Fakt ist | am 11. März aus Magdeburg | 22:05 Uhr Klimastreiks der Schüler - Kinderkram oder Weckruf?

Immer freitags demonstrieren junge Menschen gegen die aktuelle Klimapolitik und für eine saubere Zukunft. Dafür schwänzen sie auch immer wieder die Schule. Das polarisiert sowohl die Politik als auch Gesellschaft. Über dieses Thema diskutieren Kritiker und Befürworter am Montagabend im MDR FERNSEHEN.

Junge Menschen halten ein Plakat mit der Aufschrift "Wann, wenn nicht jetzt. Wer, wenn nicht wir?!" vor einer Menschenmasse.
In Magdeburg demonstrieren junge Menschen vor dem Landtag. Bildrechte: MDR/Michael Gerdes

Tausende Kinder und Jugendliche gehen derzeit immer freitags auf die Straße und demonstrieren für die Einhaltung von Klimazielen, einen schnelleren Kohleausstieg und eine saubere Zukunft. Auch in mitteldeutschen Städten. Und am 15. März steht sogar ein Mega-Protest in 40 Ländern der Welt und allein in 150 deutschen Städten an.

Greta Thunberg hat damit begonnen

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg nimmt an einer Demonstration in Hamburg teil.
Greta Thunberg Bildrechte: IMAGO/Chris Emil Janßen

Doch nicht alle freuen sich über das aufblühende Engagement der Jugend. Viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft kritisieren die jungen Klimademonstranten, denn: In vielen Fällen bestreiken sie den Unterricht und verstoßen so gegen die Schulpflicht. Auch im Netz tobt der Meinungskrieg. Die Klimaforderungen geraten darüber fast in den Hintergrund.

Zurückzuführen sind die Jugendproteste auf die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit August 2018 jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm demonstriert, um ihre Regierung zur Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens aufzufordern. Ihr Durchhaltevermögen inspirierte Kinder und Jugendliche in ganz Europa, es ihr gleichzutun. Greta wurde zur Ikone einer neuen Jugendbewegung unter dem Titel "Fridays for future".

Unterschiedlichste Meinungen

Das Land ist auch bei diesem Thema wieder einmal gespalten: Während Umfragen zufolge im Westen 54 Prozent der Befragten die Proteste unterstützt, sind in den neuen Bundesländern mehr als 50 Prozent dagegen.

Grafik zur Verteilung der Unterstützung für Schülerstreiks
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demonstrationszug kommt über eine Brücke, davor fährt ein Polizeiauto. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Haben die Kids nur eine neue Ausrede fürs Schuleschwänzen gefunden, wie es Kritiker behaupten? Oder nimmt die Erwachsenenwelt die Jugend mit ihren Zukunftsängsten nicht ernst genug? Und: Wie realistisch sind die Forderungen der demonstrierenden Kinder und Jugendlichen?

Darüber diskutiert Moderatorin Anja Heyde mit ihren Gästen

Johan Schneidewind
Bildrechte: MDR/Roland Jäger

Johan Schneidewind, Mitorganisator "Fridays for Future" Magdeburg

Johan Schneidewind

"Diese Bewegung wird in die Geschichtsbücher eingehen."

Stefan Kapferer
Bildrechte: Marko Litzenberg

Stefan Kapferer, Geschäftsführer Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

Stefan Kapferer

"Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir mehr arbeiten und weniger reden. Mit dem Kohlekompromiss liegt eine Blaupause für eine gesicherte und schadstoffarme Energieversorgung von morgen vor. Jetzt gilt: Machen!"

Louisa Dellert steht lachend auf einem Freld. Im Hintergrund sind Windräder zu erkennen.
Bildrechte: Louisa Dellert

Louisa Dellert, Umweltbloggerin

Louisa Dellert




"Es geht nicht nur um die Schüler. Es geht um unsere gesamte Gesellschaft. Wir müssen die Politik mit konkreten Forderungen konfrontieren."

Marco Tullner
Bildrechte: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt

Marco Tullner (CDU) Bildungsminister Sachsen-Anhalt

Marco Tullner

"Schulpflicht ist Schulpflicht, aber ich werde nicht Sheriff spielen."

Zugeschaltet aus dem europäischen Parlament in Straßburg wird außerdem der Satiriker und Europapolitiker Martin Sonneborn (Die Partei), der den Jugendlichen kürzlich mit einem Entschuldigungsschreiben einen "Blanko-Scheck" fürs Protestieren während der Schulzeit ausstellte.

Und was ist Ihre Meinung dazu?

Bei Bürgerreporter Stefan Bernschein im Publikum kommen Befürworter, Gegner und Skeptiker der Proteste aus allen Altersschichten, von ganz jung bis hochbetagt zu Wort, Schüler, Lehrer und Eltern, um die Frage zu klären, ob die Klimastreiks der Schüler nur Kinderkram sind, oder ein Weckruf für Politik und Wirtschaft. Sie können wie immer mitdiskutieren über facebook.com/MDRSachsenAnhalt, via Twitter (#faktist) oder nutzen Sie einfach das untenstehende Formular.

Quelle: MDR/ahr,pat

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Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 13:29 Uhr