Computertastatur mit einer Taste - Terror.
Bildrechte: imago/Panthermedia

"FAKT IST!" | am 4. November aus Magdeburg | 22:05 Uhr Nach dem Anschlag – die Gefahr aus dem Netz

Der terroristische Anschlag auf die Synagoge in Halle, bei dem zwei Menschen starben, hat Deutschland erschüttert. Was hat diese Tat ermöglicht? Und vor allem: Ob und wie kann man ähnliche Taten in Zukunft verhindern? Darüber diskutiert die Runde bei "Fakt ist!" aus Magdeburg am 4. November um 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen.

Computertastatur mit einer Taste - Terror.
Bildrechte: imago/Panthermedia

Ein einzelner Täter, ausgerüstet mit einem Arsenal selbstgebauter Waffen und getrieben von einem rechtsradikalen und antisemitischen Weltbild - so stellt sich wenige Wochen später die Bluttat von Halle dar. Und doch bleiben Fragen danach, ob der Täter wirklich allein gehandelt hat, ob er Unterstützung hatte oder sein Anschlag zumindest durch Netzwerke und Zuspruch begünstigt wurde.

Ein inszenierter Anschlag – führt die Spur ins Netz?

Fest steht: Der Täter hatte Vorbilder. Seine Tat weist viele Parallelen zu ähnlichen Anschlägen auf, etwa in München im Sommer 2016 oder im neuseeländischen Christchurch im Frühjahr dieses Jahres. Er handelte offenbar allein, inszenierte sein Handeln wie ein Ego-Shooter-Spiel, filmte es und streamte es live ins Internet auf einer Plattform für Online-Spiele. Im Netz veröffentlichte er - auch das eine Parallele - ein mehrseitiges Manifest, in dem er seine Tat rechtfertigt.

Ein Mann sitzt mit einem Headset vor einem Laptop und spielt den Ego-Shooter 'Counter Strike: Global Offensive'.
Welche Rolle spielen Computerspiele wie Ego-Shooter? Bildrechte: dpa

Als sicher gilt auch: Diese Vorbilder fand der Täter im Netz. Ebenso wie die Theorien, auf denen er sein Weltbild aufbaute und die Anleitungen zum Waffenbau. Das Internet bot schließlich auch das Forum zur Verbreitung seines Tuns. Zwar wurde das Video kaum live gesehen - aber dennoch anschließend tausendfach geteilt. Wie viele Menschen es tatsächlich gesehen haben, kann keiner sagen.

Es ist nun an Ermittlern und Behörden, sowohl die Hintergründe der Tat aufzuklären als auch sicherzustellen, dass künftige Anschläge nach diesem Muster verhindert werden. Gerade hierbei sehen Experten großen Nachholbedarf und werfen Politik und Behörden in Deutschland schwere Versäumnisse vor: Die Polizei sei nur ungenügend aufgestellt und ausgestattet. Rechtsradikale Attentäter habe sie viel zu wenig im Blick. Und: Sie sei der Herausforderung durch junge Gewalttäter, die sich im Netz radikalisieren, nicht gewachsen.

Entsteht eine neue Art von Terrorismus? Welche Rolle spielt das Netz bei der Radikalisierung? Was haben Staat und Gesellschaft dem entgegenzusetzen?

Darüber diskutiert Moderatorin Anja Heyde bei "FAKT IST!" aus Magdeburg mit folgenden Gästen:

Zu Gast in der Runde bei Anja Heyde sind:

Holger Stahlknecht
Bildrechte: Jens Schlüter

Holger Stahlknecht

Holger Stahlknecht

Innenminister von Sachsen-Anhalt

"Keine rechtsfreien Räume: Hasskriminalität und Extremismus müssen auch im Internet konsequent verfolgt werden!"

Fakt ist aus Magdeburg: Gast Florian Hartleb
Bildrechte: Herkki Merila

Florian Hartleb

Florian Hartleb

Extremismusforscher und Buchautor

"Die Sicherheitsbehörden haben trotz Anstrengungen zu wenig Einblick in extremistische und terroristische Umtriebe. Die Gewaltexzesse von Einzeltätern sind eine akute Bedrohung."

Dirk Peglow
Bildrechte: Bund Deutscher Kriminalbeamter Landesverband Hessen

Dirk Peglow

Dirk Peglow

Bund deutscher Kriminalbeamter, stv. Vorsitzender

"Die personelle und technische Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden wird der Bekämpfung der Gefahr aus dem Netz nicht gerecht."

David Begrich
Bildrechte: imago/Christian Schroedter

David Begrich

David Begrich

Miteinander e.V.

"Wir brauchen eine Kultur der Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber Rechtsextremismus."

Andreas Splett
Bildrechte: Marlies Splett

Andreas Splett

Andreas Splett

Kameramann, Augenzeuge des Anschlags

"Wir erleben gerade Sprachterrorismus - jeder von uns muss auf seine Worte achten."

Ihre Meinung zum Thema Gefahr aus dem Netz

Bürgerreporter Stefan Bernschein hat sich in der Gamerszene umgehört und spricht in der Sendung unter anderem mit einer Netzreporterin und Schülern eines Gymnasiums über Medienkompetenz im Internet.

Sie können wie immer mitdiskutieren über facebook.com/MDRSachsenAnhalt, via Twitter (#faktist) oder nutzen Sie einfach das unten stehende Formular.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Sicherheitsabfrage

Bitte geben Sie folgende Zahlen ein:

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 04. November 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 15:14 Uhr