Straßenverkehr Mitteldeutschland Kampfzone Straße. Wenn Autos und Radfahrer aneinander geraten

Wenn sich Rad- und Autofahrer im Straßenverkehr in die Quere kommen, wird es gefährlich. Meistens für Radfahrer, die bei Unfällen weniger geschützt sind. Aggressionen auf beiden Seiten sind Alltag. Und bald sollen elektrische Tretroller und Hooverboards dazukommen auf ohnehin schon enge Gehwege und Straßen. Was muss getan werden, damit sich die Lage entspannt?

Im Vogtland wird ein Radfahrer überfahren. Nur einen Tag später streift ein Auto in der Sächsischen Schweiz einen Radfahrer. Der stürzt und verletzt sich lebensgefährlich. Auch im thüringischen Sömmerda übersieht ein Autofahrer einen Radfahrer und fährt ihn an: Drei Polizei-Meldungen allein aus dieser Woche. Sie zeigen: Rad- und Autofahrer geraten immer wieder aneinander. Zwar sinkt die Zahl der verletzten und getöteten Autofahrer laut Statistik. Doch immer mehr Radfahrer sterben auf Mitteldeutschlands Straßen.

78 Millionen Fahrräder - Tendenz steigend

Fakt ist: Derzeit werden in Deutschland rund 10 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, bilanziert das Bundesverkehrsministerium und hält eine Steigerung auf 15 Prozent bis 2020 für möglich. Rund 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben mindestens ein Fahrrad. In jedem dritten Haushalt stehen zwei oder drei Fahrräder in Keller oder Garage. Insgesamt 78 Millionen Millionen Fahrräder. Vor allem E-Bikes sind bundesweit sehr gefragt: Zuletzt stiegen die Verkäufe laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) um 19 Prozent.

Blick in die Unfallstatistik

Nach einem leichten Rückgang der Unfallzahlen mit Fahrradfahrern in den letzten Jahren 2011 bis 2013 steigen die Opferzahlen seit 2014 deutlicher an. Allein in Sachsen starben im vorigen Jahr 35 Radfahrer. 2017 waren es noch 17 weniger. Schwer verletzt wurden 954 Radbenutzer. Im Vorjahr waren es 36 weniger.

Was tun gegen immer mehr Stress und Unfälle?

Woran liegt das? An mehr Technik an E-Bikes und Rennrädern? Oder ist viel zu wenig Platz auf Straßen, Rad- und Gehwegen? Jetzt hat das Bundeskabinett auch eine Verordnung für elektrische Tretroller beschlossen. Der Bundesrat muss noch zustimmen. Langsamere Modelle sollen nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Scheuer auch auf Gehwegen fahren. Polizeigewerkschaft, Versicherungsverbände und Unfallforscher erwarten deutlich mehr Unfälle.

Was also tun, um den Verkehr in den Innenstädten und ins Umland zu entspannen? Welche Lösungen taugen, um Mitteldeutschlands Kampfzonen im Straßenverkehr zu entschärfen?

Darüber diskutiert FAKT IST! am Montag, 8.4. April 2019 um 22.05 Uhr mit Fahrradfahrern, Autofahrern, Politikern und Planern.

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Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 08. April 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 16:38 Uhr