Diskussionen um Rechtsextreme Flanke von Rechtsaußen: Der Fußball und die Fans

Im Stadion des Chemnitzer FC wird um einen Fan getrauert, der öffentlich über sich als Hooligan und Neonazi sprach. Darf so etwas sein? Der Verein sagt, er sei erpresst worden. Wie viel Macht haben rechte Hooligans wirklich? Sind andere Vereine konsequenter oder stehen sie nur weniger im Fokus der Öffentlichkeit? Und wie soll die Zivilgesellschaft mit rechtsextremen Fans umgehen?

Ein Teilnehmer einer Presse-Vorbesichtigung jongliert 2016 im Stadion des Chemnitzer FC mit einem Ball.
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Etwa 4.000 Menschen warten im Fußballstadion des Chemnitzer FC auf den Anpfiff des Spiels, als in der Südkurve ein schwarzes Transparent mit weißem Kreuz ausgerollt wird. Auf der Videowand erscheint das Bild eines verstorbenen CFC-Anhängers. Über die Lautsprecher ertönen Worte des Gedenkens. Doch der Tote war nicht irgendein Fan, sondern auch ein Hooligan und bekennender Rechtsextremer.

Wie kritisch sollen Vereine und Gesellschaft sein?

So wird aus der kurzen Trauerfeier im Stadion innerhalb weniger Stunden das "Desaster von Chemnitz". Die Empörung bundesweit ist groß nach dem Motto "Schon wieder Chemnitz!" Der Verein spricht von Nötigung und erstattet Anzeige. Dann tauchen Chatprotokolle auf, die nicht nach Erpressung klingen und Kritikern recht zu geben scheinen, die von einem unkritischen Umgang des Vereins mit Rechtsextremen sprechen.

Wie viel Macht haben rechte Hooligans wirklich? Sind Vereine andernorts konsequenter oder stehen sie nur weniger im öffentlichen Fokus? Und wie soll die Zivilgesellschaft mit rechtsextremen Fans umgehen?

Darüber diskutieren bei "Fakt ist! in Dresden":

Hanka Kliese (SPD) spricht im Landtag.
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Hanka Kliese, SPD-Politikerin (MdL)

Hanka Kliese

"Der CFC - das war mal mein Verein. Ich hatte eine wunderbare Stadionkindheit."

Michael Gabriel, Mitarbeiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte
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Michael Gabriel, Fanprojekte-Koordinator

Michael Gabriel

"Die Verhältnisse im Fußball haben sich seit den 1990er Jahren zum Positiven verändert. Es gibt Ausnahmen. Dazu gehört Chemnitz."

Klaus Siemon, Insolvenzverwalter Chemnitzer FC, im Interview
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Klaus Siemon, CFC-Insolvenz-Verwalter

Klaus Siemon

"Ich gehe davon aus, dass es eine massive Beeinflussung des freien Willens der handelnden Personen gegeben hat."

Olaf Sundermeyer
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Olaf Sundermeyer, Journalist

Olaf Sundermeyer

"Fußballvereine haben den Zugriff auf gewaltbereite Hooligans oft schon verloren, die Szene hat sich abgekoppelt."

Lars Fassmann
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Lars Faßmann, Stadtrat Chemnitz

Lars Faßmann

"Es ist keine Bereitschaft in der Politik da, das Thema in die Hand zu nehmen, weil man Angst hat, schlecht dazustehen."

Dieses Thema im Programm beim MDR MDR Fakt ist! | 18. März 2019 | 22:05 Uhr

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 18. März 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 15:21 Uhr