Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Ein Heimplatz kostet ab diesem Jahr zum Teil bis zu 500 Euro mehr. Viele Pflegebedürftige können sich das nicht leisten. Bildrechte: dpa

MDR FERNSEHEN | "FAKT IST!" aus Dresden am 18.02.2019 | 22:05 Uhr Unbezahlbar! Warum uns die Pflegekosten über den Kopf wachsen

Die Pflege in Deutschland steht vor einem Dilemma. Stellt ein Heim mehr Pflegekräfte ein und bezahlt sein Personal besser, dann werden die Mehrkosten momentan auf die Heimbewohner umgelegt. Zum Teil sind das mehrere hundert Euro mehr - pro Monat. "Das muss nicht sein", sagen Kritiker. Die Pflege ließe sich auch anders finanzieren. Zum Beispiel mit einer Pflege-Vollversicherung, in die jeder mehr einzahlt oder mit einem staatlichen Zuschuss in die Pflegekasse.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Ein Heimplatz kostet ab diesem Jahr zum Teil bis zu 500 Euro mehr. Viele Pflegebedürftige können sich das nicht leisten. Bildrechte: dpa

Bis zu 500 Euro mehr pro Monat! Das sollen Pflegebedürftige für ihren Platz im Pflegeheim bezahlen, zusätzlich! Der Grund: Die Heimbetreiber müssen ihre Pflegerinnen und Pfleger besser entlohnen. Dass sie mehr Geld bekommen, war von allen gewollt. Nicht aber, dass die Mehrkosten einfach auf die Heimbewohner umgelegt werden.

Ein freundlicher älterer Mann liegt in einem Pflegebett. Neben ihm steht sein Sohn und streichelt seinen Kopf. Dietmar Groschischka aus Dresden besucht sienen Vater regelmäßig im Heim der Volkssolidarität Dresden.
Dietmar Groschischka (re.) besucht seinen Vater im Heim der Volkssolidarität. Bei Fakt ist! spricht er als Angehöriger eines Pflegebedürftigen. Bildrechte: privat

Denn viele Pflegebedürftige können sich das nicht mehr leisten, ihre Renten reichen nicht aus. Also werden die letzten Ersparnisse aufgebraucht, auch die der Ehepartner. Ist da nichts mehr zu holen, müssen die Heimbewohner Sozialhilfe beantragen. Und es werden immer mehr.

"Es geht auch anders!“, sagen Gewerkschaften, Sozialverbände und Die Linke. Sie wollen eine Pflege-Vollversicherung. Das heißt: Jeder zahlt deutlich mehr in die Pflegeversicherung ein. Dafür wäre man im Alter abgesichert, wenn der Pflegefall eintritt. Andere fordern, dass der Staat einspringt und Steuergelder in die Pflegeversicherung fließen lässt.

Was kann getan werden, dass die Pflege im Alter nicht zum Armutsrisiko wird?

Darüber diskutieren bei "Fakt ist! Aus Dresden":

Susanne Scharper, Landtagsabgeordnete DIE LINKE
Bildrechte: Die Linke

Susanne Schaper (Die Linke)

Susanne Schaper (Die Linke)

MdL und Krankenschwester

"Wir wollen eine Pflegevollversicherung, in die alle, auch Selbstständige und Beamte, einzahlen und von der alle nötigen Leistungen von den Pflegekassen bezahlt werden."

Eine Frau mittleren Alters blickt den Betrachter an. Es ist Katrin Schmidt, Geschäftsführerin der AWO-Vogtland und am 18.2.2019 zu Gast bei Fakt ist! live aus Dresden.
Bildrechte: AWO Kreisverband Auerbach / Vogtland e.V.

Katrin Schmidt

Katrin Schmidt

Geschäftsführerin AWO Auerbach/Vogtland

"Wie kann es sein, dass die Krankenkassen Milliarden Überschüsse haben und die Politik da nicht rangeht?"

Sachsen

Ein Mann blickt gerade in die Kamera. Er heißt Dietmar Groschischka, kommt aus Dresden und ist als Gast zum Thema Pflege inD eutshcland in der Sendung Fakt ist! am 18.2.2019 zu erleben.
Bildrechte: privat

Dietmar Groschischka

Dietmar Groschischka

Sohn eines Pflegebedürftigen:

"Die Erhöhung des Eigenanteils in der Pflege ist eine Katastrophe. Sie trifft die Generation, die nach dem Krieg Deutschland wieder aufgebaut hat."

Sachsen

Ein Mann mit vollbart und schwarzem Pullover blcikt geradeaus in die Kamera. Sein Name ist Thomas Kalwitzki aus Bremen. Er ist Diplom-Gerontologe und forscht zum Thema Pflegewissenschaft
Bildrechte: Universität Bremen

Thomas Kalwitzki

Thomas Kalwitzki

Altersforscher an der Universität Bremen:

"Die Pflegeversicherung soll vor Verarmung bei Pflegebedürftigkeit schützen - das kann sie aber aktuell nicht leisten."

CDU-Landtagsabgeordneter Patrick Schreiber, pflegepolitischer Sprecher
Bildrechte: CDU

Patrick Schreiber (CDU)

Patrick Schreiber (CDU)

Pflegepolitischer Sprecher

"Wir müssen der Realität ins Auge schauen: Die bisherige Finanzierung wird bei Weitem nicht ausreichen, um den Mehrbedarf in der Pflege zu decken."

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Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 14:29 Uhr