Jugendlicher sitzt am Bildschirm eines PC s mit Flagge des IS Islamischer Staat
Bildrechte: IMAGO

MDR FERNSEHEN | "FAKT IST!" aus Dresden am 20.11.2017 | 22:05 Uhr Mein Kind im IS. Täter oder Opfer?

Für die Eltern ist es ein Albtraum: Das eigene Kind ist zum sogenannten "IS" ausgereist. Jetzt, wo dieser weit zurückgedrängt ist, könnten bald viele ehemalige Kämpfer zurückkehren. Wie damit umgehen

Jugendlicher sitzt am Bildschirm eines PC s mit Flagge des IS Islamischer Staat
Bildrechte: IMAGO

Für die Eltern kommt es aus heiterem Himmel: Das eigene Kind ist weg - ausgezogen in ein Kriegsgebiet, um dort die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu unterstützen. So geschehen auch im Fall von "Linda W." aus dem sächsischen Pulsnitz, die in den Irak ausreiste und dort einen IS-Kämpfer heiratete. Nur ein Fall von fast eintausend in Deutschland. Häufig verstehen Eltern von "IS-Kindern" die Welt nicht mehr: Gab es Anzeichen für eine Radikalisierung? Haben sie doch etwas übersehen? Diese Fragen plagen zurückgelassene Familien. Doch nicht nur von ihren Kindern fühlen sie sich allein gelassen. Der Vorwurf: Von den Behörden erfahren sie kaum etwas über den Verbleib. Die Berichterstattung mit Schlagzeilen wie "Die Dschihad-Braut" oder "Terrormädchen" belasten sie.

Wie gefährlich sind die "Ehemaligen"?

Screenshot eines Propagandavideos der IS-Miliz zeigt voll verschleierte Frauen mit Gewehren.
Propagandavideos der IS-Miliz. Bildrechte: dpa

Was ist dran an diesen Vorwürfen? Und sind die Eltern nicht auch ein Stück weit 'selbst schuld'? Was treibt deutsche Jugendliche an, sich dem radikalen Islam anzuschließen und in den Krieg zu ziehen? Wie intensiv wird in Krisengebieten nach vermissten deutschen Jugendlichen gefahndet? Sind sie Täter oder Opfer? Welche Gefahren gehen von Rückkehrern in Deutschland aus? Wie soll in Deutschland mit ihnen umgegangen werden? Können sie wieder in die Gesellschaft integriert werden?

Darüber diskutiert FAKT IST!-Moderator Andreas F. Rook  unter anderem mit:

  • Claudia Dantschke, Islamismusexpertin und Leiterin der Beratungsstelle für Angehörige HAYAT
  • Christoph Reuter, Spiegel-Korrespondent in Beirut
  • Gordian Meyer-Plath, Präsident Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen
  • Joachim Wendt, Vater eines ehemals ausgereisten Kindes

Claudia Dantschke
Bildrechte: dpa

Claudia Dantschke

Claudia Dantschke

Islamismusexpertin und Leiterin der Beratungsstelle HAYAT:

"Es kann potentiell jede Familie in Deutschland treffen, denn viele Eltern sind nicht Vorbereitet auf die Gefahren der neuen, vernetzen Welt."

Christoph Reuter, Autor und Journalist
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Christoph Reuter

Christoph Reuter

"Spiegel"-Korrespondent in Beirut:

"Um mögliche Rückkehrer muss man sich jetzt kümmern. Stattdessen warten die Regierungen darauf, dass möglichst viele vorher umkommen. Das ist zu wenig."

Gordian Meyer-Plath
Bildrechte: LfV Sachsen

Gordian Meyer-Plath

Gordian Meyer-Plath

Präsident Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen:

"Islamisten und islamistische Terroristen schrecken nicht davor zurück, Kinder und Jugendliche zu rekrutieren, um sie für ihre jeweiligen Ziele zu missbrauchen."

Joachim Wendt
Bildrechte: Joachim Wendt

Joachim Wendt

Joachim Wendt

Vater eines ehemals ausgereisten Kindes:

"Vorverurteilungen in der Öffentlichkeit sind schlimm für den Betroffenen und die Angehörigen. Wir brauchen dringend einen Plan für Rückkehrer."

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Zuletzt aktualisiert: 16. November 2017, 17:09 Uhr