt

Mo 08.03.2021 09:11Uhr 29:49 min

https://www.mdr.de/unternehmen/kommunikation/pressevorfuehrraum/saal/video-498508.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT IST! | 15. März 2021 | 22:10 Uhr