Fakt ist! aus Erfurt Volle Städte, leere Dörfer: Soll das unsere Zukunft sein?

Wie können gleichwertige Lebensverhältnisse für Stadt und Land erreicht werden? Welche Finanzhilfen sind sinnvoll? Welche Rolle spielen Bürger vor Ort? Diese und andere Fragen diskutieren wir bei Fakt ist! Aus Erfurt.

Zwei Männer (Reporter Lars Sänger li. und Moderator Dr. Andreas Menzel re.)  in Anzügen stehen vor einer Wand mit dem Logo der Fernsehsendung "Fakt ist"
Bildrechte: MDR

"Die Politik kann nicht verhindern, dass in etlichen ländlichen Regionen bald niemand mehr wohnen wird", ist der stellvertretende Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor Oliver Holtemöller, überzeugt. Moderne Arbeitsplätze entstünden nun mal in den Städten, daher werde es dorthin auch den Zuzug geben. Falsche Versprechungen und Fördermittelprogramme für den ländlichen Raum nützten nichts.

Entschiedenen Widerspruch für seine Thesen erntet er vom Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages, Professor Hans-Günter Henneke. Der Staat habe für gleichwertige Lebensverhältnisse seiner Bürger zu sorgen, egal, wo diese leben. Daher müssten sämtliche Kommunen eine solide Grundfinanzierung erhalten, um eigenverantwortlich die anstehenden Aufgaben zu lösen. Förderprogramme hält er dann für sinnvoll, wenn sie eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen.

Für die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij heißt "staatliche Daseinsvorsorge", für eine Erreichbarkeit der lebensnotwendigen Dinge zu sorgen. Auf welche Weise das geschieht, könne vor Ort sehr unterschiedlich gelöst werden.

Wie können "gleichwertige Lebensverhältnisse" für die Landbevölkerung erreicht werden? Sind teure Fördermittel-Programme gerechtfertigt oder Fehlinvestitionen? Welche Finanzhilfen machen Sinn? Welche Rolle spielen die Bürger vor Ort?

Diese und andere Fragen diskutieren die verantwortliche Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij, der stellvertretende Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor Oliver Holtemöller und der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistags, Professor Hans-Günter Henneke mit ehrenamtlichen Bürgermeistern, Städtern und Dorfbewohnern.

Moderation: Dr. Andreas Menzel und Lars Sänger

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Fakt ist | 08. November 2021 | 22:10 Uhr

Gäste in der Sendung

Prof. Dr. Oliver Holtemöller
Bildrechte: Fotowerk BF

Prof. Dr. Oliver Holtemöller

Prof. Dr. Oliver Holtemöller

Stellv. Präsident Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle

"Die Politik kann auch mit Förderprogrammen nicht verhindern, dass in vielen ländlichen Regionen bald niemand mehr wohnen wird."

Susanna Karawanskij, DIE LINKE
Bildrechte: D. Santana

Susanna Karawanskij, DIE LINKE

Susanna Karawanskij, DIE LINKE

Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Thüringen

"Wir wollen, dass es sich in Waltersdorf genauso gut leben lässt wie in Weimar, darauf ist unsere Förderpolitik ausgerichtet."

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke
Bildrechte: Marc Darchinger

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke

Hauptgeschäftsführer Deutscher Landkreistag

"Kommunale Selbstverwaltung braucht weder Bevormundung noch Besserwisserei von Land oder Bund, sondern eine solide Grundfinanzierung für sämtliche Aufgaben."

Kommunikation mit der Redaktion von "FAKT IST!"

Die Sendung im Livestream und Mediathek