Auf dem Buch "Deutsches Grundgesetz" liegt ein Kreuz und zwei Tabletten.
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"FAKT IST!" | am 16. September aus Magdeburg | 22:05 Uhr Selbstbestimmt sterben – Darf der Staat über den Tod entscheiden?

Das Thema Sterbehilfe spaltet die deutsche Gesellschaft. Während die einen fordern, sie gesetzlich zu erlauben, halten Kritiker sie für unnötig. Über das Für und Wider diskutiert die Runde bei "FAKT IST!" aus Magdeburg am Montag (16. September 2019) ab 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen.

Auf dem Buch "Deutsches Grundgesetz" liegt ein Kreuz und zwei Tabletten.
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Erleben möchte es niemand – doch für viele Menschen ist es Realität: das Leben mit einer lebensbedrohlichen, unheilbaren Krankheit, möglicherweise im Endstadium, die Aussicht auf ein Dasein unter großen Schmerzen auf unbestimmte Zeit, als Belastung möglicherweise sogar für Angehörige oder Freunde.

Fast drei Viertel aller Deutschen, das ergeben Umfragen, würden in so einem Fall die Möglichkeit haben wollen, ihr Leben eigenverantwortlich zu beenden, sprich: Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Möglich ist das aber nur im Ausland – denn in Deutschland ist aktive Sterbehilfe, also die Verabreichung eines tödlichen Medikaments durch einen Arzt, verboten.

Befürworter fordern Lockerung der Gesetze

Befürworter der Sterbehilfe, z.B. die Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben (DGHS), fordern eine Lockerung der Gesetze. Jeder Mensch soll in ihren Augen das Recht haben, selbst über den Zeitpunkt seines Todes zu entscheiden und ihn auch - mit ärztlicher Unterstützung - selbst herbeiführen dürfen.

Gegner: Entscheidung über Leben und Tod nicht rechtens

Gegner argumentieren damit, dass es nicht rechtens sei, über Leben und Tod zu entscheiden und dass Ärzte damit gegen den hippokratischen Eid verstießen. Zudem brauche es in Zeiten hochmoderner Schmerztherapie die Sterbehilfe nicht.

Befürworter und Gegner der Sterbehilfe, Betroffene und Ärzte diskutieren bei "FAKT IST!" darüber, ob der Staat regeln soll, wie der mündige Bürger sein Lebensende gestaltet.

Soll jeder eigenverantwortlich entscheiden dürfen? Vor welche Herausforderungen stellt es die Menschen, die Sterbehilfe leisten sollen? Und warum ändert sich der Wunsch nach Sterbehilfe manchmal doch, wenn der Tod wirklich naht?

Zu Gast in der Runde bei Anja Heyde sind:

Petra Sitte
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Petra Sitte

Petra Sitte

Bundestagsabgeordnete der Linken

"Zur Würde des Menschen gehört eben nicht nur sein Leben und dessen selbstbestimmte Gestaltung, sondern es gehören auch Sterben und Tod dazu."

Matthias Gockel
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Matthias Gockel

Matthias Gockel

Palliativ-Mediziner und Buchautor

"Meist sind es Angst und Leiden, die zum Sterbewunsch führen und das muss beseitigt werden, nicht das Leben."

Porträtfoto einer Frau
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Simone Pareigis

Simone Pareigis

Leiterin der Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten in Halle

"Der Arzt hat das letzte Wort, aber der Patient das allerletzte."

Ulrich Paulsen
Bildrechte: Ulrich Paulsen

Ulrich Paulsen

Ulrich Paulsen

Klinikseelsorger und Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Sachsen-Anhalt

"Am Lebensende geht es nicht mehr darum, was ich darf, sondern was ich brauche."

Ihre Meinung zur Sterbehilfe

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit dem DGHS-Vertreter Rolf Knoll aus Sachsen und weiteren Gästen, die sich in der Hospizarbeit engagieren, Gespräche über das Sterben führen und Forderungen an die Politik äußern wollen.

Sie können wie immer mitdiskutieren über facebook.com/MDRSachsenAnhalt, via Twitter (#faktist) oder nutzen Sie einfach das unten stehende Formular.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 16. September 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 13:20 Uhr